Eine Deutsche Reservistenmeisterschaft (DRM) wird als Mannschaftswettkampf in wiederkehrenden Zeitabständen (in der Regel alle zwei Jahre) als Höhepunkt aller nationalen Reservistenwettkämpfe zum bundesweiten Leistungsvergleich in den Bereichen Hindernisbahn, Schießen, Orientieren, Fitness und Fernmeldedienst durchgeführt.Die ganz große Bühne für austrainierte Reservisten Mannschaften können durch alle militärischen Organisationsbereiche der Bundeswehr und durch den Reservistenverband und die im Beirat Reservistenarbeit beim Reservistenverband vertretenen Verbände und Vereinigungen gestellt werden.

Entwicklung Begonnen wurden die Vergleichswettkämpfe im Jahr 1967 und offiziell dann 1970 erstmals als Bundeswettkampf der Reservisten (BWK) durchgeführt. Ursprünglich ausgetragen als militärischer Fünfkampf, wurde der Wettkampf 1972 um eine „Militärpatrouille“ erweitert, ein rund 20 km langer Marsch zu Fuß mit militärischen Einlagen, der 1988 durch einen Militärischen Vielseitigkeitswettkampf abgelöst wurde. Gleichzeitig wurde ein Einzelwettkampf für die Führungsebenen Zugführer, Kompaniechef und Bataillonskommandeur eingeführt, um der verstärkten Forderung nach militärischen Führerleistungen Rechnung getragen. 2001 wurde der Mannschaftswettkampf um eine zu lösende sicherheitspolitische Aufgabe ergänzt.

Aufgrund der Weisung zur Anpassung der Militärischen Förderung an die aktuellen Aufgaben der Bundeswehr von 2003 ergaben sich weitere Änderungen. Unter Beibehaltung der als mittlerweile klassisch geltenden Wettkampfbestandteile, wurde der Marsch zu Fuß an die ehemalige „Militärpatrouille“ angepasst und es waren Aufgabenstellungen aus den sogenannten neuen Handlungsfeldern „internationale Konfliktverhütung und Krisenbewältigung“ sowie „Hilfeleistungen der Bundeswehr“ zu lösen. Erst Organisationsbefehle und Weisungen betrafen den noch unter bisheriger Bezeichnung durchgeführten Wettbewerb im Jahr 2005; aber 2007 erfolgte die erstmalige Austragung unter der jetzigen Bezeichnung Deutsche Reservistenmeisterschaft.Günter Wolf: „Endlich geschafft!“ Großer Bahnhof für siegreiche Reservistenkameradschaft. Osthessen News, 23. September 2009.

Als Höhepunkt der nationalen Reservistenwettkämpfe soll die Leistungsfähigkeit der Reservisten im Aufgabenfeld streitkräftegemeinsame (= die Teilstreitkraft übergreifende) allgemeinmilitärische Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie des Heimatschutzes herausgestellt werden. Ziele des Wettkampfes sind die Erhaltung, Vertiefung und Erweiterung der individuellen Grundfertigkeiten und der körperlichen Leistungsfähigkeit sowie der militärischen Kenntnisse und Fähigkeiten zur Ermittlung der besten Mannschaft. Die inhaltliche Ausgestaltung der DRM orientiert sich an den vorgegebenen Aufgabenstellungen, die die teilnehmenden Wettkampfmannschaften auch körperlich fordern sollen.

Die Teilnahme am Wettkampf steht Reservisten aller Dienstgrade offen. Die Wettkampfteilnehmer sind für die Teilnahme zu einer Übung nach dem Soldatengesetz heranzuziehen. Die Wettkampfmannschaften setzen sich aus einem Mannschaftsführer, mindestens im Dienstgrad Feldwebel/Bootsmann, einem stellvertretenden Mannschaftsführer sowie weiteren Wettkämpfern zusammen. Einzelheiten regeln die besondere Anweisung für die aktuell durchzuführende DRM und die Wettkampfbestimmungen für die jeweilige DRM.

Zur Auswahl der teilnehmenden Mannschaften können Ausscheidungswettkämpfe durchgeführt werden.

Veranstaltungsübersicht Jahr Austragungsort(e) Bundeswettkämpfe der Reservisten (Auswahl) 1970 Bad Reichenhall und BerchtesgadenDie Aufbaujahre. In: Reservistenverband, 2010, S. 6, 8. 1971 Cochem 1977 BöblingenChronik der Reservistenkameradschaft Friedrichshafen. Reservistenkameradschaft Friedrichshafen. 1994 Lingen (Ems)Rötz. 500 Jahre Stadt Rötz; 750 Jahre Pfarrei St. Martin; Jubiläumsbuch zum Festjahr 2005–2006. Edition Vulpes, 2005, S. 88, 115. ISBN 978-3-980-70288-1 2001 SchleswigReservisten zeigten sich vielseitig. Main-Post, 4. Oktober 2001.1998Wildflecken 2003 Idar-ObersteinBundeswettkampf 2003. In: Noris-Reservist, Ausg. 01/03, Reservistenkameradschaft Nürnberg, 2003, S. 3. (pdf)Vereine: Reservisten-Musikzug Trier. Trierischer Volksfreund, 23. September 2003. 2005 SchneebergReserve hat keine Ruh – Bundeswettkampf der Reservisten in Schneeberg. RK Ubstadt erkämpft 3. Platz für das VBK 52 „BADEN“. Reservistenkameradschaft Ubstadt. Deutsche Reservistenmeisterschaften 2007 VolkachSchuhcreme und 800 Bettbezüge: Volkacher Bundeswehr ist für Reservistenansturm gerüstet 2009 Truppenübungsplatz Jägerbrück bei Torgelow 2011 Daaden und WeilburgManfred Horz: Nassauische Neue Presse, 30. September 2009. 2013 Truppenübungsplatz Lehnin Reservistenverband, 18. Februar 2013. 2015 abgesagt aufgrund von Flüchtlingshilfemaßnahmen; geplant war RothThomas Wiegold: Platz für Flüchtlinge: Reservisten-Meisterschaft abgesagt. Augen geradeaus!, 13. September 2015.Deutsche Reservistenmeisterschaft in Roth abgesagt. Absage soll in Rother Kaserne Platz für weitere Flüchtlinge schaffen. Nordbayern.de, 14. September 2015. 2018 Garlstedt und Oldenburg2021verschoben auf 2022 aufgrund der COVID-19-Pandemie; geplant war WarendorfDeutsche Reservistenmeisterschaft auf 2022 verschoben Reservistenverband, 19. Januar 2021.2022Warendorf2024MittenwaldDeutsche Reservistenmeisterschaft 2024 Reservistenverband - ausgefallen aufgrund schwerer Hochwasserlage in Bayern

Weblinks Besondere Anweisung für die Deutsche Reservistenmeisterschaft 2018 (Bes AnDRM 2018). Kompetenzzentrum für Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr, Streitkräfteamt, 2. März 2017. (pdf) Wettkampfausschreibung für die .Deutsche Reservistenmeisterschaft 2018. Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr – Kommandeur, Bonn 30. Juni 2017. (pdf) Rainer Petzold: Die ganz große Bühne für gut trainierte Reservisten, in Bundeswehr Sport-Magazin vom 21. März 2018 Das war kein Honigschlecken: Deutsche Reservistenmeisterschaften forderten alles, auf Main-Post vom 31. Mai 2018

Einzelnachweise

Kategorie:Ausbildung (Bundeswehr) Kategorie:Reserve (Bundeswehr) Kategorie:Wettbewerb in Deutschland Kategorie:Erstveranstaltung 1967