mini|Grenzstein Nr. 62 mit Erläuterungstafel Die Liste der Sächsisch-Preußischen Grenzsteine enthält die Sächsisch-Preußischen Grenzsteine, die infolge der Verschiebung der Landesgrenzen nach dem Wiener Kongress zur Markierung der neuen Grenze zwischen dem Königreich Sachsen und dem Königreich Preußen gesetzt wurden.
In der Denkmalliste des Freistaates Sachsen Denkmalliste des Landes Sachsen sind die Grenzsteine unter der Nr. 09305644 als Sachgesamtheit ausgewiesen. Die meisten Grenzsteine sind Einzeldenkmäler und werden in den einzelnen Ortsteilen der genannten Gemeinden aufgeführt (siehe Denkmallisten).
Diese Liste ist eine Teilliste der Liste der Kulturdenkmale in Sachsen.
Historische Bedeutung Die historische Bedeutung dieser Kulturdenkmale ist aus dem Denkmaltext des Landesamts für Denkmalpflege Sachsen ersichtlich: „Nach dem Ende der Herrschaft Napoleons wurden die Grenzen Europas auf dem Wiener Kongress vom 18. September 1814 bis zum 9. Juni 1815 neu festgelegt. Sachsen, das an der Seite Napoleons gekämpft hatte und somit zu den Unterlegenen gehörte, musste auf Beschluss der Siegermächte fast zwei Drittel seines Territoriums abtreten. Nahezu alle diese Gebiete wurden Preußen zugeteilt und gingen in der preußischen Provinz Sachsen auf. Die neue Grenze verlief – beginnend in Wittig (heute Wilka in Polen) am Fluss Wittig (heute Witka in Polen) quer durch die Oberlausitz, traf bei Strehla auf die Elbe, zog sich weiter westlich bis Schkeuditz und endete schließlich südlich von Leipzig an der heutigen Grenze zu Sachsen-Anhalt. Noch heute ist sie an der Teilung der Kirchenprovinzen Kirchenprovinz Sachsen und Kirchenprovinz Mark Brandenburg und der Landeskirche Sachsen nachvollziehbar.Eine erste Markierung der neu geschaffenen Grenzlinie erfolgte bereits 1815 durch paarweise aufgestellte Holzpfähle. Die Abstände zwischen den Grenzzeichen waren nicht einheitlich, sondern nahmen Bezug auf örtliche Gegebenheiten wie Gräben, Flüsse oder Fahrwege und variierten zwischen 200 und 4350 Metern. Ab 1828 ersetzte man die hölzernen Grenzpfähle sukzessive durch wesentlich solidere Grenzsteine, deren Gestaltung auf preußische Entwürfe zurückgeht und die als Pilare (spanisch „Säule“) bezeichnet werden. Insgesamt können vier Arten von Grenzsteinen unterschieden werden. Sie sind von Ost nach West nummeriert, wobei die Zählung an der Elbe neu beginnt (rechtselbisch Grenzsteine Nummer 1 – 212, linkselbisch Nummer 1 – 76). Östlich der Elbe sind die Steine zwischen Nummer 1 und Nummer 82 zunächst als Granitquaderpaar ausgebildet, zwischen denen ein Läuferstein den genauen Grenzverlauf markiert. Von Nummer 82 bis 148 stehen Pyramidenstümpfe direkt auf der Grenzlinie. Danach wechseln die Formen unsystematisch zwischen schlanken Sandsteinstelen und Pyramidenstümpfen mit Plinthen. Wesentliche Erkenntnisse zum Verlauf der ehemaligen sächsisch-preußischen Grenze haben mehrere ehrenamtliche Heimatforscher zusammengetragen.Die Denkmaleigenschaft der Sächsisch-Preußischen Grenzsteine ergibt sich aus ihrer geschichtlichen Bedeutung, sie erinnern an ein für Sachsens Geschichte einschneidendes Ereignis. Das öffentliche Erhaltungsinteresse begründet sich aus der großen Aufmerksamkeit, welche einzelne Personen, Gruppen und Kommunen diesen steinernen Zeugnissen der Historie entgegenbringen. Mittlerweile sind mehrere Publikationen erschienen, liegt eine umfänglichere Dokumentation vor und wurden mindestens an einem Abschnitt der einstigen Grenze sogar Beschilderungen aufgestellt (LfD/2014)“.
Liste der Sächsisch-Preußischen Grenzsteine Diese Liste enthält Einzeldenkmale, die denkmalpflegerisch zur Sachgesamtheit Sächsisch-Preußische Grenzsteine gehören. Diese Sachgesamtheit ist von vermessungsgeschichtlicher und landesgeschichtlicher Bedeutung als Zeitdokument der historischen Grenzziehung zwischen Sachsen und Preußen nach dem Wiener Kongress. Für die in der Liste fehlenden Nummern existieren die Grenzsteine nicht mehr oder sind nicht mehr auffindbar.M. Steinmann: Wuchtige Steine erinnern an die sächsisch-preußische Grenze von 1815. vierkirchen.com; abgerufen am 27. April 2018. Zwischen den einzelnen Grenzsteinen (Pilaren) befinden sich sogenannte Läufersteine. Diese sind nummeriert, kleiner als die Grenzsteine und dienen als Zwischenmarkierung der Orientierung über den Grenzverlauf.
Rechtselbische Grenzsteine
Linkselbische Grenzsteine
Literatur Hans-Joachim Gawor: Von der Witka bis zur Weißen Elster. Fünfhundert Kilometer Grenzsteinsuche entlang der sächsisch-preußischen Grenze von 1815. Eine Dokumentation. Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf 2017, ISBN 9783941908796, 152 S.
Weblinks
Einzelnachweise
! !