Chumbawamba [] war eine britische Alternative-Rock-Band aus Burnley. Ursprünglich aus dem Punk kommend, verbindet ihre Musik Rock-, Pop- und Folk-Elemente mit anarchistischen Texten. Eines ihrer bekanntesten Stücke ist Tubthumping (»I get knocked down! But I get up again; you’re never gonna keep me down«), das häufig im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 gespielt wurde. Im Juli 2012 gab die Band ihre Auflösung bekannt.Mitteilung auf der Homepage der Band

Geschichte mini|hochkant|Chumbawamba (1985) mini|hochkant|Danbert Nobacon (1986) Die Band wurde 1982 von Boff Whalley, Danbert Nobacon und einer Person namens „Midge“ gegründet. In dieser Zusammensetzung veröffentlichten sie einen Titel auf dem Sampler Bullshit Detector 2 auf dem von der Band Crass betriebenen Label Crass Records. Noch im selben Jahr schlossen sich Lou Watts und Dunstan Bruce der Band an.

Ihre erste Single erschien auf ihrem eigenen Label Agit-Prop. Der britische Radiomoderator John Peel spielte sie in seiner Show und bot der Band zwei Sessions an. Ihr erstes Album Pictures of Starving Children Sell Records erschien ebenfalls auf Agit-Prop. Als das Label zu einer finanziellen Belastung für die Band wurde, löste sie es auf. Kurze Zeit später wechselte Chumbawamba zum Independent-Label One Little Indian Records unter der Leitung von Derek Birkett, Ex-Bassist der Punkband Flux of Pink Indians. Dort erschien unter anderem ihr politischstes Album, Anarchy (1994), das mit Songs wie Enough is Enough oder Mouthful of Shit gegen Faschismus Stellung bezieht.

Als 1995 Mavis Dillon die Gruppe verließ, wurde er von Jude Abbott ersetzt. 1997 wechselten sie zum Major-Label EMI. Hier erschien ihr kommerziell erfolgreichstes Album Tubthumper, welches ihnen endgültig zum Durchbruch verhalf.

Stil und Politik Der Stil von Chumbawamba entwickelte sich von anfänglich sehr starken Punk-Einflüssen zu einer größeren Klangvielfalt mit Einflüssen aus Rock-, Pop- und Folkmusik. Die Texte jedoch blieben bei einer starken Kritik gegen kapitalistische und imperialistische Kräfte, sie erinnern teils an Klassenkampfparolen. Die Band gibt in ihren Liedern eine sehr linke, teils anarchistische politische Einstellung weiter: Von Landlords des Mittelalters (English Rebel Songs) über Margaret Thatcher bis hin zu Tony Blair werden „Gegner der Arbeiterschaft“ und Rechtsradikale in negativen, teilweise stark ironisierten Tönen besungen, wobei der popartige Sound oft weiterhin bestehen bleibt. Chumbawamba greift verschiedenste musikalische Einflüsse auf: Von englischem Folk über amerikanische Pop- oder englische Punkmusik ist alles vertreten.

Name der Band Wie man den FAQ der offiziellen Homepage der Band entnehmen kann, bedeutet Chumbawamba nichts Besonderes. Während der Zeit ihrer Gründung gab es zahlreiche Bands mit sonderbaren Namen.chumba.com: (englisch)

Andere Erklärungen des Namens: In einem Interview auf einer deutschen WebsiteInterview der Band mit www.ohrendroehner.de (MP3; 3,6 MB) behaupteten Nutter und Whalley, „Chumbawamba“ sei der Name eines Maskottchens eines Fußballvereins, Walford Town, das sie in einer Sammlung alter Fakten und Zahlen über britischen Fußball (The Rothman’s Yearbook) gefunden hätten. „... Und wir dachten, das wäre lustig, also haben wir den Namen verwendet.“

Whalley behauptet in seiner Autobiographie, der Name sei vom Gesang afrikanischer Straßenmusiker abgeleitet, die er und Danbert in Paris gehört haben. In einer Fußnote sagt er aber, dass diese Erklärung eine Lüge ist, genauso wie jede andere Erklärung auch, die die Band im Laufe der Jahre zu ihrem Namen gegeben hat.

Diskografie

Studioalben

Weitere Studioalben 1986: Pictures of Starving Children Sell Records: Starvation, Charity and Rock & Roll – Lies & Traditions 1987: Never Mind the Ballots 1988: English Rebel Songs 1381-1914 1990: Slap! 1992: Shhh 2002: Readymades 2004: Un 2005: A Singsong and a Scrap 2008: The Boy Bands Have Won 2010: ABCDEFG

Livealben 1993: Live in Armley 1994: Showbusiness! 2006: Get On with It – Live

Kompilationen 1984: Be Happy! Despite It All… (Demos) (mit Passion Killers) 1994: First 2 1998: Uneasy Listening 1998: Uneasy Listening & Tubthumper 2003: Shhhlap! 2008: Un & A Singsong and a Scrap

EPs 1996: i – Portraits of Anarchists 1998: Japan Only Mini-Album – Amnesia 1999: The ABCs of Anarchism (mit Negativland) 2013: In Memoriam: Margaret Thatcher (nur für Abonnenten des Chumbawamba-Newsletters – aufgenommen 2005, CDs verschickt am 8. April 2013, dem Todestag Thatchers)

Soundtracks 2003: Revenger’s Tragedy

Singles

Weitere Singles 1985: Revolution 1986: We Are the World? 1988: Smash Clause 28! / Fight the Alton Bill! 1992: I Never Gave Up 1992: (Someone’s Always Telling You How To) Behave 1994: Homophobia (mit Sisters of Perpetual Indulgence) 1994: Give the Anarchist a Cigarette 1994: Criminal Injustice (Chumbawamba meets D.I.Y.) 1995: Ugh! Your Ugly Houses! 1995: Just Look at Me Now 1997: Drip Drip Drip 1998: Mouthful of Shit 1999: Tony Blair 2000: Enough Is Enough (Kick It Over) (limitiert, nur für Abonnenten des Chumbawamba-Newsletters) 2002: Her Majesty 2002: Home with Me 2002: Salt Fare, North Sea 2002: Jacob's Ladder (Not in My Name) 2002: God Save the Queen (Enemy Within) 2004: The Wizard of Menlo Park 2004: On eBay 2005: Fade Away (I Don’t Want To) 2009: Bo(red) Humo(red)

Videoalben 2000: Well Done. Now Sod Off 2012: Going, Going – Live at Leeds City Varieties

Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte

1998: für das Album Tubthumper

1997: für die Single Tubthumping

Platin-Schallplatte

1997: für die Single Tubthumping

1997: für die Single Tubthumping2× Platin-Schallplatte

1997: für die Single Tubthumping

4× Platin-Schallplatte

1997: für das Album Tubthumper

Literatur Boff Whalley: Anmerkungen* zu Chumbawamba und mehr, Verlag Edition AV, 2009, ISBN 978-3-86841-021-1.

Weblinks

Offizielle Website

Einzelnachweise

Kategorie:Anarcho-Punk-Band Kategorie:Britische Band Kategorie:Alternative-Rock-Band