Buškovice (deutsch Puschwitz) ist ein Ortsteil der Stadt Podbořany (Podersam) im Okres Louny (Bezirk Laun) in Tschechien.

Geographische Lage Die Ortschaft liegt in Westböhmen, nördlich des Rakonitzer Berglandes in der Saazer Pfanne, südwestlich von Žatec (Saaz) und wird vom Dolánecký potok (Fichtelbach) durchflossen. Der Stadtteil befindet sich westlich des Stadtkerns von Podbořany an der Staatsstraße II/221 nach Nepomyšl.

Nachbarorte sind Chrašťany, Krásný Dvůr und Vysoké Třebušice im Norden, Kaštice und Dolánky im Nordosten, Hlubany und Podbořany im Osten, Alpka, Valov und Kryry im Südosten, Vroutek im Süden, Kružín und Dvérce im Südwesten, Nepomyšl und Chmelištná im Westen sowie Němčany, Ovčín und Brody im Nordwesten.

Geschichte mini|hochkant|Pfarrkirche zu Mariä Geburt mini|Gasthof mini|Straßenzug Der Ort wurde 1197 erstmals urkundlich erwähnt, als Zisterzienser-Mönche aus dem Kloster Waldsassen sich hier niederließen, um ein Kloster zu gründen. Im 15. Jahrhundert gehörte das Dorf Puschwitz zur Herrschaft Schönhof, die sich im Besitz der Familie Stossem befand. 1848 war Sigmund von Stossem der Besitzer. Am Anfang des 16. Jahrhunderts kam die Herrschaft an Ulrich Freymuth von Schönhof, der sie urkundlich noch 1539 besaß. Einige Jahre später wurden die Grafen Schlick Besitzer der Herrschaft. Als 1611 Graf Friedrich von Schlick verstarb, gelangte die Familie Audreky in den Besitz der Herrschaft.Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen: band 15: Saazer Kreis, Prag 1846, S. 239.

Da Karl Audrczky sich an der protestantischen Empörung 1618 beteiligt hatte, wurde ihm nach der Schlacht am Weißen Berg (8. November 1620) die Herrschaft Schönhof mit Puschwitz entzogen; 1624 wurde sie für 35.000 Schock Groschen an Maria Audrczky abgetreten. Bald darauf kam die Herrschaft durch Kauf an den Reichsgrafen Hermann Černin von Chudenitz, wurde, wie auch das damit verbundene Gut Miltschowes, zum Fideikommiss erklärt und blieb bis ins 19. Jahrhundert im Besitz dieser Familie.

Während der Hussitenkriege wurde Puschwitz von den Taboriten und während des Dreißigjährigen Kriegs von den Schweden mehrfach in Brand gesteckt.

Im Jahr 1779 wurde Puschwitz als ‚Marktflecken‘ bezeichnet.Anton Friedrich Büsching: Neue Erdbeschreinung. Band 3, Hamburg 1779, S. 192, Ziffer 19. Die Bevölkerung lebte hauptsächlich von der Landwirtschaft, unter anderem auch vom Hopfenanbau. Im Jahr 1802 bezeichnet Schaller die Ortschaft Puschwitz (Busskowicze) als ‚Schutzstädtchen‘.Jaroslaus Schaller: Neu verfertigtes Catastrum des Königreichs Böhmen. Prag 1802, S. 163, linke Spalte unten. Um 1807 hatte Puschwitz oder Puschowitz (Busskowicz) 106 Häuser, eine katholische Pfarrkirche, Ruinen eines alten festen Schlosses, und die Einwohner sprachen deutsch.Karl Georg Rumi: Geographisch-statistisches Wörterbuch des österreichischen Kaiserstaates. Wien 1809, S. 318, linke Spalte. Ab 1849 gehörte Puschwitz zum Gerichtsbezirk Podersam, ab 1868 war der Ort Teil des politischen Bezirkes Podersam.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt Puschwitz der neu geschaffenen Tschechoslowakei zugeschlagen. Nach dem Münchner Abkommen erfolgte 1938 die Angliederung der Stadt Puschwitz an das Deutsche Reich als Teil des Landkreises Podersam, Regierungsbezirk Eger, im Reichsgau Sudetenland.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs fiel Buškovice wieder an die Tschechoslowakei und die deutsche Bevölkerung wurde größtenteils enteignet und aus Buškovice vertrieben. Buškovice verlor 1948 seine Stadtrechte und wurde 1981 in die Stadt Podbořany (Podersam) eingemeindet.

Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1785 k. A. 106 HäuserJaroslaus Schaller: Topographie des Königreichs Böhmen. Band 7: Saatzer Kreis, Prag und Wien 1787, S. 77, Ziffer 3). 1830 775 in 148 HäusernJahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 199, Ziffer 17. 1843 865 in 151 HäusernJohann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 14: Saazer Kreis, Prag 1846, S. 259, Ziffer 3). 1869 1080 1880 1111 1890 1262 1900 1412 1910 1555 1921 1458 davon 1415 deutsche Einwohner Genealogie-Netz Sudetenland 1930 1459 1939 1309

+ Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs Jahr 1950 1961 1970 1980 1991 2001 2011 Einwohner 657 719 608 466 350 325 389

Söhne und Töchter des Ortes Paul Felgenhauer (1583–1677), deutscher Theologe und Mystiker Emanuel Zaufal (1837–1910), böhmischer Ohrenarzt Josef Illing (1895–1945), sudetendeutscher Politiker

Literatur Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 14: Saazer Kreis, Prag 1846, S. 254–263.

Weblinks

Geschichte von Buškovice

Einzelnachweise

Kategorie:Podbořany Kategorie:Ortsteil in Tschechien Kategorie:Ersterwähnung 1197 Kategorie:Stadtrechtsaberkennung 1948 Kategorie:Gemeindeauflösung 1981 Kategorie:Ehemalige Gemeinde in Tschechien