Die Fuldatalbrücke Kragenhof von 1855, auch als Kragenhofbrücke bezeichnet, ist eine denkmalgeschützte Eisenbahnbrücke, die an der Landesgrenze zwischen Hessen und Niedersachsen beim Gut Kragenhof über die Fulda führt. Sie ist nicht zu verwechseln mit der benachbart verlaufenden Fuldatalbrücke Kragenhof, einem Eisenbahnüberführungsbauwerk der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg. Die Kragenhofbrücke wurde 1855 als Steinbogenbrücke im Zuge der Hannöverschen Südbahn fertiggestellt. Die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs gesprengte Rundbogenbrücke wurde 1949 in vereinfachter Form einer Fachwerkbrücke wiederhergestellt.

Beschreibung Der Bau der ursprünglich 167,60 Meter langen, 30,66 Meter hohen und 9,05 MeterBurkhard Wollenweber: Historische Brückenkonstruktionen – technische Bauwerke der Eisenbahn in Niedersachsen. Ein Beitrag zur Geschichte des Brückenbaus im 19. Jahrhundert (= Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Niedersachsen. 33). Hameln 2006, ISBN 978-3-8271-8033-9, S. 192. (Digitalisat auf digi.ub.uni-heidelberg.de, abgerufen am 11. April 2026) breiten Brücke aus Sandsteinquadern dauerte von 1852 bis 1855. Die Brücke hatte fünf Rundbögen mit einer lichten Weite von jeweils 21 Meter. Über sie führten zwei Bahngleise. Das Bauwerk wies zeittypische Architekturelemente auf, wie Archivolten in den Gewölbebögen, Brückenaugen an den Pfeilern und eine Balustrade mit Brüstungspfeilern, ein Rundbogenfries mit profiliertem Deckgesims. Ob die geplanten turmähnlichen Aufbauten im Bereich der Brückenwiderlager zur Ausführung kamen, ist nicht bekannt.

Die landschaftsprägende Brücke zählte zu den bedeutendsten Kunstbauten im damaligen Königreich Hannover. Sie war die größte massive Eisenbahnbrücke der hannoverschen Bahnen vor der 14 km nordöstlich gelegenen Werratalbrücke Münden.

Sprengung und Wiederherstellung mini|Im Vordergrund die neue Fuldatalbrücke Kragenhof, dahinter die alte Fuldatalbrücke Kragenhof von 1855/1949 mini|Sicht vom linken Fuldaufer (2022) Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs sprengten deutsche Truppen im April 1945 die Fuldatalbrücke, um den Vormarsch von US-amerikanischen Truppen zu verhindern. Im August 1945 bauten US-Truppen auf den vorhandenen Pfeilerresten des alten Bauwerkes eine stählerne Behelfsbrücke. 1947 wurden die alten Pfeiler- und Gewölbereste abgebrochen, zwei neue konische Pfeiler aus Stahlbeton mit SandsteinverblendungHelga Haeberlin: Die Eisenbahn, auf mein-spiekershausen.de, abgerufen am 11. April 2026. hochgezogen und dann darauf unter Verwendung der alten Widerlager bis 1949 „dauerbehelfsmäßig“ ein genieteter Fachwerkträger aus Stahl mit SKR-System (Schaper-Krupp-Reichsbahn-System) errichten, ähnlich wie beim Neubau der Werratalbrücke Münden. Die neue Brücke ist wieder zweigleisig, jedoch nur noch 27 Meter hoch.

1991 wurde die wiederaufgebaute Brücke als Baudenkmal unter Schutz gestellt.

Literatur Burkhard Wollenweber: Historische Brückenkonstruktionen – technische Bauwerke der Eisenbahn in Niedersachsen. Ein Beitrag zur Geschichte des Brückenbaus im 19. Jahrhundert (= Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Niedersachsen. 33). Hameln 2006, ISBN 978-3-8271-8033-9, S. 192. (Digitalisat auf digi.ub.uni-heidelberg.de, abgerufen am 11. April 2026)

Weblinks

Fuldabrücke Kragenhof im Denkmalatlas Niedersachsen Fuldabrücke Kragenhof, technische Beschreibung der Brücke auf structurae.de Fotos der Brücke aus den 1980er Jahren

Einzelnachweise

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