Granges-d’Ans (; ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda (bis 2017 Périgueux) und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Bewohner werden Grangeois und Grangeoises genannt.
Geografie
Granges-d’Ans liegt etwa 32 Kilometer ostnordöstlich von Périgueux, etwa 33 Kilometer westnordwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 37 Kilometer nordnordwestlich von Sarlat-la-Canéda im Nordosten des Départements. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Périgord central, im touristisch benannten Landesteil Périgord noir. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird vom zeitweise trockenfallenden Flüsschen Soue und von verschiedenen kleineren Wasserläufen entwässert.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Granges-d’Ans liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteine, teils aus dem Känozoikum, teils aus dem Mesozoikum und Paläozoikum sowie aus metamorphen Gesteinen.
Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige und im Norden bewaldete Landschaft, deren Erhebungen nach Südosten hin mit Höhen über zunehmen. So liegt der topografisch höchste Punkt mit in diesem Bereich unmittelbar an der Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Rabier. Der tiefste Punkt liegt mit im Westen beim Austritt der Soue aus dem Gemeindegebiet. Das Dorfzentrum liegt im oberen Tal der Soue auf etwa .
Rund 83 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen genutzt, rund 17 % sind bewaldet.
Granges-d’Ans ist von folgenden fünf Gemeinden umgeben:
Natürliche Risiken mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Granges-d’Ans Naturrisiken manifestieren sich in Granges-d’Ans neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Dürren Waldbrände Bodensetzungen
Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten sowie eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 40 % des Gemeindegebiets von Granges-d’Ans, vor allem im südlichen Teil, von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1992 und 1997 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Etymologie und Geschichte Im Jahre 1025 ist die Existenz eines Priorats der Benediktiner belegt, das zur Abtei von Tourtoirac gehörte. Der Name des Dorfes erschien damals in Ecclesia in honore Sancti Martini quae voc A Grangias (). Dieser Name ist zu Beginn des 12. Jahrhunderts erneut in den Schriften zu finden (1120), dann in einem Kirchenregister des 13. Jahrhunderts, diesmal in der Schreibweise Granias. Ein Jahrhundert später ist er nochmals mit der Kirche verbunden in Ecclesia de Grangiis aus dem Jahr 1382. Granges ist eine Französisierung des okzitanischen granja (). Das Wort kommt aus dem vulgärlateinischen °granica, abgeleitet von granus aus dem klassischen Latein. Daraus ergab sich das französische grain und das okzitanische gran ().
Der Namenszusatz Ans erschien erstmals im 13. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Capella d’Ans (1243). Ans ist der Name einer Kastellanei, die sich noch im 14. Jahrhundert über 18 Pfarrgemeinden erstreckte und die die bedeutendste der Vizegrafschaft Limoges war. Der Name stammt wahrscheinlich von einem gallorömischen Personennamen, Antius, der ursprünglich eine Person aus Anzio, (), einer Stadt in der italienischen Region Latium, bezeichnete.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 31, 169–170
Die Kastellanei Ans war im 15. Jahrhundert eine Justizherrschaft, deren Burg sich in La Boissière-d’Ans befand. Es war der Sitz der politischen und militärischen Autorität und die Residenz des Kastellans.
Wie die bei archäologischen Ausgrabungen entdeckten Spuren der alten Römerstraße belegen, war das Landgut Granges-d’Ans bereits in römischer Zeit bewohnt. Die eigentliche Dorfentwicklung vollzog sich jedoch erst im Mittelalter mit der Gründung der Pfarrei, welche mit der Siedlung der Kastellanei Ans verbunden, zu der das Landgut fortan gehörte.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Martin Schloss Redon aus dem 19. Jahrhundert, erbaut auf den Fundamenten eines Adelssitzes aus dem 15. Jahrhundert, wird heute vorwiegend als Hochzeitslocation genutzt Herrenhaus Bazac aus dem 18. Jahrhundert
Die Geschichte des Ortes spiegelt sich in seiner Architektur wider. Man findet dort historische Herrenhäuser, Gebäude mit gotischen Toren, Fenster mit Steinkreuzen und alte Sonnenuhren an den Torbögen. Die Gemeinde ist geprägt von ihrer Nähe zu den Schieferbrüchen der Corrèze, was man an den typischen Dächern sieht, die braune Ziegel mit Schiefer kombinieren. Zudem zeugen zahlreiche Waschhäuser und Brunnen vom ländlichen Alltagsleben vergangener Jahrhunderte.
Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 44 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Granges-d’Ans erwerbstätig, entsprechend 76,3 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (73,3 %) niedriger war als bei den Frauen (79,3 %).
Landwirtschaft Granges-d’Ans liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 35 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 31 im Jahr 2000, auf 21 im Jahr 2010 und auf 12 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 65,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 889 Hektar im Jahre 1988 leicht auf 430 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 25,4 Hektar auf 35,9 Hektar.
Verkehr Die zur Departementsstraße D 704 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 704, die von Limoges nach Sarlat-la-Canéda führt, verläuft entlang der östlichen Gemeindegrenze. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Granges-d’Ans mit den Weilern der Gemeinde und Nachbargemeinden.
Gemeindepartnerschaft Mit der belgischen Gemeinde Ans in der Provinz Lüttich besteht seit 1999 eine Gemeindepartnerschaft.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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