Florimont-Gaumier (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes de Domme Villefranche-du-Périgord. Die Einwohner werden Florimontois und Florimontoises genannt.
Geografie
Florimont-Gaumier liegt etwa 68 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 21 Kilometer südlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 32 Kilometer nordnordwestlich von Cahors an der Grenze zum benachbarten Département Lot und damit zum Quercy. Die Gemeinde befindet sich in der Région naturelle des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Das Gemeindegebiet erstreckt sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Céou, der es im Nordosten begrenzt, und von einem kleineren Zufluss.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Florimont-Gaumier liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum stammen, sowie Sedimentgesteinen aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine teilweise bewaldete Hügellandschaft auf, die durch das breite Tal des Céou begrenzt wird, und deren Erhebungen nach Südwesten hin an Höhen zunehmen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich im Westen mit Höhe. Der tiefste Punkt befindet sich im Norden mit Höhe beim Austritt des Céou aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum der Gemeinde befindet sich im Dorf Florimont und liegt auf einem Hügel erhöht auf etwa .
Rund 51 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 49 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen genutzt.
Florimont-Gaumier ist von folgenden fünf Gemeinden umgeben:
Natürliche Risiken mini|Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Florimont-Gaumier Naturrisiken manifestieren sich in Florimont-Gaumier neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang des Céou Dürren Waldbrände Bodensetzungen.
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1996 und 1999 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugenden Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Wie die Risikokarte zeigt, ist ein großer Teil des Gemeindegebiets von einer mittleren Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 2011 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Etymologie und Geschichte Die im Jahre 1827 vereinigten Dörfer Florimont und Gaumier existierten bereits in der römischen Zeit. Ihre Namen sind jedoch erst am Ende des 13. Jahrhunderts in den latinisierten Formen Floridus Mons und Gaumierium belegt. Zwei Jahrhunderte später (1489) erschien Florimon und Gaumiers in den Schriften, danach im 16. Jahrhundert in der Variante Gaumyers.
Florimont könnte auf einen gallorömischen Personennamen Florinus zurückgehen, ergänzt um montem, dem Akkusativ des lateinischen mons (im Okzitanischen mont, ). Florinus kommt von Florus, einem Männernamen im antiken Rom, jedoch erscheint die Reihenfolge „Personenname + mont“ vor allem bei den Ortsnamen germanischen Ursprungs. Aus diesem Grund hat Florimont als Ausgangspunkt eher einen Personennamen germanischen Ursprungs, °Flormund, fundus. Ebenso kommt Gaumier von einem Personennamen germanischen Ursprungs, Waldomarus.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 159–160
Vom Mittelalter an entwickelten sich die beiden Pfarrgemeinden um ihre Kirchen: Saint-Blaise in Florimont und Saint-Pierre ès Liens in Gaumier. Zwei Schlösser wurden beidseits des Flusses Céou errichtet: das Schloss Péchimbert mit seinen roten Farbtönen gegenüber dem schlichten, weißen Schloss Repaire.
Die Geschichte des Ortes ist eng mit dem Weinbau verbunden, der bis zum Auftreten der Reblausplage in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts betrieben wurde.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Blaise in Florimont aus dem 12. Jahrhundert, seit 1977 als Monument historique eingeschrieben Kirche Saint-Pierre-ès-Liens in Gaumier aus dem 12. Jahrhundert, seit 1974 als Monument historique eingeschrieben
Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 62 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Florimont-Gaumier erwerbstätig, entsprechend 72,2 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (75,5 %) höher war als bei den Frauen (68,3 %).
Branchen und Betriebe 21 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Florimont-Gaumier wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt21Fertigung, Bergbau und andere Industrien14,8 %Baugewerbe314,3 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie733,3 %Information und Kommunikation29,5 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten523,8 %Andere Dienstleistungen314,3 %
Landwirtschaft Florimont-Gaumier liegt in den Zonen mit geschützter Ursprungsbezeichnung (AOP) der Walnüsse des Périgord, und des Nussöls des Périgord.
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 23 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 12 im Jahr 2000, stieg auf 19 im Jahr 2010 und fiel auf 10 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 56,5 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 390 Hektar im Jahre 1988 auf 162 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb sank von 17 Hektar auf 16,2 Hektar.
Verkehr Florimont-Gaumier liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum in Florimont mit den Weilern der Gemeinde und mit den Nachbargemeinden.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Ehemaliger Weinbauort in Frankreich Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert