Oegeln ()Sophie Wauer: Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08664-1, S. 227. ist ein OrtsteilAuflistung als Ortsteil von Beeskow im Kommunalverzeichnis Brandenburg; abgerufen am 5. Mai 2026 der Stadt Beeskow im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg). Die ehemals selbstständige Gemeinde wurde zum 6. Dezember 1993 in die Stadt Beeskow eingemeindet.
Geographie Oegeln liegt knapp drei Kilometer Luftlinie von der Altstadt von Beeskow entfernt. Es ist über die Frankfurter Straße und anschließend auf der B 168, die westlich am Ortskern vorbei führt, rasch zu erreichen. Die B 168 endet – schon außerhalb der Gemarkung – an der B 87. Diese schneidet noch den nordwestlichen Teil der Gemarkung und überquert die Spree. Der Ortskern liegt auf etwa .
Die Gemarkung Oegeln grenzt im Norden an Ragow, im Osten, Süden und Westen an die Stadtmarkung von Beeskow. Im Westen bildet(e) die Spree die Grenze. Die Spree verlagerte ihr Bett jedoch nach Osten, sodass die derzeitige Westgrenze von einem Altarm der Spree gebildet wird. Auf der Gemarkung verbreitert sich die Spree seenartig zum Oegelnischen See. Die Südgrenze der Gemarkung verläuft entlang des früheren Oelse-Fließes, das jedoch heute gegenüber dem früheren Verlauf stark begradigt ist. Die gesamte Gemarkung ist sehr flach und steigt nur auf an; tiefster Punkt ist der mittlere Pegel der Spree bei etwa . Der größere Teil der Gemarkung wird landwirtschaftlich genutzt. Lediglich im Westen zieht sich ein breiterer Streifen Wald entlang dem rechten Ufer der Spree. Vom Ragower Hauptgraben, der nördlich der Gemarkung verläuft, zieht ein Graben durch den Ort hindurch zur Oelse. Nordöstlich des Ortskerns befindet sich nahe der Markungsgrenze ein kleiner Teich.
Geschichte Der Ort wird bereits 1287 erstmals als Oglow urkundlich genannt. 1344 heißt es Ogelyn, 1418 Ougelyn und 1481 Ewgelyn. Der Name wird von einer altsorbischen Grundform *Uglina, Ort, wo Holzkohle gebrannt wird bzw. Kohlenmeiler stehen, abgeleitet. Nach seiner Ortsstruktur war Oegeln ein Sackgassendorf mit Gut. mini|Oegeln auf dem Urmesstischblatt 3851 von 1846
Besitzgeschichte Die Besitzverhältnisse von Oegeln sind bis ins Spätmittelalter hinein nur in Einzeldaten bekannt. 1287 besaßen die Nonnen des Benediktinerinnenkloster Spandau zwei Hufen auf der Feldmark von Oegeln. Was aus diesem Besitz wurde, ließ sich mangels Urkunden nicht ermitteln. Zumindest ab dem 14. Jahrhundert ist die Zugehörigkeit zur Herrschaft Beeskow dokumentiert. Nach Töpler gehörte der Gebietsstreifen zwischen Spree und Oder bis etwa auf die Höhe von Neuzelle ursprünglich zum Land Lebus. Er wurde erst gegen 1230 an die Mark Lausitz abgetreten. Davon zeugen noch alte Grenzbeschreibungen des Bistums Lebus und die Zugehörigkeit von Merz, Ragow und Oegeln zum Bistum Lebus.
1313 hatte die Stadt Beeskow einen Streit mit Caspar von Köckeritz auf Oegeln, den Ulrich von Bieberstein schließlich entschied.
1344 bestätigte der brandenburgische Markgraf Ludwig die Grenzen der Stadt Beeskow. In diesem Zusammenhang wird auch Oegeln (Ogelyn) und das Oelse-Fließ (daz vliesz zer Olsen) erwähnt. Ein Ortsbesitzer ist nicht genannt. Erst 1418 erscheint mit he(y)ntze beynewitz zcu ougelin gesessin ein weiterer Ortsbesitzer. Heintze Bennewitz war ein Gefolgsmann von Hans von Bieberstein, dem Besitzer der Herrschaft Beeskow. Damit ist auch erstmals ein Rittersitz in Oegeln belegt.
1438 übereignete der brandenburgische Markgraf Friedrich der Jüngere dem Karthäuserkloster in Frankfurt (Oder) Zinsen in Oegeln.
Nach der Übersicht über die Bestände des Brandenburgischen Landeshauptarchivs sollen Ragow und Oegeln seit 1461 und bis 1577 der Familie von Streumen gehört haben. Dies ist sicher unzutreffend wie die folgenden Belehnungen von 1481 und 1490 zeigen. Die Rittergüter von Ragow und Oegeln wurden erst später miteinander verbunden.
Am 19. März 1481 erhielten Matthias und Jakob von Hake von Hans V. von Bieberstein den Lehnbrief über das Dorf Oegeln mit Zubehör. 1481 erlaubte Hans von Bieberstein dem Matthias/Thews Hacke auf dem Kietz bei Beeskow und zu Oegeln gesessen die Aufnahme eines Darlehens von den Schützen in Beeskow. Vermutlich ist Matthias/Thews Hacke um/vor 1490 verstorben, denn am 28. Februar 1490 erhielten ein Hans Haken, wahrscheinlich der Sohn des Matthias Haken, und Jacob Haken einen neuen Lehnbrief über Oegeln mit Zubehör.
Um die Mitte des 16. Jahrhunderts gehörte zumindest ein Teil der Zehnten von Oegeln dem Lebuser Domkapitel. Der Domherr Martin Schulz (Martini Schulteti) besaß in Oegeln die Zehnten von 12 Hufen. Wahrscheinlich war dies sogar der gesamte Zehnt, denn um 1600 werden insgesamt nur 11 Hufen erwähnt.
Nach dem Erbregister der Herrschaft Beeskow von 1514 musste der Richter von Oegeln jährlich einen Honigzins von zwei grosz maasz an die Herrschaft in Beeskow liefern.
1518 besaß ein (von) Hacke auf Oegeln einen Dreihufenhof in Glienicke, der von Valtinn Weymann bebaut wurde. Dieser (von) Hacke ist nur deshalb im Erbregister der Herrschaft Storkow erwähnt, weil der Bauer Valtinn Weymann noch mithaber (Miethafer) in Höhe von 8 Scheffeln an die Herrschaft in Storkow liefern musste. Der oder die namentlich nicht genannte(n) Besitzer der Rittergüter Ragow und Oegeln musste(n) 1518 mit 1½ Pferden der Herrschaft dienen (im Kriegsfalle Pferde stellen).
1508 waren Heinrich von Strümens Witwe und Valentin von Strümen im Besitz von Ragow mit dem Rittersitz und der Mixdorfer Mühle (heute Ragower Mühle). 1521 hatte Valte Strewme (Streumen) seinen Rittersitz auf Ragow. Er war der Sohn des Heinrich von Streumen, der 1508 schon verstorben war. Die Familie von Streumen war seit 1461 im Besitz von Ragow. Er könnte schon damals auch im Besitz von Oegeln gewesen sein oder hat Oegeln in den Folgejahren hinzu erworben. Vor/um 1542 war jedenfalls sein mutmaßlicher Sohn Heinrich von Streumen Besitzer von Ragow und Oegeln.
Die Angabe von Wohlbrück, dass 1521 und 1548 Oegeln der Familie von Maltitz gehört haben soll, konnte anhand von Urkunden nicht verifiziert werden.
1542 verkauften Joachim, Melchior und Leonhardt die Langen ihre vom Vater Georg ererbten Güter, die Dörfer Pretschen und Wittmannsdorf an Friedrich den Jüngeren von Streumen zu Trebatsch; mitbelehnt war sein Bruder Heinrich von Streumen auf Ragow und Oegeln. Heinrich von Streumen verstarb um/vor 1553 und hinterließ zwei unmündige Söhne Friedrich und Heinrich sowie vier unverheiratete Töchter Interimsweise erhielt sein Bruder Friedrich von Streumen auf Trebatsch am 22. März 1553 (Mittwoch nach Judica) die beiden Dörfer Ragow und Oegeln für sechs Jahre vom Bischof von Lebus Johann VIII. 1565 musste der Besitzer von Ragow und Oegeln 1½ Ritterpferde stellen. Nach dem Historischen Ortslexikon sollen die von Streumen Oegeln bis 1577 besessen haben.
1577 kam es zu einem Prozess zwischen einem von Rohr auf Ragow, Merz und Oegeln und dem Rat der Stadt Beeskow. Sehr wahrscheinlich handelte es sich um Georg von Rohr, der sich um diese Zeit in Oegeln und Ragow ansässig gemacht hatte. 1579 verkaufte Hans von Streumen Ragow und Oegeln endgültig an Georg von Rohr. Der Kaufpreis soll 14.300 Taler betragen haben. 1583 musste Georg von Rohr als Besitzer von Ragow ein Ritterpferd stellen. Er erhielt dazu von Abraham von Kracht von Klein Rietz ein halbes Pferd, was natürlich nur eine Rechnungseinheit war. Nach dem Urteil der Musterungskommission war Georg von Rohr mit allem wol staffirt gewesen.
1623 hatte die Stadt Beeskow Grenzstreitigkeiten mit den Brüdern Hans Adam, Caspar Ernst und Emmrich (recte Ehrenreich) von Rohr auf Oegeln, die Nicolaus von Maltitz auf Giesensdorf schlichtete. Die drei Brüder waren die Söhne des Kersten von Rohr und der Eva von Holzendorf. Von 1622 bis 1626 verwalteten Georg und Kersten von Rohr gemeinsam die beiden Rittergüter Oegeln und Ragow, die anderen Brüder waren in Kriegsdiensten. 1626 teilten schließlich die sieben Söhne des Kersten von Rohr das Erbe ihres Vaters auf. Der Vater hatte sieben Lose gebildet, die unter den Söhnen verteilt wurden. Vier der Lose bestanden aus Rittersitzen oder Immobilien, drei Lose nur aus Geld. Die vier Söhne, die eines der Lose mit Immobilien bekamen, mussten die anderen drei Söhne mit Geld abfinden, sodass jeder der sieben Söhne Immobilien oder Geld in Höhe von 3.500 Talern erhielt. 1. Los: das halbe Dorf Ragow mit dem Rittersitz und die Hälfte aller Nutzungen und Rechte, vier Zweihufenbauern, vier Einhufenbauern und sechs Kossäten. Wert: 10.000 Taler. Dieses Los fiel dem Sohn Kersten von Rohr (um 1595–1637) zu. 2. Los: die andere Hälfte von Ragow mit einem Platz zum Bau eines neuen Rittersitzes, die Hälfte aller Nutzungen und Rechte, vier Zweihufenbauern, vier Einhufenbauern und sechs Kossäten. Wert: 8.000 Taler. Dieses Los fiel dem Hans Adam von Rohr (1594–1661) zu. Er soll seinen Anteil an die Brüder Georg und Kersten verkauft haben. Der Bau des neuen Rittersitzes verzögerte sich, auch infolge des Dreißigjährigen Krieges. 1661 war dieser noch nicht erbaut, erst 1672 war ein bescheidenes Fachwerkhaus, und noch nicht ganz fertig, entstanden. 3. Los: das Dorf Oegeln mit Rittersitz und Zubehör. Wert: 6.000 Taler. Dieses Los übernahm Georg von Rohr 4. Los: das Freihaus in Beeskow. Wert: 500 Taler. Das Beeskower Freihaus fiel an Wulf von Rohr. 5.–7. Los: 3.500 Taler in bar. Caspar Ernst, Ehrenreich und Otto wurden (zunächst) mit Geld abgefunden.
Nach der Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges war Kersten der Jüngere von Rohr mit seiner Familie an der Pest gestorben. Georg und Wulff (aus erster Ehe des Kersten des Älteren) und Otto (aus zweiter Ehe des Kersten des Älteren) waren ebenfalls verstorben, sodass 1641 eine erneute Erbteilung stattfand. In der (Gesamt-)Belehnung von 1644 sind neben den drei überlebenden Brüdern (Hans Adam, Caspar Ernst und Ehrenreich), die Söhne des Georg, Christian Ewald und Georg Ernst sowie ein Sohn des Wulf, Wolf Joachim genannt. Danach erhielten: Hans Adam: Ragow A Caspar Ernst: Ragow B Ehrenreich: Oegeln
Die drei noch unmündigen Söhne der verstorbenen Brüder wurden mit Geld abgefunden. Die Söhne des Georg machten sich 1672 und 1676 in Wilmersdorf ansässig.
Ehrenreich von Rohr (1619–1676), der 1641 Oegeln erhalten hatte, war mit Catharina Maria von Rohr verheiratet, der Tochter des Caspar von Rohr von Leddin und einer NN von Gühlen adH Barsikow. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, die Töchter Gottliebe Tugendreich (um 1663–1691) und Catharina Maria (um 1665–1730) sowie den Sohn Christian Caspar (um 1665–1713). Die Tochter Catharina Maria, heiratete am 17. April 1689 Kerstin von Rohr (1645–1730), den Sohn des Hans Adam von Rohr und der Ursula Catharina von Zabeltitz. Der Landreiterbericht von 1652 nennt ihn als alleinigen Besitzer von Oegeln.
Erbe von Oegeln war der Sohn Christian Caspar, der 1686 mit Dorothea von der Hagen verheiratet war. Er hatte neun Töchter, sodass nach seinem Tod 1713 Oegeln in einem 1715 geschlossenen Vergleich an den 70-jährigen Kersten von Rohr (1645–1750) ging. Er hatte seinen Rittersitz Ragow A schon 1714 an seinen Neffen Adam Ehrenreich, den Sohn seines Bruders Wolf Ehrenreich von Rohr verkauft. Aus der Ehe von Adam Ehrenreich mit Catharina Maria von Rohr (* 1661, 11. April 1730 Tochter des Ehrenreich von Rohr und der Catharina Maria von Rohr von Leddin) gingen fünf Kinder hervor, darunter auch der königlich-preußische Generalmajor Kaspar Friedrich von Rohr (* 19. Juni 1702; † 12. Dezember 1757). Die vier älteren Kinder waren: Hans Ehrenreich (* 26. Januar 1690), Wulf Ernst (* 3. Januar 1691), Adam Christian (* 6. Mai 1693) und Catharina Sophie (* 27. Dezember 1695).