Der Hammerwurf der Männer bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde am 20. und 22. August 2004 im Olympiastadion Athen ausgetragen. 35 Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde der Japaner Kōji Murofushi. Wegen dopingbedingter Disqualifikation zweier Athleten wurde keine Silbermedaille vergeben. Bronze gewann der Türke Eşref Apak.

Mit Markus Esser und Karsten Kobs gingen zwei deutsche Teilnehmer an den Start. Beide erreichten das Finale, in dem Esser Fünfter wurde und Kobs Rang elf belegte. Der Schweizer Patric Suter wurde 22. Athleten aus Österreich und Liechtenstein waren nicht unter den Teilnehmern.

Aktuelle Titelträger Olympiasieger 2000Szymon Ziółkowski ()80,02 mSydney 2000Weltmeister 2003Iwan Zichan ()83,05 mParis 2003Europameister 2002Adrián Annus ()81,17 mMünchen 2002Panamerikanischer Meister 2003Juan Ignacio Cerra ()75,53 mSanto Domingo 2003Pan American Games, gbrathletics.com, abgerufen am 21. Februar 2022Zentralamerika und Karibik-Meister 2003 Hammerwurf nicht als Meisterschaftswettbewerb ausgetragenSt. George’s 2003Central American and Caribbean Championships (Men), gbrathletics.com, abgerufen am 21. Februar 2022Südamerika-Meister 2003Juan Ignacio Cerra ()73,31 mBarquisimeto 2003South American Championships (Men), gbrathletics.com, abgerufen am 21. Februar 2022Asienmeister 2003Ali Al-Zinkawi ()70,62 mManila 2003Asian Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 21. Februar 2022Afrikameister 2004Chris Harmse ()75,90 mBrazzaville 2004African Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 21. Februar 2022Ozeanienmeister 2002Faleono Seve ()53,00 mChristchurch 2002Oceania Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 21. Februar 2022

Bestehende Rekorde Weltrekord86,74 mJurij Sedych ()Stuttgart, damals BR Deutschland (heute Deutschland)30. August 1986Athletics - Progression of outdoor world records, Hammer throw – Men, sport-record.de (englisch), abgerufen am 21. Februar 2022Olympischer Rekord84,80 mSergei Litwinow ()Finale OS Seoul, Südkorea26. September 1988 Der bestehende olympische Rekord wurde bei diesen Spielen nicht erreicht. Der weiteste Wurf gelang dem japanischen Olympiasieger Kōji Murofushi, der mit seinen 82,91 m, erzielt im sechsten Versuch des Finales am 22. August, als einziger Werfer regulär die 80-Meter-Marke übertraf. Damit blieb er 1,89 m unter dem Olympia- und 4,83 m unter dem Weltrekord.

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig Anmerkungen: Alle Zeitangaben sind auf Ortszeit Athen (UTC+2) bezogen. Alle Weiten sind in Metern (m) angegeben.

Doping In diesem Wettbewerb gab es gleich zwei Dopingfälle zu vermelden. Ursprünglich hatte der Ungar Adrián Annus mit einer Weite von 83,19 m Platz eins belegt. Nachdem Annus zu einer vom Internationalen Olympischen Komitee angesetzten Zielkontrolle in Ungarn nicht erschienen war, wurde ihm die Goldmedaille aberkannt.Hammerwurf-Olympiasieger Annus gibt Gold ab. In: Rheinische Post 21. Oktober 2004, abgerufen am 21. Februar 2022 So wurde der zuvor zweitplatzierte Japaner Kōji Murofushi schließlich Olympiasieger und die weiteren Teilnehmer rückten um jeweils einen Rang nach vorne.

Am 5. Dezember 2012 wurde auch dem belarussischen Bronzemedaillengewinner Iwan Zichan, der nach Annus’ Disqualifikation mit 79,81 m auf Platz zwei vorgerückt war, wegen Dopings seine Medaille aberkannt.IOC disqualifies four medallists from Athens 2004 following further analysis of stored samples 5. Dezember 2012, olympics.com/ioc/news, (englisch), abgerufen am 21. Februar 2022

Die Silber- sowie die Bronzemedaille sind vom IOC jedoch nicht neu vergeben worden.

Nachteilig betroffen von diesen beiden Dopingfällen waren vor allem folgende fünf Athleten: Kōji Murofushi, Japan – Ihm wurde der Titel des Olympiasiegers erst mit Verspätung zuerkannt. Eşref Apak, Türkei – Er erhielt seine Bronzemedaille mit Verspätung und konnte nicht an der Siegerehrung teilnehmen. Karsten Kobs, Deutschland – Ihm wurden im Finale drei Würfe vorenthalten, die ihm als achtplatziertem Werfer zugestanden hätten. Ilja Konowalow, Russland – Er hätte über seine Platzierung in der Qualifikation am Finale teilnehmen können. Szymon Ziółkowski, Polen – Er hätte über seine Platzierung in der Qualifikation am Finale teilnehmen können.

Qualifikation Die Qualifikation wurde in zwei Gruppen durchgeführt. Fünf Wettbewerber (hellblau unterlegt) übertrafen die den direkten Finaleinzug Weite von 78,00 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmern nicht erreicht. So wurde das Finalfeld mit sieben weiteren Wettbewerbern (hellgrün unterlegt) aus beiden Gruppen nach den nächstbesten Weiten aufgefüllt. Für die Teilnahme am Finale waren schließlich 76,69 m zu erbringen.

Gruppe A mini|hochkant| 20. August 2004, 9:15 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Markus Esser 76,39 75,29 77,49 77,49 2 Ihar Astapkowitsch 76,70 76,08 76,88 76,88 3 Eşref Apak 76,74 x x 76,74 4 Ilja Konowalow 75,40 x 76,36 76,36 eigentlich für das Finale qualifiziert 5 Szymon Ziółkowski 76,12 74,55 76,17 76,17 eigentlich für das Finale qualifiziert 6 Olli-Pekka Karjalainen x 74,51 76,11 76,11 7 Alexandros Papadimitriou x x 75,55 75,55 8 Oleksandr Krykun x 75,42 74,37 75,42 9 Patric Suter 72,45 x 73,54 73,54 10 Stuart Rendell x 72,61 x 72,61 11 Juan Ignacio Cerra 69,10 72,53 68,64 72,53 12 Vítor Costa 72,47 72,44 x 72,47 13 Roman Rozna x x 71,78 71,78 14 Vladimir Maska 71,76 x x 71,76 15 A. G. Kruger 69,38 68,03 x 69,38 Dilschod Nasarow x x x ogV Wladyslaw Piskunow x x x DOP Adrián Annus 79,59 – – 79,59 für das Finale zugelassen Weitere in Qualifikationsgruppe B ausgeschiedene Hammerwerfer:

Gruppe B 20. August 2004, 11:00 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Krisztián Pars 77,43 80,50 – 80,50 2 Kōji Murofushi 79,55 – – 79,55 3 Primož Kozmus 76,97 78,81 – 78,81 4 Libor Charfreitag x x 77,30 77,30 5 Nicola Vizzoni 76,84 75,35 75,03 76,84 6 Wadsim Dsewjatouski 71,69 74,81 76,72 76,72 7 Karsten Kobs 76,69 x x 76,69 8 Miloslav Konopka 74,42 x 76,16 76,16 9 Sergei Kirmassow 75,12 73,68 75,83 75,83 10 Artem Rubanko 75,08 x x 75,08 11 James Parker 73,15 74,09 75,04 75,04 12 Andras Haklits x 73,51 74,43 74,43 13 David Söderberg x x 74,14 74,14 14 Juri Woronkin 73,47 71,97 x 73,47 15 Ali Mohamed al-Zankawi 70,67 71,06 70,68 71,06 16 Dorian Çollaku 70,06 69,27 67,61 70,06 DOP Iwan Zichan 77,85 77,12 80,75 80,75 für das Finale zugelassen

Finale mini|hochkant| 22. August 2004, 21:15 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat 1 Kōji Murofushi 79,90 81,60 81,16 82,32 x 82,91 82,91 Die Silbermedaille wurde nicht vergeben. Die Bronzemedaille wurde nicht vergeben. 2 Eşref Apak 75,51 79,51 x 79,23 75,15 76,34 79,51 3 Wadsim Dsewjatouski 78,67 78,82 x 75,41 76,61 x 78,82 4 Krisztián Pars 76,94 78,16 77,55 78,73 x 77,26 78,73 5 Primož Kozmus 75,82 77,08 76,45 78,56 77,61 78,24 78,56 6 Libor Charfreitag 74,93 77,93 77,30 75,60 77,54 73,06 77,54 7 Karsten Kobs 75,72 75,97 76,30 eigentlich zu drei weiteren Würfen berechtigt 76,30 8 Ihar Astapkowitsch x x 76,22 nicht im Finale derbesten acht Werfer 76,22 9 Nicola Vizzoni 74,27 72,97 76,30 74,27 10 Markus Esser 72,51 x 71,31 72,51DOP Adrián Annus 80,53 82,32 83,19 82,64 82,04 – 83,19 Iwan Zichan x x 78,55 78,31 79,81 x 79,81 Für das Finale hatten sich zwölf Athleten qualifiziert, fünf von ihnen über die Qualifikationsweite, weitere sieben über ihre Platzierungen. Vertreten waren alle drei Belarussen, zwei Deutsche, zwei Ungarn sowie je ein Teilnehmer aus Italien, Japan, der Slowakei, Slowenien und der Türkei. Allerdings fielen zwei von ihnen nach positiven Dopingtests aus der Wertung.

Als Favorit ging eigentlich der amtierende Weltmeister Iwan Zichan aus Belarus an den Start. Er gehörte jedoch zusammen mit einem seiner stärksten Konkurrenten, dem ungarischen Vizeweltmeister und Europameister Adrián Annus, zu den beiden Werfern, die später wegen Dopingvergehens disqualifiziert wurden – Details dazu im Abschnitt "Doping" oben. Ein weiterer Favorit war der Japaner Kōji Murofushi als WM-Dritter von 2003 und Vizeweltmeister von 2001. Ein Medaillenanwärter war außerdem der slowenische WM-Fünfte Primož Kozmus. Auch der Olympiasieger von 2000, der Pole Szymon Ziółkowski, war wieder unter den Teilnehmern, hatte jedoch längst nicht mehr die Form vergangener Jahre.

Im Finale übernahm nach Runde eins zunächst der später disqualifizierte Annus mit 80,53 m die Führung. Mit 79,90 m folgte Murofushi, der seine Klasse in Durchgang zwei mit einem ersten Wurf auf 81,60 m bewies. Annus verbesserte sich mit seinem zweiten Versuch derweil auf 82,32 m und im dritten auf 83,19 m. Das jedoch erwies sich aufgrund seines Dopingbetrugs später bedeutungslos für die die endgültige Rangfolge. Murofushi steigerte sich in Runde vier auf 82,35 m und erzielte schließlich mit 82,91 m seine größte Weite im sechsten und letzten Durchgang.

Keiner der anderen Athleten konnte da mithalten. Außer dem Japaner – und dem disqualifizierten Annus – konnte kein Werfer die 80-Meter-Marke übertreffen. Aber es ging eng und spannend zu im Kampf um die weiteren Platzierungen, wobei erst hinterher, als Zichan und Annus disqualifiziert worden waren, klar wurde, dass es sich tatsächlich um eine Auseinandersetzung um Medaillen handelte – Annus weitester Wurf landete in Runde fünf auf 79,51 m. In Durchgang zwei gelangen dem Türken Eşref Apak 79,51 m. Damit lag er am Ende zunächst auf Platz vier, rückte jedoch durch Annus‘ Disqualifikation auf den dritten Platz und infolge der Überführung des Dopingvergehens von Zichan, sogar auf den zweiten Platz vor. Das IOC hat bisher jedoch keine Neuvergabe der Silber- und der Bronzemedaille beschlossen. Vierter wurde in der endgültigen Wertung der Belarusse Wadsim Dsewjatouski vor dem Ungarn Krisztián Pars und dem Slowenen Primož Kozmus. Zwischen Apaks und Kozmus‘ Bestweiten lagen nur 95 Zentimeter. Der Slowake Libor Charfreitag belegte Platz sieben vor dem Deutschen Karsten Kobs.

Video Olympics 2004 – Hammer Throw, youtube.com, abgerufen am 21. Februar 2022

Weblinks Athletics. Official Report of the XXVIII Olympiad – 3 Results, Athletics, Resultate Leichtathletik, S. 210–213, digital.la84.org, englisch/französisch (PDF, 2219 KB), abgerufen am 21. Februar 2022 Athletics at the 2004 Summer Olympics, Hammer Throw, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 21. Februar 2022 Athens 2004 hammer throw men Results, olympics.com (englisch), abgerufen 13 April 2024

Einzelnachweise

Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 2004 Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Marousi