Frauenneuharting ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Ebersberg.
Geografie Lage Frauenneuharting liegt in der Region München im Alpenvorland rund sieben Kilometer östlich von Grafing, 19 km südwestlich von Wasserburg, 28 km nördlich von Rosenheim und elf Kilometer von der Kreisstadt Ebersberg entfernt.
Gemeindegliederung
Es gibt 42 Gemeindeteile:
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Um das Jahr 1000 wurde die Kirche in Frauenneuharting geweiht. Die Katholische Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in Frauenneuharting ist im Kern spätgotisch, der barocke Ausbau erfolgte 1632.
Frauenneuharting gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Schwaben des Kurfürstentums Bayern und war Sitz einer Hauptmannschaft. Die Herren von Pienzenau waren von 1381 bis 1800 als Hofmarksherren mit Jakobneuharting, dem früheren Neuharting, und den umliegenden Ortschaften verbunden.
Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
20. und 21. Jahrhundert Am 29. Dezember 1944 wurden bei einem Bombenangriff der USAAF eine Flüchtlingsbaracke getroffen. Dabei kamen fünf Mitglieder einer evakuierten Münchner Familie ums Leben. Der Angriff galt vermutlich einer Messstation des „Amtes für Wellenausbreitung“ in München – einer Außenstelle der Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost, die 1942 bei Jakobneuharting eingerichtet wurde. Die Anlage selber wurde nicht getroffen. Zweck der Anlage war die Erforschung der Bodenwellenausbreitung CIOS XXXI-I "Establishments of the Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost", Combined Intelligence Objectives Sub-comittee, benannt wurde die Anlage als „Station Grafing“.PDF "Zur Geschichte der Geophysik", 2008
Durch Bescheid des Landratsamts Ebersberg vom 20. Mai 2013 wurden die Namen zweier Gemeindeteile geändert, „Eschenlohe“ wurde zu „Eschenloh“ und „Lochen“ zu „Lohen“. Sie erhielten damit wieder ihre historischen Namen.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1150 auf 1571 um 421 Einwohner bzw. um 36,6 %. Jahr Einwohner 1970 1079 1987 1115 1991 1221 1995 1284 2000 1314 2005 1438 2010 1475 2015 1517 2024 1543
Politik Der Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Aßling.
Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2020 führte zu folgenden Stimmenanteilen und Sitzen:
+Partei/ListeSitzeCSU7Wählergemeinschaft Frauenneuharting (WGF)5
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Eduard Koch (Wählergemeinschaft Frauenneuharting). Er ist seit 1. Mai 2014 im Amt und Nachfolger von Josef Singer (Liste 2).
Wappen
mini|Blick auf Frauenneuharting mit kath. Pfarrkirche Mariä Heimsuchung
Sehenswürdigkeiten Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in Frauenneuharting Ehemaliger Pfarrhof, jetzt Pfarramt in Frauenneuharting Mesneranwesen in Frauenneuharting Ehemaliges Wasserschloss Eichbichl Filialkirche St. Jakobus in Jakobneuharting Filialkirche St. Petrus in Lauterbach Diverse Dorfkapellen und Bauernhöfe
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab im Jahr 2020 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 125, in der Land- und Forstwirtschaft neun und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 37 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 700. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Im Jahr 2016 bestanden zudem 64 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1746 ha, davon waren 656 ha Ackerfläche und 1089 ha Dauergrünfläche.
Verkehr Frauenneuharting liegt an der Kreisstraße EBE 20, über die u. a. Steinhöring und Aßling zu erreichen sind. Zur A 94 (Anschlussstelle Forstinning) sind es rund 23 km sowie zur A 99 (Anschlussstelle Haar) 29 km. Die Bundesstraße 304, die von München nach Freilassing an der Landesgrenze zu Österreich verläuft, ist etwa fünf Kilometer von Tulling entfernt.
Die nächstgelegenen Bahnstationen sind Tulling und Steinhöring an der Bahnstrecke Grafing–Wasserburg (fünf bzw. sieben Kilometer entfernt), Grafing Stadt mit Anschluss zur S-Bahn und Aßling an der Bahnstrecke München–Rosenheim (jeweils sieben Kilometer entfernt). mini|MVV-Rufbus Die MVV-Regionalbuslinie 444 verbindet Frauenneuharting und die Gemeindeteile Aichat, Gersdorf, Haging, Haus, Hungerberg, Jakobneuharting und Tegernau untereinander und mit den Bahnstationen Aßling, Grafing Stadt und Grafing Bahnhof. Darüber hinaus stellt die seit 15. Dezember 2014 verkehrende MVV-Rufbuslinie 443 Busverbindungen zwischen Frauenneuharting und den Bahnhöfen Tulling und Steinhöring her, wo Umsteigemöglichkeiten zur Bahnstrecke Grafing–Wasserburg bestehen. Zudem werden durch die MVV-Rufbuslinie 443 erstmals die Gemeindeteile Baumberg und Lauterbach an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden.
Bildung Im Jahr 1999 gab es folgende Einrichtungen: Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 51 Kindern Volksschulen: eine mit zehn Lehrern und 165 Schülern
Weblinks
Gemeinde Frauenneuharting
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Ebersberg Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)