Stig Börje Forsberg (* 22. Juni 1944; † 14. September 2017) war ein schwedischer Labelbesitzer, Schlagzeuger und Musikproduzent, auch bekannt als Boss. Er ist der Vater von Thomas Forsberg, besser bekannt als Quorthon, und führte seit 1991 das schwedische Independent-Label Black Mark Production.

Leben Sein erstes Geld verdiente Börje Forsberg, der in Stockholm aufwuchs, als Fahrradkurier für ein Delikatessengeschäft. Später wurde er Servicekraft bei Svenska Dataregister, einem Hersteller von Registrierkassen und Buchhaltungssystemen. Anschließend arbeitete er als Seemann für Reedereien und Ölgesellschaften.

Anfang der 1960er entdeckte er seine Liebe zur Musik und wurde Schlagzeuger. Er spielte in diversen schwedischen Beat-Bands, darunter The Telstars und The Ghost Riders, zusammen mit Hans Edler. Im Frühjahr 1965 absolvierte er den schwedischen Wehrdienst.

1966 kam sein erster Sohn Thomas Forsberg zur Welt, der später zum Black-Metal-Pionier werden sollte und deren verwandtschaftliche Beziehung sie zu Bathorys aktiven Jahren trotz zahlreicher Gerüchte geheim hielten.

In den 1960ern absolvierte er eine Ausbildung zur psychiatrischen Pflegekraft und arbeitete ab 1970 in der Klinik Beckomberga. Parallel dazu arbeitete er für Hans Edlers Label Marilla, nachdem er zuvor schon ein Praktikum bei Tyfon Grammofon absolviert hatte. Kurz darauf kehrte er als Musikproduzent zu diesem Label zurück und produzierte einige Pop- und Schlagerplatten bis etwa 1989.. Abgerufen am 30. April 2018 Ihm ist es zuzuschreiben, dass Bathory 1984 auf dem legendären Scandinavian Metal Attack-Sampler ihren Platz fand.

Während Forsberg anschließend die Arbeiten seines Sohnes unter dem Pseudonym „The Boss“ produzierte, war er zunächst bei anderen Metalbands nicht involviert. Allerdings kümmerte er sich um den Exklusivvertrieb von SPV in Schweden und kam so auch in Kontakt mit Noise International. In dieser Funktion pendelte er zwischen Schweden, den USA und Berlin. Etwa 1991 gründete er schließlich Black Mark Production und produzierte neben Bathory auch Bands wie Edge of Sanity, Cemetary, Lake of Tears und Nightingale. Mit seinem Label gab er mehr als 500 Metal-Alben heraus.. Abgerufen am 30. April 2018

Nach einer rasant steigenden Anfangsphase mit Büros in Kanada, Berlin und England geriet das Unternehmen Anfang 2000 in finanzielle Schwierigkeiten, da SPV, ihr Exklusivvertrieb, selbst kurz vor dem Konkurs standen. Um den Konkurs abzuwenden, gründete seine zweite Ehefrau Klaudia Scharein-Forsberg die Black Mark AG und einen Webservice. 2003 konnte sich Black Mark wieder als Marke etablieren, AG und Webservice konnten aber erst 2007 geschlossen werden. Ab 2004 begann man ins digitale Geschäft einzusteigen und auch den Vinyl-Boom vorwegzunehmen.

Gleichzeitig verschlechterte sich Börje Forsbergs Gesundheit, die die Jahre bis zu seinem Tod entscheidend prägten. Hinzu kam auch noch der Verlust seines Sohnes, der 2004 plötzlich und unerwartet an Herzversagen verstarb.

Er hinterließ seine zweite Ehefrau Klaudia Scharein-Forsberg, die derzeit die Geschäfte von Black Mark weiterführt, und seine Tochter Jennie Tebler, die unter anderem bei Lake of Tears sang.

Musikproduktionen (Auswahl)

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Einzelnachweise

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