Kurt Tecklenburg (* 2. März 1875 in WeißenfelsNN: 40-jähriges Dienstjubiläum, S. 355; Tecklenburg: Der Betriebskoeffizient, S. 100 [Lebenslauf].; † 27. März 1970 in Wiesbaden)Sterberegister des Standesamtes Wiesbaden Nr. 776/1970. war von 1933 bis 1935 Präsident der Reichsbahndirektion Osten und von 1935 bis 1942 der Reichsbahndirektion Mainz.

Lebenslauf Ausbildung Kurt Tecklenburg war der Sohn des Generalmajors Adolf Tecklenburg. Er besuchte das Joachimsthalsche Gymnasium in Berlin bis zum Abitur 1893. Anschließend studierte er an den Technischen Hochschulen in Berlin, München und Stuttgart. 1897 bestand er die erste Prüfung als Bauingenieur für das EisenbahnbaufachTecklenburg: Der Betriebskoeffizient, S. 100 [Lebenslauf]. und begann zum 15. November 1898 eine Ausbildung als Regierungsbauführer bei der Eisenbahn-Betriebsinspektion WormsNN: 40-jähriges Dienstjubiläum, S. 355., die damals zur Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz gehörte, der Vorgänger-Behörde der Reichsbahndirektion Mainz. Nach drei Semestern an der Universität Straßburg und einer Fortbildung in Volkswirtschaft bestand er 1903 die zweite Prüfung für das Eisenbahnbaufach und wurde im Januar 1903 zum Regierungsbaumeister ernannt.NN: 40-jähriges Dienstjubiläum, S. 355. NN: Verzeichnis (1925), S. 5, vermerkt als "Anstellungsdienstalter" allerdings den 27. Januar 1902.

Eisenbahner-Karriere 1903 war er zunächst einige Monate beim Eisenbahn-Betriebsamt in Mainz beschäftigt.NN: 40-jähriges Dienstjubiläum, S. 355. Dann folgten berufliche Stationen in den Eisenbahndirektionen Berlin und ab 1907 Halle. Von dort aus wurde er mit dem Neubau der Hauptwerkstätte in Delitzsch, dem späteren Ausbesserungswerk Delitzsch, betraut. NN: Der neue Leiter der Reichsbahndirektion. Ab Ende 1908 war er in der Eisenbahndirektion Frankfurt am Main tätig NN: Der neue Leiter der Reichsbahndirektion. und von 1911–1915 als Leiter des dortigen Betriebsamtes I.NN: 40-jähriges Dienstjubiläum, S. 355.

1911 promovierte er an der Großherzoglich Technischen Hochschule zu Darmstadt zum Dr.-Ing.Tecklenburg: Der Betriebskoeffizient, Titelblatt.

Am Ersten Weltkrieg nahm er von 1915 bis 1917 bei der Verwaltung der Feldeisenbahnen teil. NN: Der neue Leiter der Reichsbahndirektion. Zum 1. April 1917 wurde er zum Regierungs- und Baurat ernannt. NN: Verzeichnis (1925), S. 5; NN: 40-jähriges Dienstjubiläum, S. 355. und war Mitglied der Eisenbahndirektion Kassel. 1920 wechselte er als Referent in das Reichsverkehrsministerium NN: Der neue Leiter der Reichsbahndirektion., wurde zum 1. April 1920 zum Oberrat ernannt NN: Verzeichnis (1925), S. 5. und bei der Gründung der Deutschen Reichsbahn im selben Jahr Mitglied ihrer Hauptverwaltung. NN: Der neue Leiter der Reichsbahndirektion. Bereits zum 1. September 1921 wurde er Direktor. NN: Verzeichnis (1925), S. 5. Nach NN: 40-jähriges Dienstjubiläum, S. 355 wurde er 1921 zum Ministerialrat ernannt. 1925 hatte er in der Hauptverwaltung der Reichsbahn, in der Betriebs- und Bauabteilung, das Referat 22 unter dem Direktor Max Kumbier inne. NN: Verzeichnis (1925), S. 13.

Zum 1. Juni 1933 übernahm er als Präsident die Reichsbahndirektion Osten in Frankfurt (Oder).Alfred Gottwaldt: Die Reichsbahn und die Juden, Marixverlag, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-86539-254-1, S. 118 Von hier wechselte er zum 1. Oktober 1935 in gleicher Funktion zur Reichsbahndirektion Mainz. Aufgrund des Außerkrafttretens der Vorschriften des DBG über den Eintritt in den Ruhestand Deutsche Reichsbahn (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 16. September 1939, Nr. 49. Bekanntmachung Nr. 556, S. 277. verblieb Kurt Tecklenburg über die Vollendung des 65. Lebensjahres hinaus Präsident des Reichsbahndirektion MainzOtto Westermann: Junge Eisenbahn im 2000-jährigen goldenen Mainz. Aus guten und bösen Tagen der Mainzer Eisenbahn. Bundesbahndirektion Mainz, Mainz o. J. [nach 1962], S. 67., ein Amt, das er bis zu seiner Pensionierung 1942 innehatte.Otto Westermann: Junge Eisenbahn im 2000-jährigen goldenen Mainz. Aus guten und bösen Tagen der Mainzer Eisenbahn. Bundesbahndirektion Mainz, Mainz o. J. [nach 1962], S. 67. Wichtige Ereignisse in der Geschichte der Direktion während seiner Amtszeit waren die 1937 vollzogene Übernahme des größten Teils der Reichsbahndirektion Ludwigshafen in die Mainzer Direktion und 1938 die Einweihung des Erweiterungsgebäudes der Direktion (heute: Kreyßig-Flügel des Stadthauses in Mainz).

mini|Aufruf zur Reichstagswahl 1936 durch den Präsidenten der Reichsbahn, Julius Dorpmüller, und den Präsidenten der Reichsbahndirektion Mainz, Kurt TecklenburgDeutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hg.): Sonder-Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 27. März 1936, Nr. 13, S. 67f.

Am 10. November 1937 beantragte Tecklenburg die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.938.854).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/44161006 In seiner beruflichen Position wurde in dieser Zeit aber bereits vorher als selbstverständlich gesehen, sich aktiv zum Nationalsozialismus zu bekennen. Die Sonderausgabe des Amtsblatts der Reichsbahndirektion Mainz vom 2. April 1936 enthält einen „Aufruf zur Reichstagswahl am 10. April 1936“ von Adolf Hitler und ein flammendes Bekenntnis des Mainzer Direktionspräsidenten dazu, was von jetzt an uns allen mehr denn je heilig sein wird: Ein Volk, ein Reich, ein Führer! Der Präsident der Reichsbahndirektion Mainz / Dr. Tecklenburg Deutsche Reichsbahn (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 6. April 1936, Nr. 17, S. 97. und zum Jahresende 1939 war er „in stolzer Zuversicht gewiß“, dass Deutschland im Krieg den Sieg erringen wird. Deutsche Reichsbahn (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 30. Dezember 1939, Nr. 70, S. 427.

Zum 20. Juni 1942 trat Tecklenburg altersbedingt in den Ruhestand und schied als Präsident der Reichsbahndirektion Mainz aus. Kurt Tecklenburg: Berufskameraden! In: Deutsche Reichsbahn (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 20. Juni 1942, Nr. 35, S. 243.

Mitgliedschaften Kurt Tecklenburg war seit 1928 ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie des Bauwesens, seit 1933 ihr außerordentliches Mitglied.NN: 40-jähriges Dienstjubiläum, S. 356.

Veröffentlichungen Der Betriebskoeffizient der Eisenbahnen und seine Abhängigkeit von der Wirtschaftskonjunktur. Diss. Heidelberg. Springer, Berlin und Heidelberg 1911. (In gekürzter Fassung auch in: Archiv für Eisenbahnwesen 1911, Heft 5.) Die Selbstkosten des Eisenbahnbetriebs als Faktor der Tarifbildung. In: Die Reichsbahn 1 (1925), S. 343. Die Betriebskostenermittlung der Deutschen Reichsbahn in ihrer neuen Form. In: Die Reichsbahn 2 (1926), S. 730. Betriebskostenrechnung für den Fernverkehr 1927. Betriebskostenrechnung als Hilfsmittel. 1928. Die Betriebskostenrechnung der Reichsbahn, ihre Methode und Auswertung. In: Die Reichsbahn 5 (1929), S. 959. Betriebskostenrechnung und Selbstkostenermittlung bei der Deutschen Reichsbahn. Verkehrswissenschaftliche Lehrmittelgesellschaft bei der Deutschen Reichsbahn, Berlin 1930. Die Betriebskostenrechnung der Reichsbahn und ihre Auswertung für den Finanzdienst. In: Die Reichsbahn 9 (1933), S. 507.

Literatur NN: Der neue Leiter der Reichsbahndirektion Mainz. In: Mainzer Anzeiger vom 30. September 1935. NN: Verzeichnis der oberen Reichsbahnbeamten 1925. Verlag der Verkehrswissenschaftlichen Lehrmittelgesellschaft mbH bei der Deutschen Reichsbahn, Berlin 1925. NN: 40-jähriges Dienstjubiläum des Präsidenten der Reichsbahndirektion Mainz. In: Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 20. November 1937, Nr. 59, S. 355f

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Person (Preußische Staatseisenbahnen) Kategorie:Person (Deutsche Reichsbahn 1920–1945) Kategorie:Person (Mainz) Kategorie:Person (Frankfurt (Oder)) Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Ministerialbeamter (Weimarer Republik) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1875 Kategorie:Gestorben 1970 Kategorie:Mann Kategorie:NSDAP-Mitglied