Wassmer WA-40 ist eine Serie von Kleinflugzeugen des französischen Herstellers Wassmer Aviation in Issoire. Es handelt sich dabei um vier- bis fünfsitzige Tiefdecker identischer Grundkonstruktion mit unterschiedlichen Motorisierungen und Ausstattungen.

Geschichte Nachdem Wassmer ab 1955 zunächst Flugzeuge des Typs Jodel D112 in Lizenz gebaut hatte, begann das Unternehmen in den 1950er Jahren mit der Entwicklung einer eigenen Konstruktion. Die WA-40 Super IV hatte ihren Jungfernflug 1959. Sie wurde in drei Varianten, dem Grundmodell Directeur, der Luxusausführung Commandant du Bord und der IFR-tauglichen President, gebaut. Ab 1965 bot Wassmer das Modell WA-41 Baladou an. Die WA 4/21 Prestige schloss die Serie schließlich ab. Das Unternehmen produzierte Modelle der Serie bis 1977.

Konstruktion Die WA-40 Serie ist ein vier- bzw. fünfsitziger, einmotoriger Tiefdecker mit Kolbentriebwerk und einziehbarem Bugradfahrwerk. Der Rumpf ist eine Stahlrohrkonstruktion. Die Tragflächen, das Leitwerk und die Steuerflächen bestehen aus einer Holzkonstruktion mit Sperrholzbeplankung und einer Stoffbespannung. Als Einstieg dient die nach hinten verschiebbare Kabinenhaube. Die WA-41 Baladou wurde mit einem starren Fahrwerk gebaut.

Technische Daten mini|Dreiseitenansicht WA-41 Baladou WA-40 Super IV WA-41 Baladou WA-4/21 Prestige Triebwerk Avco Lycoming O-360-A1A Avco Lycoming IO-540 Leistung Spannweite 10 m 10,05 m Länge 8,09 m 7,8 m Flügelfläche 16 m² Flügelstreckung 6,3 Höhe 2,86 m 2,96 m Leermasse 700 kg 680 kg 820 kg maximale Abflugmasse 1200 kg 1410 kg Höchstzulässige Belastung 4,4 g / −2,2 g 3,8 g / −1,9 g Reisegeschwindigkeit Höchstzulässige Geschwindigkeit Überziehgeschwindigkeit bei ausgefahrenen Klappen Überziehgeschwindigkeit bei eingefahrenen Klappen Tankinhalt 220 Liter Reichweite (bei 75 % Leistung) 750 NM 675 NM

Unfälle Am 22. Juli 2011 flog ein Pilot mit seiner Wassmer WA-40 von Périgueux in Frankreich nach Peterborough in Großbritannien. Über dem Ärmelkanal geriet er in IMC-Bedingungen und versuchte mit Hilfe des Flight Information Service wieder in VMC-Bedingungen zurückzukehren. Zeugen beobachteten den Absturz der Maschine in der Nähe von Lichfield und sagten aus, Geräusche wie bei Kunstflugmanövern gehört zu haben. Des Weiteren seien Teile des Flugzeugs wie Blätter vom Himmel gesegelt. Die Maschine wurde bei dem Aufprall völlig zerstört und der Pilot wurde getötet. Die Untersuchung des AAIB ergab, dass der Pilot vermutlich durch die IMC-Bedingungen, für die er nicht ausgebildet war, die Kontrolle über das Flugzeug verlor. Bei dem Versuch, die Maschine wieder unter Kontrolle zu bringen, wurde die bereits vorgeschädigte Struktur der Maschine überlastet und das Flugzeug brach auseinander.

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Geschäftsreiseflugzeug Kategorie:Erstflug 1959 Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor