mini|«Glockenhaus» an der Sihlstrasse (1908) Aus der Glockengiesserfamilie Füssli gingen in Zürich mehrere Generationen von Glockengiessern hervor.Der Geschichtsfreund: Mitteilungen des Historischen Vereins der fünf Orte: Lucern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug. Band 30. Kalt, Einsiedeln/New York/Cincinnati 1875, S. 153 ff. (). Geschichte Die 1370 eingebürgerte Familie Füssli waren die ersten Glocken- und Geschützgiesser in Zürich. Die Giesserei wurde Ende des 15. Jahrhunderts im «Giesshaus» am Rennweg in Zürich gegründet. 1496 wurde das neue «Glockenhaus» auf dem grossen Areal des heutigen Glockenhofs an der Sihlstrasse gebaut, das damals noch ausserhalb der Stadtmauern lag. Auf dem Giessereiareal befanden sich das zentrale Glockenhaus und mehrere umliegende Gebäude. Das Glockenhaus musste 1667 erneuert werden. Es brannte unter Wilhelm Konrad Füssli (1785–1843), dem letzten Glockengiesser, ab und machte der St. Anna-Kapelle Platz. 1843 musste die Giesserei wegen schwindender Nachfrage schliessen. Füsslis Nachfolger in Zürich war von 1832 bis 1894 die Glockengiesserei Keller in Unterstrass.zh-kirchenspots.ch: Zürich

Der Gründer der Maschinenfabrik Escher Wyss & Co., Hans Caspar Escher, wohnte im angrenzenden «Felsenhof». Er kaufte 1856 den gesamten Giessereikomplex. Seine Tochter Mathilde Escher brachte ihr Erbe in die Mathilde Escher Stiftung ein. Das Glockenhaus an der Sihlstrasse 35 wurde 1909 abgebrochen. An seiner Stelle wurde 1911 das heutige Hotel Glockenhof errichtet.Carole N. Klopfenstein, Hansjürg Büchi, Karl Walder (Hrsg.): Verankert im Zentrum von Zürich: 100 Jahre Glockenhof Zürich. Theologischer Verlag, Zürich 2011, ISBN 978-3-290-17585-6

Glockengiesser mini|Grosse Glocke im Berner Münster von 1611 Peter I. Füssli († 1476) 1421: Zürich, St. Peter, grosse Glocke, 1880 eingeschmolzen Peter II. Füssli († 1499) (oder 1479–1499) 1478 Glarus, 4 Glocken (1859 umgegossen) 1484: Giswil, Glocke 1491: Wäggis, Glocke I. (1765 umgegossen) vor 1499: Cham, Glocke I. Hans I. Füssli (1477–1538), Sohn Peters I.[Glockengiesser in] Zürich. In: Jahrbuch des Historischen Vereins des Kantons Glarus. Bände 13–16, Seite 130 (). Näfels, kleinste Glocke 1494: Luzern, grosse Glocke 1502: Gontenschwil, b-Glocke Peter III. Füssli, (1482–1548) (oder 1523–1548), auch Söldner und Pilger 1531: Stans, Glocke I. Hans II. Füssli (1530–1586) Peter IV. Füssli (1549–1579) 1549: Schwyz, Glocke I. (1642 geschmolzen) Konrad Füssli (1574–1585) Reichenburg, Glocke I. Peter V. Füssli, (1577–1629) (oder 1591–1622) 1610: Sattel, Glocke I. 1611: Berner Münster mit Abraham Zender, Grosse GlockeDer Bund vom 10. September 2011: Tonnenschwere Geburtstagsglocke 1616: Beromünster, Stift, Glocke I. 1619: Zug, alter St. Michael, Glocke I. «Chriesigloggä», 1902 umgegossen.Zuger Chriesi: Tradition und Brauchtum seit 1711: Zuger Chriesigloggä, Chriesisturm Peter VI. Füssli (1623–1666) 1636 Bauen, Glocke II. 1663 Reformierte Kirche Densbüren, Glocke Heinrich I. Füssli (1637–1679) 1666: Knonau, Grosse GlockeK. Frei-Kundert: Die grosse Glocke von Knonau, ein Werk Heinrich I. Füssli (1637–1679) und einige andere Arbeiten der Füsslischen Giesserei im Landesmuseum. 32. Jahresbericht Schweizerisches Landesmuseum, Zürich 1923, doi:10.5169/seals-395235 Johannes III. Füssli (1719–1737) 1728: Zug, alter St. Michael, 1902 umgegossen

Gegossene Glocken Von 1421 bis 1837 wurden rund 300 Glocken gegossen:

1663: Densbüren mini|300px|Alte Glocke der Reformierten Kirche Densbüren von 1663 Die Glocke der Reformierten Kirche Densbüren wurde 1663 gegossen. Heute steht sie ausserhalb der Kirche. Inschrift vorne100px

(Wappen der Familie Von Graffenriedt) Inschrift oben100px 100px 100px: «SOLI DEO HONOR ET GLORIA DOMINVS TECVM» Inschrift hinten100px: VS HITZ VND FÜR BIN ICH GEFLOSSEN PETER FÜSSLI VO ZÜRICH HAT MICH GOSSE

Literatur J.W. Vogel: Die Geschützgiesserdynastie Füssli in Zürich. 176. Neujahrsblatt der Feuerwerker-Gesellschaft (Artillerie-Kollegium) in Zürich auf das Jahr 1985, Kommissionsverlag Beer & Co., Zürich 1984. Carole N. Klopfenstein, Hansjürg Büchi, Karl Walder (Hrsg.): Verankert im Zentrum von Zürich: 100 Jahre Glockenhof Zürich. Theologischer Verlag, Zürich 2011, ISBN 978-3-290-17585-6

Weblinks

Robert Weber: Peter Füssli, Glockengiesser von Zürich, als Freund der Numismatik. Bulletin de la Société suisse de Numismatique, Band 6, 1887 Brunner: Glockenlandschaft Uri, unerwartete Vielfalt im Bergkanton. Kunst + Architektur in der Schweiz, Band 58, 2007, doi:10.5169/seals-394363#107Thomas Heimatspiegel, Mai 2017: «Us Hitz und Feur floss ich, Moritz Füssli zu Zürich goss mich.» Glocken im Zürcher Oberland

Einzelnachweise

Kategorie:Schweizerische Familie Kategorie:Glockengießer