Oberreichenbach (fränkisch: RaichabaE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 60. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „ráiχɒbɒ“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Kammerstein im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Oberreichenbach liegt in der Gemarkung Unterreichenbach.

Geografie Durch das Dorf fließt die Volkach, ein rechter Zufluss der Schwabach. Beim Ort entspringen die nach den Ansbacher Markgrafen benannten Alexander- und Friedrichsquelle, die über die Schwabacher Wasserleitung von 1715 bis 1869 in Schwabach den Schönen Brunnen und den Pferdebrunnen speisten.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach (1862–1962), S. 604 f. Im Süden liegen die Flurgebiete „Im Irrlbach“ und „Am Kammersteiner Weg“. Im Osten grenzt das Waldgebiet „Berghol“ an, 0,5 km nordwestlich liegt das „Kastenholz“.

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Volkersgau (2,2 km südwestlich) bzw. nach Unterreichenbach zur Staatsstraße 2239 (1,7 km nordöstlich). Weitere Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Schattenhof (2,2 km südlich) und nach Gustenfelden zur Staatsstraße 2239 (1 km nördlich).

Geschichte Der Ort lag verkehrsgünstig an einer Altstraße aus der Zeit der Karolinger, die von Fürth nach Weißenburg führte, und an einer Hochstraße von Schwabach nach Ansbach.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach (1862–1962), S. 602.F. Eigler: Schwabach, S. 57. 1313 wurde der Ort im Lehensverzeichnis des Ramung IV. von Kammerstein als „Obern Reichenbach“ erstmals urkundlich erwähnt.F. Eigler: Schwabach, S. 238 f. Der Ort ist eine Ausgründung vom älteren Unterreichenbach.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach (1862–1962), S. 602. Der Ortsname leitet sich von einem Gewässernamen ab, der starker Bach bedeutet (heute wird dieser Bach Volkach genannt).W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach (1862–1962), S. 431.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 60 f. Die Burggrafschaft Nürnberg hatte im Ort Ansprüche und in deren Nachfolge die Markgrafschaft Ansbach. Im markgräflichen Salbuch von 1434 wurden für „Obernreichenbach“ zwei Höfe angegeben. Daneben waren Fremdherren mit fünf Gütern und einem Seldengut begütert. Im Salbuch von 1530 wurden die fremdherrischen Güter näher bezeichnet: eines unterstand einem W. Linck aus Schwabach, eines dem Spital Schwabach, drei waren nürnbergisch. 1732 gab es laut den Oberamtsbeschreibungen von Johann Georg Vetter in Oberreichenbach 7 Anwesen, von denen 2 Anwesen dem Kastenamt Schwabach unterstanden, ein Anwesen unterstand dem Spital Schwabach, eines dem Amt St. Katharina der Reichsstadt Nürnberg und drei Nürnberger Eigenherrn (von Nützel, von Pfinzing und Rieter von Kornburg je eines).

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Oberreichenbach 9 Anwesen und 1 Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Schwabach. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Kastenamt Schwabach: 2 Halbhöfe, 2 Leerhäuser; Spital Schwabach: 1 Ganzhof), die Reichsstadt Nürnberg (Amt St. Katharina: 1 Ganzhof; Rieter’sche Stiftungsverwaltung Kornburg: 1 Halbhof), der Nürnberger Eigenherr von Stromer (1 Ganzhof) und von Griesenbeck in Amberg (1 Halbhof).F. Eigler: Schwabach, S. 410. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1802 gab es im Ort acht Untertansfamilien, von denen vier dem Oberamt Schwabach und vier Fremdherren unterstanden.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 213.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Oberreichenbach dem Steuerdistrikt Unterreichenbach und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Unterreichenbach zugeordnet, die am 9. Juni 1960 in Volkersgau umbenannt wurde, nachdem Unterreichenbach nach Schwabach umgegliedert worden war. Am 1. Mai 1978 wurde Oberreichenbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Kammerstein eingegliedert.F. Eigler: Schwabach, S. 486.

Baudenkmal Haus Nr. 8: Bauernhof

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 83 77 70 73 70 74 75 94 78 101 123HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 14 10 12 17 13 13 13 32Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute in die Stadtkirche St. Johannes und St. Martin (Schwabach) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Sebald (Schwabach) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Kammerstein Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ersterwähnung 1313