Bernd Strauß (* 27. Februar 1959; † 27. September 2026) war ein deutscher Sportpsychologe und Hochschullehrer.

Leben Strauß studierte von 1979 bis 1987 Psychologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und war danach wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sport und Sportwissenschaft. 1987 erlangte er seinen Diplomabschluss und 1992 seine Doktorwürde (Thema: „Konfundierungen beim Komplexen Problemlösen“), 1998 schloss Strauß bei Herbert Haag seine Habilitation (Thema: „Die Beeinflussung sportlicher Leistungen durch Sportzuschauer“) ab.

1998 trat Strauß eine Professur für Sportpsychologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) in Münster an. Rufe nach Tübingen (2005) und Heidelberg (2008) auf eine Professur lehnte er ab. Von 2001 bis 2006 sowie von 2008 bis 2010 hatte er das Amt des Dekans des Fachbereichs „Psychologie und Sportwissenschaft“ inne, von 2012 bis 2016 und von 2022 bis 2026 war er Prodekan. Innerhalb der Universität übernahm er weitere Funktionen, z. B. Vorsitzender der Rektoratskommission für strategische Planung und Qualitätssicherung (RSPQ) und Gründungsvorsitzender des Tenure Boards der Universität (2019 bis 2022). 2009 wurde er an der Westfälischen Wilhelms-Universität zudem Beauftragter für Spitzensport.

Im Frühjahr und Sommer 2011 weilte Strauß als Gastprofessor an der Universität Wien und im Februar 2015 an der Swinburne University im australischen Melbourne.

Von 2003 bis 2009 war Strauß der Vorsitzende der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (DVS) und wurde 2012 mit der Goldenen Ehrennadel der DVS ausgezeichnet. Im September 2019 wurde Strauß zum Ehrenmitglied der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft ernannt. Im Mai 2013 wurde er zum Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie in Deutschland gewählt und 2015, 2017 sowie 2019 wiedergewählt. Er blieb bis 2021 im Amt.

Von 2001 bis 2004 amtierte Strauß als geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift für Sportpsychologie. Von 2011 bis 2022 war er zusammen mit Nikos Ntoumanis geschäftsführender Herausgeber der wissenschaftlichen Zeitschrift „Psychology of Sport and Exercise“.

Von 2014 bis 2017 war Strauß Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp). Im Mai 2017 wurde er Vorsitzender der PotAS-Kommission (Potenzialanalyse), die vom Deutschen Olympischen Sportbund sowie dem Bundesministerium des Innern als „zentrales Element in der Spitzensportreform“ eingesetzt wurde, um „die Förderwürdigkeit deutscher Sportverbände und Spitzensportler“ zu bewerten. Im August 2017 trat Strauß aus gesundheitlichen Gründen von diesem Amt zurück. Im Juli 2022 wurde Strauß bei der Europäischen Vereinigung für Sportpsychologie (FEPSAC) Vizepräsident für die Bereiche Forschung und Kommunikation.

Für die Ausrichtung der Tagung anlässlich des 50. Geburtstags der Europäischen Vereinigung für Sportpsychologie (FEPSAC) im Juli 2019 wurde der Abteilung Sportpsychologie der Westfälischen Wilhelms-Universität unter Strauß’ Leitung im April 2023 der Kongresspreis der Stadt Münster verliehen. Im Mai 2023 wurde Strauß mit der Hermann-Rieder Ehrennadel ausgezeichnet. Die Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie in Deutschland würdigte auf diese Weise dessen „langjährige Verdienste für die Sportpsychologie“. Er richtete darüber hinaus zahlreiche Tagungen aus, u. a. zweimal den mehrtägigen Hochschultag der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft 2003 und 2025 (zusammen mit Maike Tietjens) sowie die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie in Deutschland (2002, 2006, 2016).

Forschungstätigkeit Schwerpunkte seiner Forschungstätigkeit sind die Themengebiete „Expertise im Sport“, „Sozialpsychologische Aspekte des Sports“ sowie Forschungsmethoden. Darüber hinaus beschäftigte er sich unter anderem mit Zusammenhängen zwischen Sport und Medien, Sportberichterstattung sowie mit dem Thema Sportzuschauer. Insgesamt hat Strauß mehr als 130 wissenschaftliche Zeitschriftenbeiträge und mehr als 30 Bücher veröffentlicht. Unter anderem hat er gemeinsam mit Herbert Haag und Michael Kolb im Rahmen der Schriftenreihe „Grundlagen zum Studium der Sportwissenschaft“ 2003 den Band „Datenanalyse in der Sportwissenschaft : hermeneutische und statistische Verfahren“ herausgegeben.

Strauß hat zahlreiche drittmittelgeförderte Projekte (mit Förderung von u. a. DFG, BISp, EU) eingeworben, u. a. war er Mitantragsteller des DFG-Graduiertenkollegs. 2009 und 2010 leitete er das Forschungsprojekt „Evaluation und Weiterentwicklung des Talentsichtungskonzepts des Deutschen Handball-Bundes“ sowie 2011 „Unterstützung der Talentsichtungsmaßnahmen des Deutschen Handball-Bundes“ Hinzu kamen unter anderem Forschungsprojekte, bei denen Dressurreiter mit Behinderung auf Wettkämpfen (Paralympische Spiele, Weltreiterspiele) sportpsychologisch begleitet wurden.

Einzelnachweise

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