Die Gmina Kolbudy ist eine Landgemeinde im Powiat Gdański in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Sie hat eine Fläche von 82,8 km², auf der  Menschen leben (). Ihr Sitz ist das gleichnamige Dorf ( Ober Kahlbude, kaschubisch Kôlbùdë).

Geographie mini|links|Karte der Landgemeinde Die Landgemeinde liegt in Pommerellen auf der Danziger Höhe. Die Gemeinde grenzt mit dem Ort Kowale unmittelbar an die Stadt Danzig. Die Gegend gehört zur Kaschubischen Schweiz und ist reich an Seen und Wasserläufen. Die Wasserkraftwerke am kleinen Fluss Radunia (Radaune) lieferten bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts Strom an die Stadt und die Betriebe in Danzig. 34 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Geschichte Mit der Ersten Polnischen Teilung kam das Gemeindegebiet 1772 zum Königreich Preußen und zur Provinz Westpreußen. Von 1818 bis 1920 gehörte das Gebiet zum Kreis Karthaus. Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags fiel das Gebiet mit dem Kreis Danziger Höhe nach dem Ersten Weltkrieg 1920 an die Freie Stadt Danzig.

In der Folge des Zweiten Weltkriegs gelangte Westpreußen an Polen. Die ortsansässige Bevölkerung wurde vertrieben.

Von 1975 bis 1998 gehörte die Landgemeinde zur Woiwodschaft Danzig. 1998 wurde der Gemeindesitz von Kolbudy Górne in Kolbudy umbenannt (Górne entspricht dem früheren Ober). Bedingt durch die gute Verkehrsanbindung entwickelte sich das Dorf Kowale zu einer Siedlung mit vorstädtischem Charakter.

Gemeindepartnerschaften Es bestehen Gemeindepartnerschaften mit Nemenčinės seniūnija in Litauen sowie den Städten Jaworiw in der Ukraine und Uffenheim in Deutschland.

Gemeindegliederung Schulzenämter Zur Landgemeinde Kolbudy gehören fünfzehn Ortsteile mit jeweils einem Schulzenamt.

polnischer Name deutscher Name (bis 1945) Einw.(2006) Lage BildBabidół Ziegelei Babenthal 115 Bąkowo Bankau 260 100px|See bei BąkowoBielkowo Groß Bölkau1939–1945 Bölkau 252 100px|Ortslage von BielkowoBielkówko Klein Bölkau 1392 100px|Bahnhof in BielkówkoBuszkowy Ober Buschkau 620 Czapielsk Czapielken 838 100px|Ruine in CzapielskJankowo Gdańskie Jenkau 2137 100px|Kapelle in Jankowo GdańskieKolbudy Ober Kahlbude 3621 100px|Pfarrkirche in KolbudyKowale Kowall 5719 100px|Wohnbauten in KowaleŁapino Lappin 635 100px|ŁapinoLisewiec Lissau 218 Lublewo Gdańskie Löblau 1512 100px|Ortslage von Lublewo GdańskieOstróżki Ostroschken 106 Otomin Ottomin 726 100px|Ortslage von OtominPręgowo Prangenau -?- 100px|Ehemaliger Haltepunkt in Pręgowo

Weitere Ortschaften mini|Radunia bei Bielkówko Die Landgemeinde umfasst drei weitere Ortschaften ohne Schulzenamt. Gołąbkowo (Golmkau über Praust) Krymki (Krönke, 1939–1945 Krönken) Nowiny (Neuheit)Früher Neuheide.

Zu Klein Bölkau gehörte der Wohnplatz Schlangenberg – Żmijewo gehört noch zu Bielkówko, hat aber keine Einwohner mehr.

Denkmalgeschützte Sehenswürdigkeiten Neben den drei alten Kirchen sind auch die modernen Pfarrkirchen von Kolbudy und Kowale sehenswert. Kirche in Czapielsk, 18. Jahrhundert Kirche in Lublewo Gdańskie, 14. Jahrhundert und 1683 Pfarrkirche in Pręgowo, 14. und 18. Jahrhundert Gut in Bielkowo, Parkanlage, Zaun und Tor – Ruine des Vorwerks, 18. und 19. Jahrhundert

Verkehr Die Schnellstraße S6 bindet Kowale im Osten der Landgemeinde an Danzig und Gdynia an.

Von 1886 bis 1994 (Personenverkehr) und bis 2002 (Güterverkehr) bestand Anschluss an eine Bahnstrecke von Pruszcz Gdański über Kartuzy und Lębork nach Łeba. Der Betrieb wurde aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.

Persönlichkeiten Krzysztof Arciszewski (1592–1656), Vize-Gouverneur und Admiral von Niederländisch-Brasilien, wurde 1648 Besitzer des Dorfs Buschkau Karl-Heinz Bartsch (1923–2003, * in Löblau), stellvertretender Minister für Landwirtschaft (DDR), kurzzeitig Mitglied des Zentralkomitees der SED und Kandidat des Politbüros Liselotte Eder (1922–1993, * in Kowall), Übersetzerin und Schauspielerin, Mutter von Rainer Werner Fassbinder Erich Gust (1909–1992, * in Klein Bölkau), Lagerführer im KZ Buchenwald und in Stutthof August Malotki von Trzebiatowski (1808–1873, * in Klein Bölkau), preußischer Generalleutnant. Wilhelm Arthur Passow (1814–1864), Gymnasiallehrer, Philologe und Literaturhistoriker, geboren in Jenkau

Weblinks

Website der Gemeinde

Fußnoten