mini|Balester oder Schnäpper aus dem 16. Jh. mit Stahlbogen, Spannvorrichtung und Doppelsehne (Germanisches Nationalmuseum in Nürnberg), aus Meyers Konversationslexikon 1890 Ein Armbrustspanner, auch Spanner oder Spannzeug (engl. crossbow tensioner, russ. натяжитель арбалета, schw. Armborstspännare) bezeichnet eine mechanische Vorrichtung mit der eine Armbrust gespannt werden kann. mini|Gehilfe beim Spannen der zweiten Armbrust seines Jagdherrn. Ein eiserner Armbrustspanner am Boden (um 1475). mini|Armbrustschütze spannt seine Arbalete Geschichte Die Entwicklungsgeschichte von Armbrustspannern wurde mit im Laufe der Zeit stärker werdenden Armbrüsten eingeleitet. Nachdem früh im zehnten Jahrhundert die Verbreitung der Armbrüste begonnen hatte, dauerte es bis in das späte zwölfte Jahrhundert bis zur Entwicklung von Armbrustspannern. Die ersten Varianten bestanden aus einfachen Schlaufen und auch „Riemenrollenspannern“ mit Krallen, die es erlaubten, eine Armbrust zu spannen. In weiteren Schritten wurden zunächst einfache, teils gabelförmige und später doppelte Hebelsysteme eingesetzt. Im Bereich der Reiterei nutze man den „Geissfuss“ zum Spannen. Man entwickelte auch Armbrustspanner mit Seilwinden, die in der französischen Sprache „Cranequin“ genannt wurden. Dieser Name übertrug sich auf die Armbrustschützen die danach „Cranequeniers“ genannt wurden. Die Hersteller der Geräte waren Armbruster. Später wurden besonders in Deutschland Armbrustspanner mit Kurbeln und Zahnrädern eingesetzt, um noch größere Spannkräfte zu ermöglichen. Einfache Hebelsysteme waren teilweise mit den Armbrüsten direkt verbunden. Weil die Spanner beim Schießen hinderlich waren und die Geräte im Lauf der Zeit größer wurden, entwickelte man aufsetzbare Armbrustspanner. Teilweise mit Orientierung an den Spannsystemen werden von Auguste Demmin acht verschiedenen Arten genannt, von denen auch Boeheim und Viollet-le-Duc Details beschreiben:

Die Technik der Armbrustspanner wurde unwichtig, nachdem die Armbrüste im siebzehnten Jahrhundert durch Feuerwaffen verdrängt wurden. Neuzeitliche Armbrüste verfügen wieder über Armbrustspanner, die es erlauben, auch sehr starke Armbrüste zu spannen.

Literatur

Bernhard von Poten: Handwörterbuch der gesamten Militärwissenschaften. (9 Bände) Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig 1877–1880 (Digitalisat). Karl T. von Sauer: Grundriß der Waffenlehre, Band 2, Cotta, 1876. Holger Richter: Die Hornbogenarmbrust: Geschichte und Technik, Verlag Angelika Hörnig, 2006, ISBN 978-3-938921-02-9. Eugène Viollet-le-Duc: Dictionnaire raisonné de l’architecture française du XIe au XVIe siècle, 10 Bände, Paris 1854–1868 (deutsche Teilausgabe: Definitionen. Sieben Stichworte aus dem Dictionnaire raisonné de l’architecture mit einem deutsch-französischen Inhaltsverzeichnis der neunbändigen Ausgabe des „Dictionnaire“ von 1869. Birkhäuser Architektur Bibliothek, Basel u. a. 1993)

Weblinks

Historischer Armbrustspanner ca. 1725 (Beschreibungen und Abbildungen), im Metropolitan Museum of Art

Einzelnachweise Demmin: Die Kriegswaffen, Seiten 100 ff. Karl T. von Sauer: Grundriß der Waffenlehre, Tafel XXIX, Abb. 4. Holger Richter: Die Hornbogenarmbrust: Geschichte und Technik, Seiten 112 ff. Poten: Handwörterbuch, Band 9, Seite 38, Eintrag: Spanner. Boeheim: Handbuch der Waffenkunde, Seiten 405–425. Boeheim: Album Waffensammlung, Seite 120. Eugène Viollet-le-Duc: Dictionnaire raisonné, Seiten 405–425, Band 5, S. 244

Kategorie:Komponente (Waffentechnik) Kategorie:Armbrüste