mini|hochkant=2.2| Das Kugelstoßen der Männer bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde am 18. August 2004 im antiken Stadion von Olympia ausgetragen. 39 Athleten nahmen teil.
Olympiasieger wurde der US-Amerikaner Adam Nelson. Er gewann vor dem Dänen Joachim Olsen und dem Spanier Manuel Martínez.
Mit Ralf Bartels, Peter Sack und Detlef Bock gingen drei deutsche Teilnehmer an den Start. Während Bartels im Finale Rang sieben belegte, schieden Sack und Bock in der Qualifikation aus. Athleten aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein waren nicht unter den Teilnehmern.
Aktuelle Titelträger Olympiasieger 2000Arsi Harju ()21,29 mSydney 2000Weltmeister 2003Andrej Michnewitsch ()21,69 mParis 2003Europameister 2002Jurij Bilonoh ()21,37 mMünchen 2002Panamerikanischer Meister 2003Reese Hoffa ()20,95 mSanto Domingo 2003Pan American Games, gbrathletics.com, abgerufen am 20. Februar 2022Zentralamerika und Karibik-Meister 2003Yojer Medina ()19,12 mSt. George’s 2003Central American and Caribbean Championships (Men), gbrathletics.com, abgerufen am 20. Februar 2022Südamerika-Meister 2003Marco Antonio Verni ()20,23 mBarquisimeto 2003South American Championships (Men), gbrathletics.com, abgerufen am 20. Februar 2022Asienmeister 2003Bilal Saad Mubarak ()19,41 mManila 2003Asian Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 20. Februar 2022Afrikameister 2004Janus Robberts ()21,02 mBrazzaville 2004African Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 20. Februar 2022Ozeanienmeister 2002Chris Mene ()14,22 mChristchurch 2002Oceania Championships, gbrathletics.com, abgerufen am 20. Februar 2022
Bestehende Rekorde Weltrekord23,12 mRandy Barnes ()Los Angeles, USA20. Mai 1990Athletics - Progression of outdoor world records, Shot put – Men, sport-record.de (englisch), abgerufen am 20. Februar 2022Olympischer Rekord22,52 mRyan Crouser ()Finale OS Rio de Janeiro, Brasilien18. August 2016 Der bestehende olympische Rekord wurde bei diesen Spielen nicht erreicht. Der weiteste Versuch gelang dem US-amerikanischen Olympiasieger Adam Nelson mit seinem ersten Stoß im Finale am 18. August auf 21,16 m. Damit blieb er 1,36 m unter dem Olympia- und 1,96 m unter dem Weltrekord.
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig
Doping Das Kugelstoßen war in Athen eine Disziplin mit einem fragwürdigen Charakter hinsichtlich der Doping-Problematik. Zwei der teilnehmenden Athleten waren bei vergangenen Olympischen Spielen der Einnahme verbotener Substanzen überführt worden. Dabei handelte es sich um den Südafrikaner Burger LambrechtsBanned Burger faces another blow, drugfreesport.org.za, 25. April 2003 (englisch), abgerufen am 20. Februar 2022 – hier in der Qualifikation ausgeschieden – sowie um den Slowaken Mikuláš KonopkaKonopka droht lebenslange Sperre, spox.com, 12. Juni 2008, abgerufen am 20. Februar 2022 – hier im Finale Zehnter. Konopkas Landsmann Milan Haborák war bereits angereist zu den Spielen von Athen, durfte dann jedoch wegen Hormon-Dopings nicht teilnehmen und reiste wieder ab.Haborák dostal za doping doživotný trest, dennikn.sk (slowakisch), abgerufen am 20. Februar 2022 Die deutschen Teilnehmer beklagten darüber hinaus, sie selber seien immer wieder kontrolliert worden während der Olympiasaison, was bei Athleten anderer Nationen allzu häufig nicht der Fall gewesen sei. Die beiden Weißrussen Andrej Michnewitsch – früher bereits einmal positiv getestetMichnewitsch gesperrt. In: Focus 19. November 2013, focus.de, abgerufen am 20. Februar 2022 – und Juri Below sowie der Ukrainer Jurij Bilonoh hatten sich in den vorolympischen Monaten nur jeweils einmal in Wettbewerben gezeigt und waren für die restliche Zeit untergetaucht.Athen 2004. Kugelstoßen in Olympia: Sünder-Disziplin im heiligen Hain. In: Mitteldeutsche Zeitung 16. August 2004, mz-web.de, abgerufen am 20. Februar 2022
Am 5. Dezember 2012 schließlich kam es zur Aberkennung der Goldmedaille für den ursprünglich erstplatzierten Ukrainer Jurij Bilonoh. Ihm wurde die Einnahme des verbotenen Mittels Nandrolon nachgewiesen, was seine Disqualifikation zur Folge hatte.IOC disqualifies four medallists from Athens 2004 following further analysis of stored samples, olympics.com/ioc/news, (englisch), 5. Dezember 2012, abgerufen am 20. Februar 2022 Damit rückten alle nach ihm platzierten Athleten um jeweils einen Rang nach vorne.
Benachteiligt wurden insbesondere die folgenden vier Athleten: Adam Nelson, USA – Er musste acht Jahre auf seine Anerkennung als Olympiasieger und die Überreichung der Goldmedaille warten. Manuel Martínez, Spanien – Er war nun Dritter, seine Medaille wurde ihm mit einer Verspätung von acht Jahren überreicht. Darüber hinaus konnte er nicht an der Siegerehrung teilnehmen. John Godina, USA – Ihm hätten im Finale auf Rang acht drei weitere Stöße zugestanden. Tepa Reinikainen, Finnland – Er wäre über seine Platzierung in der Qualifikation im Finale teilnahmeberechtigt gewesen.
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig Anmerkungen: Alle Zeitangaben sind auf Ortszeit Athen (UTC+2) bezogen. Alle Weiten sind in Metern (m) angegeben.
Qualifikation 18. August 2004, 10:00 Uhr
Für die Qualifikation wurden die Athleten in zwei Gruppen gelost. Sechs Teilnehmer (hellblau unterlegt) übertrafen die direkte Finalqualifikationsweite von 20,40 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmern nicht erreicht. So wurde das Finalfeld mit sechs weiteren Wettbewerbern (hellgrün unterlegt) aus beiden Gruppen nach den nächstbesten Weiten aufgefüllt. Für die Finalteilnahme waren schließlich 20,04 m zu stoßen.
Gruppe A
Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Adam Nelson x 21,15 – 21,15 2 Ralf Bartels 20,65 – – 20,65 3 Justin Anlezark 18,53 20,45 – 20,45 4 Andrej Michnewitsch 20,10 20,11 20,09 20,11 5 Petr Stehlík x 19,74 20,06 20,06 6 Rutger Smith 19,02 19,28 19,69 19,69 7 Gheorghe Gușet 19,42 19,26 19,68 19,68 8 Iwan Juschkow 19,15 19,42 19,67 19,67 9 Reese Hoffa 19,88 x 19,40 19,40 10 Pawel Tschumatschenko 19,17 19,38 x 19,38 11 Ion Emilianov 18,83 18,92 19,25 19,25 12 Taavi Peetre 19,14 18,97 x 19,14 13 Antonín Žalský 18,93 19,09 x 19,09 14 Nedžad Mulabegović x 18,86 19,07 19,07 15 Detlef Bock 18,40 18,89 x 18,89 16 Roman Wirastjuk 18,12 18,40 18,52 18,52 17 Galin Kostadinow 17,75 17,51 17,47 17,75 Marco Antonio Verni x x x ogV Bahadur Singh x x x DOP Jurij Bilonoh 20,61 – – 20,61 für das Finale zugelassen
Gruppe B mini|hochkant=1.3| Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite Anmerkung 1 Joachim Olsen 20,78 – – 20,78 2 John Godina 19,73 20,53 – 20,53 3 Manuel Martínez 19,15 19,54 20,37 20,37 4 Mikuláš Konopka 20,32 20,20 x 20,32 5 Juri Below x x 20,06 20,06 6 Miran Vodovnik 19,83 20,04 x 20,04 7 Tepa Reinikainen 18,27 19,71 19,74 19,74 eigentlich für das Finale qualifiziert 8 Pawel Lyschin x x 19,60 19,60 9 Tomasz Majewski 19,55 19,07 x 19,55 10 Ville Tiisanoja 19,28 19,50 x 19,50 11 Bradley Snyder 19,36 19,46 x 19,46 12 Janus Robberts 19,41 x x 19,41 13 Zsolt Biber 19,31 x x 19,46 14 Peter Sack 19,09 17,91 x 19,09 15 Khalid Habash al-Suwaidi x x 19,04 19,04 16 Pawel Sofjin 18,78 19,02 x 19,02 17 Dragan Perić 18,91 18,79 18,74 18,91 18 Burger Lambrechts 18,67 18,63 x 18,67 19 Edis Elkasević 17,54 18,44 x 18,44 Weitere in Qualifikationsgruppe B ausgeschiedene Kugelstoßer:
Finale mini|hochkant=2| 18. August 2004, 17:30 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat 1 Adam Nelson 21,16 x x x x x 21,16 2 Joachim Olsen 20,47 20,48 21,07 20,78 x x 21,07 3 Manuel Martínez 20,70 20,21 20,49 20,78 20,84 x 20,84 4 Andrej Michnewitsch 20,41 20,51 x x 20,60 x 20,60 5 Juri Below 20,34 20,33 x x x 19,88 20,34 6 Justin Anlezark 20,07 x 20,31 x x x 20,31 7 Ralf Bartels 20,26 x x 20,07 x 20,00 20,26 8 John Godina x x 20,19 eigentlich zu drei weiteren Stößen berechtigt 20,19 9 Mikuláš Konopka x 19,92 19,91 nicht im Finale derbesten acht Athleten 19,92 10 Miran Vodovnik 19,34 18,93 x 19,34 11 Petr Stehlík 18,72 x 19,21 19,21 DOP Jurij Bilonoh 21,15 21,15 21,07 x x 21,16 21,16 Für das Finale hatten sich zwölf Athleten qualifiziert, sechs von ihnen über die Qualifikationsweite, weitere sechs über ihre Platzierungen. Vertreten waren zwei US-Amerikaner und zwei Weißrussen sowie je ein Teilnehmer aus Australien, Dänemark, Deutschland, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und der Ukraine.
Zu den Favoriten für diesen Wettbewerb gehörten vor allem der amtierende Weltmeister Andrej Michnewitsch aus Weißrussland, der Weltmeister von 2001 John Godina aus den Vereinigten Staaten, sein Landsmann, der zweifache Vizeweltmeister Adam Nelson, sowie der ukrainische Europameister und WM-Dritte von 2003 Jurij Bilonoh, der allerdings im Dezember 2012 nachträglich des Dopingvergehens bei diesem Wettbewerb überführt und disqualifiziert wurde – siehe dazu Abschnitt "Doping" oben.
Es gab eine Reihe weiterer Athleten, die zu einem erweiterten Kreis von Anwärtern auf vordere Platzierungen zählten. Unter anderem waren dies der dänische Vizeeuropameister Joachim Olsen, der deutsche EM-Dritte und WM-Fünfte Ralf Bartels sowie der spanische WM-Vierte von 2001 Manuel Martínez.
Im Finale blieben nicht zum ersten Mal bei Olympischen Spielen die ganz großen Leistungen aus. Zunächst übernahm Nelson mit einem Stoß von 21,16 m die Führung. Hinter ihm lagen Bilonoh mit 21,15 m, Martínez mit 20,70 m und Olsen mit 20,47 m. In Durchgang zwei verbesserte Olsen sich um einen Zentimeter, fiel aber dennoch um einen Platz zurück, denn Michnewitsch schob sich mit seinen 20,51 m auf Rang vier vor. Bilonoh bestätigte seine 21,15 m aus Durchgang eins und blieb damit Zweiter. In Runde drei konterte der Däne. Mit 21,07 m zog er auch an Martínez vorbei und war jetzt Dritter. Der Spanier verbesserte sich in den nächsten beiden Runden bis auf 20,84 m, blieb damit aber weiterhin auf Platz vier. Michnewitsch kam mit seinen 20,60 m im fünften Versuch etwas näher heran. Er war damit immer noch Fünfter. Im letzten Durchgang gab es schließlich nur drei gültige Stöße. Zunächst war darunter auch der entscheidende Versuch für den Olympiasieg. Bilonoh verbesserte sich um einen Zentimeter auf 21,16 m und war damit bis zu seiner Disqualifikation im Jahr 2012 Spitzenreiter. Adam Nelson produzierte nach seinen 21,16 m in Durchgang eins seinen fünften ungültigen Stoß in Folge und fiel damit auf den Silberrang zurück, denn Bilonohs zweitbeste Weite, die jetzt bei Weitengleichheit mit Nelson über die Reihenfolge entschied, war besser als es bei Nelson der Fall war. Joachim Olsen gewann die Bronzemedaille, woraus später Silber wurde. Nur Nelson und Bilonoh übertrafen die 21-Meter-Marke. Manuel Martínez – hier zunächst noch Vierter – errang tatsächlich Bronze vor den beiden Weißrussen Andrej Michnewitsch und Juri Below. Es folgten der Australier Justin Anlezark und Ralf Bartels.
Videolinks Athens Olympics – Men's Shot Put Final part 1, youtube.com, abgerufen am 20. Februar 2022 Athens Olympics – Men's Shot Put Final part2, youtube.com, abgerufen am 20. Februar 2022
Weblinks Athletics. Official Report of the XXVIII Olympiad – 3 Results, Athletics, Resultate Leichtathletik, S. 199–204, digital.la84.org, englisch/französisch (PDF, 2219 KB), abgerufen am 20. Februar 2022 Athletics at the 2004 Summer Olympics, Shot Put, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 20. Februar 2022 Athens 2004, Athletics, shot put men Results, olympics.com, abgerufen am 20. Februar 2022 Athletics at the 2004 Athina Summer Games: Men's shot put, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 20. Februar 2022
Einzelnachweise
Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 2004 Kategorie:Sport (Archea Olymbia)