Die Lokomotiven der Kriegskategorie k.u.k. HB VI waren Heißdampf-Mallet-Schlepptenderlokomotiven in Bosnischer Spurweite mit der Achsfolge (1’C)C, die 1918 von Henschel & Sohn gebaut wurden. Sie waren für die k.u.k. Heeresbahn in Serbien vorgesehen, wurden aber zum Großteil erst nach dem Ersten Weltkrieg ausgeliefert.

1922 baute Henschel weitere 30 Maschinen als Reparationslieferung. Die Eisenbahnen des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen bezeichneten die insgesamt 49 Lokomotiven dann als SHS VIc7, die Jugoslawischen Staatsbahnen ab 1933 als JDŽ 92.

Geschichte mini|Reparationslokomotive VIc7 14331|links mini|JŽ 92-043 im Museum Požega|links mini|Hoch- und Nieder­druck­triebwerk der Mallet-Loko­mo­tive|links 1917 bestellte die deutsche Verkehrstechnische Prüfungskommission der Versuchsabteilung des Militär-Verkehrswesens bei Henschel & Sohn in Kassel 50 neu entwickelte Mallet-Schlepptenderlokomotiven mit Schmidt-Überhitzer, wobei 20 Exemplare für den Einsatz in Serbien vorgesehen waren. Da die Konstruktion und Fertigung der neuen, aus den Mallet-Tenderlokomotiven SDŽ 501 bis 505 weiterentwickelten Type einige Zeit in Anspruch nahm, wurden bis zum Kriegsende – je nach Quelle – nur eine oder zwei Maschinen nach Serbien geliefert und auf der Schmalspurbahn Paraćin–Zaječar eingesetzt.

Nach Kriegsende wurden weitere Maschinen übernommen, so dass insgesamt 19 dieser Heißdampflokomotiven in den Bestand der Eisenbahnen des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS) kamen. Eine Lokomotive der ursprünglich 20 geplanten wurde entweder bis 1922 bereits ausgemustert oder hatte Serbien gar nicht erreicht, das erste Baulos erhielt dementsprechend die Nummern 14301 bis 14319. Eine zweite Serie von 30 Maschinen folgte 1922 ebenfalls von Henschel als Reparationslieferung. Sie wurden zusammen mit anderen Mallet-Lokomotiven gemäß dem weiterhin verwendeten Bezeichnungsschema der BHStB als SHS VIc7 bezeichnet.

Zum Einsatz kamen sie hauptsächlich auf den steigungs- und krümmungsreichen serbischen Strecken Paraćin–Zaječar, der anfänglich privaten Strecke Metovnica–Bor sowie auf der Schmalspurbahn Mladenovac–Lajkovac, wo ein starker Kohle- und Erzverkehr zu bewältigen war. Anfangs fuhren sie auch über den Sattel zwischen Lajkovac und Čačak, ab 1929 dann fast nur mehr nach Mladenovac. Dort wurden sie Anfang der 1960er-Jahre von Lokomotiven der Reihe 83 abgelöst, obwohl diese für die Kurvenradien von nur 75 m nicht wirklich geeignet waren. Durch die Eröffnung des Abschnitts nach Vreoci der Bahnstrecke Belgrad–Bar im Jahr 1958 hatte der Güter- und Kohleverkehr aber entsprechend nachgelassen und die zwölf noch vorhandenen Lokomotiven der Reihe wurden von Lajkovac zur Schmalspurbahn Paraćin–Zaječar umstationiert.

Nach der Eröffnung der Passstrecke zwischen Užice und Vardište als Verbindung zur Bosnischen Ostbahn im Jahr 1925 kamen sie auch auf den dortigen langen Steigungsstrecken zum Einsatz. Später gab es auch fallweise Einsätze auf der Schmalspurbahn Split–Sinj und auf der Steinbeisbahn, wirklich heimisch wurden sie dort aber nicht. Außerdem waren in den 1940er-Jahren drei Lokomotiven an die bulgarische Rhodopenbahn vermietet, bis sie durch das zweite Baulos der BDŽ-Serie 60076 abgelöst werden konnten.

Die Jugoslawischen Staatsbahnen bezeichneten die Lokomotiven ab 1933 als JDŽ 92. Sie bewährten sich deutlich besser als ihre Vorgängerinnen SDŽ 501 bis 505 (JDŽ 91) und die Mallet-Lokomotiven SDŽ 551 bis 560 (JDŽ 93) der American Locomotive Company (ALCo). Die letzten Exemplare standen noch im März 1970 um Paraćin und Zaječar im Betrieb. Als einzige blieb die JŽ 92-043 erhalten, sie steht im Eisenbahnmuseum in Požega.

Lokomotivliste Die Zuordnung der Fabriksnummern (15581–15600) der ersten Lieferung zur Loknummer ist nur teilweise durch Sichtung bekannt. Außerdem fehlte eine Lokomotive von den geplanten 20, weshalb von den SHS nur die Nummern 14301 bis 14319 vergeben wurden. Weiters ist nicht bekannt, ob die Loks noch eine Nummer der Heeresbahn erhalten hatten.

Erhaltene Lokomotiven sind hervorgehoben.

Hersteller Fabriks-Nummer Baujahr kukHB-Nr. SHS-Nr.bis 1933 JDŽ-Nr.ab 1933 VerbleibHenschel1918?VIc7 1430192-001VIc7 1430292-002VIc7 1430392-003VIc7 1430492-004VIc7 1430592-005VIc7 1430692-006VIc7 1430792-007VIc7 1430892-008VIc7 1430992-00915590VIc7 1431092-01015596VIc7 1431192-01115592VIc7 1431292-01215597VIc7 1431392-01315586VIc7 1431492-01415595VIc7 1431592-015VIc7 1431692-01615581VIc7 1431792-017VIc7 1431892-018VIc7 1431992-019194581922VIc7 1432092-02019459VIc7 1432192-02119460VIc7 1432292-02219461VIc7 1432392-02319462VIc7 1432492-02419463VIc7 1432592-02519464VIc7 1432692-02619465VIc7 1432792-02719466VIc7 1432892-02819467VIc7 1432992-02919468VIc7 1433092-03019469VIc7 1433192-03119470VIc7 1433292-03219471VIc7 1433392-03319472VIc7 1433492-03419473VIc7 1433592-03519474VIc7 1433692-03619475VIc7 1433792-03719476VIc7 1433892-03819477VIc7 1433992-03919478VIc7 1434092-04019479VIc7 1434192-04119480VIc7 1434292-04219481VIc7 1434392-043Eisenbahnmuseum Požega19482VIc7 1434492-04419483VIc7 1434592-04519484VIc7 1434692-04619485VIc7 1434792-04719486VIc7 1434892-04819487VIc7 1434992-049

+BahngesellschaftZeitraumSHSŽeleznice Kraljevine Srba, Hrvata i Slovenaca1919 bis 1929JDŽJugoslovenske Državne Železnice1929 bis 1954JŽJugoslovenske Železnice1954 bis 1991Die Umzeichnung von SHS auf JDŽ fand erst 1933 statt.

Siehe auch Liste in Serbien vorhandener Dampflokomotiven Standort der Denkmallokomotive

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

HB VI Kategorie:Dampflokomotive Bauart Mallet Kategorie:Dampflokomotive Achsfolge 1CC Kategorie:Schienenfahrzeug (Henschel)