Der Speerwurf der Männer bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde am 26. und 28. August 2004 im Olympiastadion Athen ausgetragen. 33 Athleten nahmen teil.
Olympiasieger wurde der Norweger Andreas Thorkildsen. Er gewann vor dem Letten Vadims Vasiļevskis und dem Russen Sergei Makarow.
Mit Christian Nicolay und Peter Esenwein gingen zwei deutsche Teilnehmer an den Start. Beide schieden in der Qualifikation aus. Athleten aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein waren nicht unter den Teilnehmern.
Aktuelle Titelträger Olympiasieger 2000Jan Železný ()90,17 mSydney 2000Weltmeister 2003Sergei Makarow ()85,44 mParis 2003Europameister 2002Steve Backley ()88,54 mMünchen 2002Panamerikanischer Meister 2003Emeterio González ()81,72 mSanto Domingo 2003Pan American Games, gbrathletics.com, abgerufen am 22. Februar 2022Zentralamerika und Karibik-Meister 2003Manuel Fuenmayor ()72,35 mSt. George’s 2003Central American and Caribbean Championships (Men), gbrathletics.com, abgerufen am 22. Februar 2022Südamerika-Meister 2003Luiz da Silva ()79,50 mBarquisimeto 2003South American Championships (Men), gbrathletics.com, abgerufen am 22. Februar 2022Asienmeister 2003Li Rongxiang ()79,25 mManila 2003Asian Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 22. Februar 2022Afrikameister 2004Janus Robberts ()21,02 mBrazzaville 2004African Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 22. Februar 2022Ozeanienmeister 2002Gerhardus Pienaar ()78,31 mChristchurch 2002Oceania Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 22. Februar 2022
Bestehende Rekorde Weltrekord98,48 mJan Železný ()Jena, Deutschland25. Mai 1996Athletics - Progression of outdoor world records, Javelin throw – Men, sport-record.de (englisch), abgerufen am 22. Februar 2022Olympischer Rekord90,17 mFinale OS Sydney, Australien23. September 2000 Der bestehende olympische Rekord wurde bei diesen Spielen nicht erreicht. Der weiteste Wurf gelang dem später zwölftplatzierten Breaux Greer aus den Vereinigten Staaten mit seinen 87,25 m, erzielt in seinem ersten Versuch der Qualifikation am 26. August. Damit blieb er 2,92 m unter dem Olympia- und 11,23 m unter dem Weltrekord.
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig Anmerkungen: Alle Zeitangaben sind auf Ortszeit Athen (UTC+2) bezogen. Alle Weiten sind in Metern (m) angegeben.
Qualifikation Die Qualifikation wurde in zwei Gruppen durchgeführt. Zehn Athleten erreichten die Qualifikationsweite für den direkten Finaleinzug von 81,00 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmern nicht erreicht. So wurde das Finalfeld mit zwei weiteren Wettbewerbern (hellgrün unterlegt) aus beiden Gruppen nach den nächstbesten Weiten aufgefüllt. Für die Teilnahme waren schließlich 80,86 m zu erbringen.
Gruppe A mini|hochkant=1.1| 26. August 2004, 20:05 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Breaux Greer 87,25 – – 87,25 2 Sergei Makarow 86,08 – – 86,08 3 Esko Mikkola 83,64 – – 83,64 4 Andrus Värnik 83,25 – – 83,25 5 Matti Närhi 81,06 – – 81,06 6 Steve Backley 80,60 80,68 80,39 80,68 7 Gerhardus Pienaar 79,95 74,69 79,56 79,95 8 Christian Nicolay 79,77 x 78,50 79,77 9 Voldemārs Lūsis 79,27 x x 79,27 10 William Hamlyn-Harris 69,64 74,34 77,43 77,43 11 Peter Zupanc 74,11 72,42 77,34 77,34 12 Miroslav Guzdek 76,45 75,36 75,75 76,45 13 Gergely Horváth 73,45 73,95 72,05 73,95 14 Ronny Nilsen x 73,46 x 73,46 15 Manuel Fuenmayor 72,26 68,72 72,14 72,26 16 David Brisseault 68,70 71,86 69,58 71,86 17 Marián Bokor 68,21 71,74 67,73 71,74
Gruppe B
26. August 2004, 21:50 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Vadims Vasiļevskis 83,43 – – 83,43 2 Alexander Iwanow 82,18 – – 82,18 3 Tero Pitkämäki 82,04 – – 82,04 4 Andreas Thorkildsen 81,74 – – 81,74 5 Jan Železný 81,18 – – 81,18 6 Ēriks Rags 77,92 80,84 – 80,84 7 Isbel Luaces 80,07 77,53 79,07 80,07 8 Li Rongxiang 79,73 x 79,94 79,94 9 Yukifumi Murakami 77,25 77,60 78,59 78,59 10 Oliver Dziubak 77,21 78,53 75,57 78,53 11 Peter Esenwein 75,18 73,76 78,41 78,41 12 Sergei Woinow 74,68 74,08 72,71 74,68 13 Stuart Farquhar 74,24 73,07 74,63 74,63 14 Nick Nieland 68,86 71,31 72,79 72,79 15 Park Jae-myong 63,01 67,60 72,70 72,70 16 Edi Ponoš 66,73 x 71,43 71,43 DNS Boris Henry
Finale mini|hochkant=1.2| 28. August 2004, 20:40 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat 1 Andreas Thorkildsen 84,82 86,50 80,96 x – – 86,50 2 Vadims Vasiļevskis 84,95 83,95 x x 79,07 80,91 84,95 3 Sergei Makarow 84,84 x 77,59 78,00 82,51 84,32 84,84 4 Steve Backley 79,62 81,48 84,13 83,02 x 81,62 84,13 5 Alexander Iwanow 83,31 82,76 81,36 80,28 78,07 79,99 83,31 6 Andrus Värnik 83,25 82,75 x x – 76,41 83,25 7 Ēriks Rags 77,13 83,14 81,69 x x 78,63 83,14 8 Tero Pitkämäki 80,38 83,01 x x 81,19 x 83,01 9 Jan Železný 76,77 79,98 80,59 nicht im Finale derbesten acht Werfer 80,59 10 Matti Närhi x 78,73 80,28 80,28 11 Esko Mikkola 76,20 79,43 76,23 79,43 12 Breaux Greer 74,36 x x 74,36 Für das Finale hatten sich zwölf Athleten qualifiziert, zehn von ihnen über die Qualifikationsweite, zwei weitere über ihre Platzierungen. Vertreten waren drei Finnen, zwei Letten und zwei Russen sowie je ein Teilnehmer aus Estland, Großbritannien, Norwegen, Tschechien und den Vereinigten Staaten.
Der Speerwurf war die einzige Disziplin im Bereich Wurf/Stoß der Männer bei diesen Olympischen Spielen, in der es keine dopingbedingten Disqualifikationen gab.
Der Dominator Jan Železný aus Tschechien, der die Speerwurfszene in den 1990er Jahren und dem beginnenden 21. Jahrhundert weitgehend beherrscht hatte, war nicht mehr in der Form seiner großen Zeit, was sich auch bei seinem Resultat hier in Athen als Olympianeunter zeigte. Weitere bedeutende Speerwerfer der letzten Generation wie der Grieche Konstandinos Gatsioudis, der Finne Aki Parviainen sowie die beiden Deutschen Boris Henry und Raymond Hecht fehlten komplett. So musste sich nun eine ganz neue Elite von Speerwerfern herausbilden. Zum Favoritenkreis gehörte allen voran der russische Weltmeister Sergei Makarow, darüber hinaus Vizeweltmeister Andrus Värnik aus Estland, der US-amerikanische WM-Vierte Breaux Greer sowie Železnýs früherer Hauptkonkurrent Steve Backley aus Großbritannien, der allerdings auch nicht mehr die Topform vergangener Jahre hatte.
Im Finale ging es sehr eng zu. Mit seinem ersten Wurf von 84,95 m übernahm zunächst der Lette Vadims Vasiļevskis die Führung. Hinter ihm lagen Makarow – 84,84 m, Thorkildsen – 84,82 m, der Russe Alexander Iwanow – 83,31 m und Värnik – 83,25 m. Im zweiten Durchgang steigerte Thorkildsen sich auf 86,50 m, womit er die Spitze übernahm. Der Lette Ēriks Rags verbesserte sich auf 83,14 m und lag damit an Position sechs mit einem nur geringen Abstand auf die Medaillenränge. Auch der Finne Tero Pitkämäki war mit seinen 83,01 m nicht weit zurück. Anschließend tat sich allerdings so gut wie nichts mehr. Einzig Backley brachte in Durchgang drei mit 84,13 m eine Verbesserung zustande und war damit Vierter. Bei diesem Resultat blieb es bis zum Schluss.
Olympiasieger war Andreas Thorkildsen, Silber ging an Vadims Vasiļevskis, Bronze an Sergei Makarow. Steve Backley belegte Rang vier vor Alexander Iwanow, Andrus Värnik, Ēriks Rags und Tero Pitkämäki.
Das Niveau dieses Wettbewerbs reichte nicht an das Level der internationalen Meisterschaften der nahen Vergangenheit heran, als es abgesehen von den Weltmeisterschaften des Vorjahres durchgängig Weiten von knapp unter oder über neunzig Meter – meist sogar durch mehrere Werfer – in der Spitze gegeben hatte. Die neue „Elite“ war noch nicht so weit wie die besten Speerwerfer vor ihnen.
Videolinks Javelin Athens 2004, youtube.com, abgerufen am 22. Februar 2022 2004 olympics Andreas Thorkildsen javelin winning throw, youtube.com, abgerufen am 22. Februar 2022 Javelin Men 2004 Athens Olympics.mpg, youtube.com, abgerufen am 22. Februar 2022
Weblinks Athletics. Official Report of the XXVIII Olympiad – 3 Results, Athletics, Resultate Leichtathletik, S. 214–217, digital.la84.org, englisch/französisch (PDF, 2219 KB), abgerufen am 22. Februar 2022 Athletics at the 2004 Summer Olympics, Javelin Throw, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 22. Februar 2022 Athens 2004, Athletics, javelin throw men Results, olympics.com, abgerufen am 22. Februar 2022 Athletics at the 2004 Athina Summer Games: Men's javelin throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 22. Februar 2022
Einzelnachweise
Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 2004 Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Marousi