Schattenhof (fränkisch: SchadnhufE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 67. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „šádnhūf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Kammerstein im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Schattenhof liegt in der Gemarkung Kammerstein.
Geografie Östlich des Weilers liegen die Waldgebiete „Schattenlohe“ und „Kirchweghölzer“, im Osten „Moos“ und im Süden das Flurgebiet „Im Feld“. Im Norden liegt die Raststätte „Kammersteiner Land“ der A 6. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Oberreichenbach (2,2 km nördlich) bzw. zur Bundesstraße 466 bei Kammerstein (0,6 km südlich).
Geschichte Im 13. Jahrhundert bestand Schattenhof wahrscheinlich aus einem Ganzhof.F. Eigler: Schwabach, S. 246. 1340 wurde der Ort als „Schattenhouen“ erstmals urkundlich erwähnt.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 67 = F. Eigler: Schwabach, S. 239.Nach W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach (1862–1962), S. 325, wurde der Ort bereits 1313 als „Schattenhoven“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Schatto, der Personenname des Siedlungsgründers.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 67. 1349 gehörte der Hof noch zu den Gütern der Herren von Nassau. In der Folgezeit kam der Ort an die Burggrafschaft Nürnberg. Der auf dem Schattenhof ansässige Bauer hatte für die Burgherren drei Wiesen zu mähen und war auch zur Burgwache eingeteilt. Als Gegenleistung erhielt er Essen aus der Schlossküche.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach (1862–1962), S. 325. In deren Nachfolge kam der Schattenhof an das Fürstentum Ansbach. Im markgräflichen Salbuch von 1434 wurden für „Schattenhofe“ zwei Höfe angegeben, 1530 nur noch einer. 1623 gab es wieder zwei Höfe. 1732 gab es laut den Oberamtsbeschreibungen von Johann Georg Vetter in Schattenhof einen Hof und ein Gut, wozu jedoch fast keine Äcker gehörten.F. Eigler: Schwabach, S. 239.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Schattenhof zur Realgemeinde Kammerstein. In Schattenhof gab es 2 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus. Der Ganzhof und das Köblergut hatten das Kastenamt Schwabach als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt der Schattenhof die Hausnummern 30 bis 31 des Ortes Kammerstein.F. Eigler: Schwabach, S. 421. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1802 gab es im Ort weiterhin 2 Anwesen.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 74.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Schattenhof dem Steuerdistrikt Kammerstein und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Kammerstein zugeordnet.F. Eigler: Schwabach, S. 475.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 11 20 29 28 31 32 30 35 36 21HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 2 3 5 5 5 5 6 8Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Georg (Kammerstein) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Sebald (Schwabach) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Kammerstein Kategorie:Weiler im Landkreis Roth Kategorie:Ersterwähnung 1340