Die Elisabethstraße ist eine Straße in Düsseldorf. Sie beginnt im Süden vor der Carlstadt, in axialer Verlängerung der Kasernenstraße, auf und vor dem Glacis der ehemaligen barocken Befestigungsanlagen. Diese wurden ab 1832 zur Stadterweiterung angelegt.

Als Einbahnstraße verfügt sie über eine breite, überwiegend zweispurige und verkehrsreiche Fahrbahn mit zusätzlicher Fahrradspur und mit Abbiegespuren in den Kreuzungsbereichen. Der Verkehr fließt von Nord nach Süd und die Straße verbindet das Gebiet der alten Kernstadt mit den südlichen Stadtgebieten. Die gesamte Straße liegt im östlichen Bereich von Unterbilk.

Name und Lage Die Elisabethstraße beginnt am Graf-Adolf-Platz und endet an der Bachstraße vor den Düsseldorf Arcaden und dem südlichen Ende des U-Bahntunnels der Wehrhahn-Linie. Zu Beginn, in der Verlängerung der Kasernenstraße bis zur Kreuzung mit Herzogstraße und Reichsstraße, ist sie auf ihrer Westseite nicht bebaut. Hier liegt ein Park, in dem von Norden nach Süden Schwanenspiegel, Kaiserteich und Ständehaus in einen Englischen Landschaftsgarten eingebettet sind, der nördlich der Haroldstraße durch den Park am Spee’schen Graben fortgesetzt wird. Zwischen Fürstenwall und Kirchfeldstraße liegt der Kirchplatz auf der Ostseite der Straße. Der Name der Straße wurde mit einem königlichen Erlass vom 22. Mai 1852 vorgegeben.In: Amtsblatt des Regierungsbezirks zu Düsseldorf. 1852, Nr. 28, S. 287. Als Parallelstraße zur Friedrichstraße, die nach Friedrich Wilhelm IV. benannt ist, verweist der Straßenname auf dessen Gemahlin, die Königin Elisabeth.

Geschichte mini|Düsseldorf mit seinen Umgebungen, Stadtplan von 1809 mit Darstellung der Gewässer und Ödlandbereiche auf der südlichen Stadtseite (im Plan rechts) Bis 1945 Bis Anfang der 1830er Jahre war das Gebiet südlich der Kasernenstraße ein ödes, sumpfiges und wasserreiches Gebiet, das bei der Niederlegung der Bastion „St. Paulus“ mit der zugehörigen Kontergarde und den umgebenden Schutzgewässern entstanden war. Einige Teile der ehemaligen Schutzgewässer, wie zum Beispiel der damalige, im Bereich der aktuellen Elisabethstraße gelegene, längliche Cameralweiher, war nicht mit Schutt aufgefüllt worden.In: Düsseldorf/Statistisches Amt, in: Verwaltungsbericht der Landeshauptstadt. 1914/19 S. XXII. Onlinefassung Von 1819 bis 1835 entwickelte Maximilian Friedrich Weyhe in Abstimmung mit Adolph von Vagedes ein Konzept zur Umgestaltung dieses Bereichs einschließlich seiner Gewässer in einen Englischen Landschaftsgarten, der Teil eines die Stadt umgebenden Rings von Grünanlagen wurde.Vgl. Plan von der Stadt Düsseldorf mit ihren nächsten Umgebungen (1819/1820), Plan 2a der ausgeführten und noch auszuführenden Schleifungsarbeiten und Verschönerungsanlagen auf der Südseite von Düsseldorf (1833) und Plan zu dem Entwurfe über die Anlage des Terrains an der Südseite der Carlstadt zu Düsseldorf (1835). In: Wieland Koenig (Hrsg.): Düsseldorfer Gartenlust. Ausstellungskatalog des Stadtmuseums Landeshauptstadt Düsseldorf, Düsseldorf 1987, S. 116 f.; 123 bis 125 (Abbildungen Nr. 6.50, 6.63 und 6.65)

links|mini|hochkant|Haus Elisabethstraße 15 von Westen Am 4. Juni 1831 gestattete die preußische Regierung in Berlin per Kabinetts-Order den Umbau der gesamten noch bestehenden Ödbereiche, von denen die alte Kernstadt umgeben war. Die Genehmigung, auf deren Grundlage sich die städtebauliche Entwicklung von Bereichen in den heutigen Stadtteilen Stadtmitte und Friedrichstadt vollzog, betraf auch den heute zu Unterbilk gehörenden Stadtbereich am Cameralweiher bis hin zum Rhein.Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf, in: Bauplan der Stadt Düsseldorf Nr. 4442, 1831, Nr. 64, S. 406. Der Durchgang von der Kasernenstraße zu den Gebieten im Süden wurde geöffnet und durch Anlegung eines Dammes ab 1832 die Elisabethstraße angelegt.In: Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf, Bekanntmachung vom 6. September. 1831, Nr. 78, S. 492. Bis Mitte der 1850er Jahre war für die Verbindung der südlichen Düssel zwischen Stadtgraben an der Königsallee und dem Schwanenspiegel noch ein offener Graben vorhanden. Für die südliche Verlängerung der Kasernenstraße zur neuen Elisabethstraße musste dieser Graben überbrückt werden. Die vollständige Überwölbung dieser Düssel-Verbindung und Verlegung in den Untergrund ab dem Ende des Stadtgrabens an der Königsallee erfolgte 1856.In: Verwaltungsbericht für das Jahr 1856 und Etat der Stadt Düsseldorf. 1856, S. 56.

mini|hochkant|Haus Elisabethstraße 69 von Südosten Außer der Elisabethstraße wurden zeitnah auch Schwanenspiegel und Kaiserteich um 1840 mit den umgebenden Parkstreifen erstellt. Von diesen Parkbereichen wurde die gesamte Westseite der Straße zwischen ihrem Beginn an der Haroldstraße und der Krautstraße begrenzt. Letztere wurde erst zu Beginn der 1870er Jahre in Reichsstraße umbenannt.Der Graf-Adolf-Platz war damals noch nicht angelegt worden, da dies erst Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgte. Die Haroldstraße endete Anfang der 1840er Jahre noch weiter östlich vor dem Ende der später verlängerten Breite Straße. Vor dem Ende der Kasernenstraße wurde zu dieser Zeit ein zusätzliches kleines Parkgelände angelegt, das nach Süden durch die Turmstraße und im Westen durch den Beginn der Elisabethstraße begrenzt war. Mit Häusern bebaut wurde in diesem nördlichen Bereich von der Elisabethstraße nur die Ostseite.

Bis zur offiziellen Namensvorgabe 1852 wurde die neue Straße als „verlängerte Kasernenstraße“ bezeichnet.In: Wohnungsanzeiger und Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf. 1850, S. 210. Ein erstes Haus an der Elisabethstraße war 1842/43 mit einem Eigentümer Stephan Wefeld und der Lagebezeichnung „An der Kieskuhle 137“ belegbar.In: Adressbuch für den Regierungsbezirk Düsseldorf. 1842/43, S. 52. In einem Adressbuch von 1850 wird dann für dieses Haus die Adresse „verlängerte Kasernenstraße 137“ angegeben.Nach der Änderung der Nummerierung in Düsseldorf auf Zuordnung zu den einzelnen Straßen hatte dieses erste gebaute Haus die Nummer Elisabethstraße 18. (Nachweis: Zeittafel zur Friedrichstadt 1850 bis 1880)

mini|Stadterweiterungsplan 1854 Durch den Stadterweiterungsplan von 1854 wurden Bau- bzw. Fluchtlinien für eine geschlossene Bauweise vorgegeben.Bau- und Nivellements-Plan über die Erweiterung der Stadt Düsseldorf. In: Hugo Weidenhaupt: Kleine Geschichte der Stadt Düsseldorf. Triltsch Verlag, Düsseldorf 1983, S. 110 Auf dieser Grundlage war bis 1859 lediglich der Bereich zwischen Turmstraße und Herzogstraße mit den Häusern Nr. 1 bis 26 komplett bebaut. Unter den Hausnummern 15 und 17 waren sogar nur Stallungen vorhanden.In: Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf. Zweite Abteilung. 1859, S. 18. Südlich der Kreuzung mit Krautstraße und Herzogstraße lagen bis zur Bilker Allee vor der Kreuzung mit dem Fürstenwall, zu dieser Zeit noch Fürstenwallstraße genannt, nur einige wenige Häuser. Ebenfalls war der Ausbau von Fürstenwall und Kirchfeldstraße zu befestigten Straßen im Bereich der Elisabethstraße noch nicht erfolgt. Dieser Ausbau erfolgte erst ab Ende der 1870er Jahre.Sowohl der Ausbau des Kirchplatzes wie auch der Bau der dortigen Kirche St. Peter wie auch die Errichtung von Gebäuden an den Straßen erfolgte nach 1875. Beispielsweise waren bis 1876 auf der gesamten Kirchfeldstraße nur zwei Häuser bereits errichtet worden. In dieser Zeit entstanden die ersten als Mehrfamilienhäuser errichteten Mietshäuser an der südlichen Elisabethstraße.Hugo Weidenhaupt, S. 155

Für den Ausbau der Elisabethstraße sind folgende Arbeiten mit ihren Terminen nachweisbar:

Der Ausbau der Elisabethstraße südlich der Kreuzung mit der Kirchfeldstraße erfolgte nach 1875.In: Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeinde-Angelegenheiten der Stadt. XII. Bau-Verwaltung. 1. April 1872 bis 31. März 1873. 1973, S. 93. Die Anlegung von gepflasterten Wasserrinnen wurde 1878/79 durchgeführt.In: Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeinde-Angelegenheiten der Stadt. XII. Bau-Verwaltung. 1. April 1878 bis 31. März 1879. 1979, S. 107. 1879/80 wurden im südlichen Bereich der Straße 55 Ahornbäume angepflanzt.In: Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeinde-Angelegenheiten der Stadt. XIII. Öffentliche Anlagen. 1. April 1879 bis 31. März 1880. 1980, S. 107. Der Ausbau der Straße mit einer Schwemm-Kanalisation geschah 1880/81.In: Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeinde-Angelegenheiten der Stadt. XII. Bau-Verwaltung. 1. April 1880 bis 31. März 1881. 1981, S. 93. 1883 wurde eine Bepflanzung des Kirchplatzes mit Kastanienbäumen durchgeführt.In: Zeittafel zur Friedrichstadt und zum Kirchplatz. 1880 bis 1900. 1883 Anlegung eines Kanals für Sanitärabwässer zwischen Kasernenstraße durch die Elisabethstraße bis zum Fürstenwall.In: Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeinde-Angelegenheiten der Stadt. XII. Bau-Verwaltung. 1. April 1883 bis 31. März 1884. 1884, S. 127. 1891 wurden an der nordwestlichen Straßenseite Arbeiten an der Böschung des Uferbereichs vom Schwanenspiegel durchgeführt und in diesem Bereich zusätzliche Baumbepflanzungen vorgenommen. Zur gleichen Zeit erfolgte auch eine Umgestaltung des Kirchplatzes.In: Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeinde-Angelegenheiten der Stadt. XIII. Öffentliche Anlagen. 1. April 1891 bis 31. März 1892. 1892, S. [141/2]141/2.

Ab 1880 war die Bebauung zwischen Fürstenwall und Bilker Allee weitgehend erfolgt. Die Westseite bis zur Reichsstraße sowie die Ostseite zwischen Fürstenwall und Kirchfeldstraße waren wie auch aktuell nicht bebaut. Die Nutzung beschränkte sich zu dieser Zeit weitgehend auf Wohn- und Miethäuser. 1890 waren lediglich in den Gebäuden Nr. 2 und 53a Kolonialwarenläden, in Nr. 12 eine gewerbliche Nutzung, in Nr. 21 eine Metallwarenhandlung, in Nr. 49 eine Bier- und Fourage­handlung und in Nr. 115 ein Händler mit Kohlelager nachweisbar.In: Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf. 1880, S. [478–481]75–78. Am südlichen Ende der Elisabethstraße an der Bilker Allee war, wie aus einem Stadtplan von 1887 ersichtlich ist, zwischen Kronenstraße und Friedrichstraße ein Gewerbegebiet mit Eisengießereien entstanden.In: Adressbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf. Stadtplan. 1887, S. –.

Ein Hinweis auf den zu dieser Zeit gehobenen Wohnstandard der Häuser besonders im nördlichen Bereich der Elisabethstraße war der Kauf des Gebäudes Nr. 11. Auf dem 38. Provinziallandtag der Rheinprovinz von 1894 wurde der Kauf dieses Hauses als neuer Wohnsitz für den Landesdirektor Wilhelm Klein beschlossen. Der Kauf des Nebenhauses Nr. 10 folgte 1904, weil dessen bisherige Nutzung als Hauderei zu Belästigungen geführt hatte. Beispielsweise war 1903 in den zugehörigen Ställen ein Brand aufgetreten. Der Beschluss für den Kauf erfolgte auf dem 43. Rheinischen Provinziallandtag von 1903.In: Verhandlungen des 38. und des 43. Rheinischen Provinzial-Landtages. Anlage 19 und 30. 1894 und 1903, S. 188 und 340. Nach dem Kauf war ab 1904 im Haus Nr. 10 ein Büro für den Provinzialverein eröffnet worden.In: Adressbuch für die Stadtgemeinde und die Landbürgermeistereien. 3. Theil. 1904, S. 118.