Gisela Brinker-Gabler (geb. Gabler; * 19. November 1944Gisela Brinker-Gabler: Tiecks Bearbeitungen altdeutscher Literature: Produktion, Konzeption, Wirkung. Ein Beitrag zur Rezeptionsgeschichte älterer deutscher Literatur. Köln. 1973. darin: Lebenslauf in Hindenburg, Oberschlesien;Die Deutsche Frauenbewegung: die soziale Rolle der Frau im 19. Jahrhundert und die Emanzipationsbewegung in Deutschland / hrsg. von Ingeborg Drewitz. Hohwacht, 1983. S. 159 † 6. Juni 2019 in New York Cityhttps://www.mla.org/Membership/In-Memoriam/In-Memoriam-2019-20) war Professorin für Comparative Literature an der State University of New York in Binghamton, USA. Sie gilt als eine der führenden westdeutschen Pionierinnen der feministischen Literaturkritik.
Studium und Beruf Nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Pädagogik promovierte Gisela Brinker-Gabler 1973 in Köln mit einer Arbeit über Ludwig Tieck. Im Anschluss war sie 1974/75 als Assistant Professor für deutsche Sprache und Literatur an der University of Florida, Gainesville, USA, tätig. Danach nahm sie Lehraufträge an der Universität-Gesamthochschule Essen (ab 1976) und der Universität Köln (ab 1981) wahr.
Ab Ende der 1970er Jahre gab Brinker-Gabler mehrere bahnbrechende Editionen und Lexika zu deutschsprachigen Schriftstellerinnen heraus, mit denen sie sich „außerordentliche Verdienste um die deutsche Literatur von Frauen“ erwarb. Mit ihrer grundlegenden Quellenarbeit und ihrem Lesen der bestehenden, männlich dominierten Literaturhistoriographie gegen den Strich machte sie viele wenig bekannte, vergessene oder missachtete Texte von Frauen wieder zugänglich. So veröffentlichte sie 1978 mit Deutsche Dichterinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart eine Anthologie deutschsprachiger Lyrikerinnen. Zu diesem Zeitpunkt lagen kaum Vorarbeiten oder Auswahlkategorien für eine solche Zusammenstellung vor. In der aufschlussreichen Einleitung analysierte sie die Rahmenbedingungen, unter denen die Autorinnen geschrieben hatten, nämlich die gesellschaftlichen Erwartungen, die mangelnden Bildungsmöglichkeiten für Frauen und die kaum vorhandenen literarischen Kontakte. Anhand anti-feministischer Literatur und Zitaten führender Autoren belegte sie, dass Schriftstellerinnen nicht ernst genommen wurden. Die Einleitung gilt als eines der besten Essays über deutsche Schriftstellerinnen.
Im Kontext der neuen Frauenbewegung führten die großen Verlage Ende der 1970er Jahre eigene Frauenreihen ein. 1978 wurde auf Brinker-Gablers Vorschlag hin die Sachbuch-Reihe „Die Frau in der Gesellschaft – Frühe Texte“ des S. Fischer Verlags etabliert. Das Ziel der Reihe war nach eigener Aussage, die in den 1970er Jahren erneuerte Diskussion zu Status und Selbstverständnis der Frau auf die historische Tradition zurückzuführen. Brinker-Gabler war von 1978 bis 1986 Herausgeberin der Reihe.
Von 1988 bis zu ihrem Tod war Brinker-Gabler Professorin für Comparative Literature an der State University of New York in Binghamton. Von 2007 bis 2010 war sie Vorsitzende des Departments. 1991 war sie zudem Distant visiting professor (NEH) an der University of Minnesota, Morris. 1999/2000 war sie Käthe-Leichter-Professorin an der Universität Wien.
2012 veröffentlichte sie die als aufschlussreich bezeichnete Studie Image in Outline über Lou Andreas-Salomé. Kurz davor einige Vorüberlegungen als Aufsatz: „Bild und Wort. Lou Andreas-Salomé und Walter Benjamin“.
Persönliches Gisela Brinker-Gabler war mit dem Chemiker Udo H. Brinker verheiratet, der ordentlicher Professor für Chemie an der Universität Wien ist. Das Ehepaar hat einen Sohn.
Schriften
Als Autorin Zugleich Dissertation Universität Köln von 1973.
Weblink:
Deutsche Übersetzung:
Als Herausgeberin Mit Einleitung von Gisela Brinker-Gabler. Erweiterte Neuausgabe: Frühe Texte von Lou Andreas‑Salomé, Hedwig Dohm, Isolde Kurz, Rosa Mayreder, u. a.
Edition von literarischen Texten, wissenschaftlichen Beiträgen und Dokumentationen aus der Zeit von 1861 bis zu 1929 (ein Text ist von um 1200). Die Texte stammen von Hartmann von Aue, Fanny Lewald, Lily Braun, Marie Wegner, Emma Döltz, Louise Otto-Peters, Hedwig Dohm, Clara Zetkin, Else Lüders, Else Eberhardt, Alice Salomon, Käthe Schirmacher, Agnes Karbe, Maria Lischnewska, Ricarda Huch, Wally Zepler, Emma Ihrer, Gertrud Hanna, Marianne Schiller, Susanne Suhr, Käthe Leichter, Frieda Glass, Marie-Elisabeth Lüders, Charlotte von Reichenau und Lina Morgenstern. Digitale Neuausgabe 2015 (ISBN 978-3-10-560709-1). Digitale Neuausgabe 2016 (ISBN 978-3-10-560937-8). Digitale Neuausgabe 2015 (ISBN 978-3-10-560710-7).
(daraus erstes Kapitel).
Weblinks Homepage von Gisela Brinker-Gabler Information zu Gisela Brinker-Gabler, Binghamton University Aufsatz „Bild und Wort: Lou Andreas-Salomé und Walter Benjamin“
Einzelnachweise
Kategorie:Literaturwissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Binghamton University) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1944 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Frau