Martin Schnell (* um 1675 in Stade; † um 1740 vermutlich in Warschau) war ein kursächsischer Hoflackkünstler. Er gilt als Begründer der japanischen Streutechnik in Europa.
Leben Er wurde vermutlich als Sohn des Apothekers Johannes Schnell und dessen Frau Anna, verw. Luther, in Stade geboren, wo seine Eltern die Löwenapotheke bis zu deren frühen Tod in 1676 bzw. 1678 betrieben.Robert Gahde: Die Herkunft des Dresdner Hoflackierers Martin Schnell aus Stade, in: Stader Jahrbuch 2017, S. 157–187.
In Berlin war er als Lackierer in der Werkstatt der Brüder Jacques und Gerald Dagly tätig. Von dort wurde Schnell von August dem Starken 1710 nach Dresden als Hoflackkünstler geholt, im selben Jahr, in dem die Meissner Porzellanmanufaktur gegründet wurde, mit der er bis 1715 eng zusammenarbeitete. Schnell hatte sich darauf spezialisiert, das Böttgersteinzeug, das früheste Meissner Porzellan, mit Gold- und Lackmalerei zu verzieren.S wie Schnell, Martin (1675–1740), in:
Später war er an der Ausgestaltung des Interieurs des Grünen Gewölbes, des Holländischen Palais sowie des Wilanów-Palast in Warschau beteiligt, für die er Kabinette mit chinoisen Dekoren fertigte. Im Museum für Lackkunst in Münster befindet sich ein Kabinett von 1715.
Auszeichnungen Ernennung zum Hoflackkünstler
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Dresden) Kategorie:Lackkunst Kategorie:Person (Stade) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 17. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 18. Jahrhundert Kategorie:Mann