Die Europäische Freie Allianz (EFA) ist eine europäische politische Partei, die nationale, regionale und autonome Parteien der Europäischen Union umfasst. Heute sind 40 europäische Regionalparteien Mitglied der EFA. Parteivorsitzende ist Lorena Lopez de Lacalle von der Eusko Alkartasuna (Baskenland/Spanien).
Die Mitgliedsparteien treten zur Europawahl an. Derzeit ist die EFA mit 10 Abgeordneten im Europaparlament vertreten. Die EFA bildet seit 1999 eine Fraktionsgemeinschaft mit den Grünen unter dem Namen Die Grünen/Europäische Freie Allianz. Der Vorsitzende der EFA-Gruppe ist gleichzeitig erster stellvertretender Fraktionsvorsitzender; dies ist seit dem Juni 2024 Diana Riba von der Esquerra Republicana de Catalunya. Davon abweichend schließen sich einzelne, meist spanische, EFA-Mitglieder der Fraktion Die Linke an und die Abgeordneten der flämischen N-VA gehören seit 2014 der nationalkonservativen EKR-Fraktion an.e-f-a.org
Im Ausschuss der Regionen gehören die Mitglieder der EFA der Fraktion Europäische Allianz an.
Geschichte +Mitglieder der EFA im Europaparlament jeweils zu Beginn der Legislatur Jahr Abgeordnete Fraktion 1979 CDI 1984 RBW 1989 RBW 1994 ERA 1999 G/EFA 2004 G/EFA 2009 G/EFA 2014 G/EFA, EKR 2019 G/EFA, EKR 2024 G/EFA, EKR, Linke, EVP Im Juni 1979, kurz nach der ersten direkten Wahl zum Europäischen Parlament, unterzeichneten acht regionalistische und nationalische Parteien die "Charta der Zusammenarbeit für den Aufbau eines Europas der Nationen". Dies führte zur Gründung der EFA 1981 in Brüssel. Gründungsmitglieder waren sechs Parteien – die flämische Volksunie (VU), die friesische Fryske Nasjonale Partij (FNP), die irische Independent Fianna Fáil unter Neil Blaney, die Partei der deutschsprachigen Belgier (PDB), die Partei für die Organisation einer Freien Bretagne und die Elsass-Lothringen Nationale Vereinigung – sowie drei Beobachter: die französisch-korsische Unione di u Populu Corsu (UPC), die südfranzösische Partit Occitan und die katalanische Convergència Democràtica de Catalunya (CDC). In der Gründungserklärung erklärte die EFA "integrierten" Regionalismus, Dezentralisierung und Subsidiarität zu ihren Zielen. Von diesen Parteien war nur die VU im Europaparlament vertreten, nach der Europawahl 1984 auch die CDC. Die VU-Abgeordneten waren dabei ab 1984 Mitglied der ersten Regenbogenfraktion, der auch Abgeordnete andere regionalistische Parteien sowie Grüne angehörten. Nachdem der Europawahl 1989 bildete sich die zweite Regenbogenfraktion, deren Mitglieder größtenteils der EFA angehörten, wenn sich auch nicht alle Mitglieder der EFA der Regenbogenfraktion angehörten. So waren die CDC-Abgeordneten Mitglieder der liberalen Fraktion, die CDC wechselte dann später auch zur Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa. 1991 hatte die EFA bereits 21 Mitgliedsparteien.
1995 konstituierte sich die EFA im Einklang mit den Bestimmungen des Artikels 138a des EG-Vertrag als Europapartei unter dem Namen Demokratische Partei der Völker Europas – Europäische Freie Allianz (DPPE-EFA) neu. Bei der Europawahl im selben Jahr verloren die Parteien der EFA den Großteil der Mandate. Die drei verbleibenden EFA-Abgeordneten (je einer von SNP, VU und CC) schlossen sich der Fraktion der Radikalen Europäischen Allianz an. Die größte EFA-Mitgliedspartei, die italienische Lega Nord, wurde dabei vor der Wahl suspendiert, nachdem sie eine Koalition mit der postfaschistischen Alleanza Nazionale eingegangen war. Nach der Europawahl 1999 konnte die EFA sich auch zehn Mandate verbessern. Zusammen mit der Europäischen Föderation Grüner Parteien bildete man die noch heute bestehende Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz.
Am 9. November 2000 veröffentlichte die EFA eine programmatische Brüsseler Deklaration. Die EFA sieht sich darin selbst als eine Allianz staatenloser Völker, die Anerkennung, Autonomie, Unabhängigkeit anstreben und eine richtige Stimme in Europa wollen. Sie ist EFA Verfechterin einer Europäischen Union freier und untereinander solidarischer Völker, begründet auf dem Subsidiaritätsprinzip. Zeitgleich gründet sich die EFA-Jugend.
Auf dem EFA-Kongress am 25. und 26. März 2004 in Barcelona wurde die EFA als politische Partei gemäß den neuen EU-Vorschriften (EC 2004/2003; Entscheid des Rats und des Europäischen Parlaments vom 4. November 2003) gegründet und am 13. Oktober 2004 offiziell als politische Partei auf europäischer Ebene anerkannt. Damit löste sich die Partei auch organisatorisch von der EFA-Gruppe innerhalb der Grünen/EFA-Fraktion. Bei der Europawahl 2004 konnten nur vier Kandidierende der EFA ins Europaparlament einziehen. 2007 wurden die Grundsätze der EFA in der Bilbao-Deklaration erweitert. Im September 2007 gründete die EFA ihre politische Stiftung, das Centre Maurits Coppieters, benannt nach Maurits Coppieters (VU), einem der Gründungsväter der EFA.
Bei der Europawahl 2009 zog die EFA mit sechs Abgeordneten ins Europäische Parlament ein. Nach der Wahl trat auch die Nieuw-Vlaamse Alliantie (N-VA) der EFA bei, die sich beim Zerfall der VU als ehemals rechter Flügel der Partei den konstituiert hatte. 2011 hatte die EFA 36 Mitgliedsparteien. Bei der Europawahl 2014 konnte sich die EFA nicht zuletzt werden der N-VA auf elf Mandate verbessern. Aufgrund ideologischer Differenzen mit den flämischen Grünen schlossen sich die vier MdEP der N-VA jedoch der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformisten (ECR) an. Bei der Europawahl 2019 konnte die Zahl der Mandate gehalten werden. Jedoch verlor die EFA durch den Brexit im Januar 2020 die vier Mandate der britischen Mitgliedsparteien SNP und Plaid Cymru. Bei der Europawahl 2024 hielt man die nun acht Mandate. Diese teilen sich aber inzwischen vier Fraktionen auf.
Finanzierung Als registrierte europäische politische Partei hat die Partei Anspruch auf öffentliche europäische Finanzmittel, die sie seit 2004 kontinuierlich erhält.
Nachstehend ist die Entwicklung der europäischen öffentlichen Mittel dargestellt, die die Partei erhalten hat.
In Übereinstimmung mit der Verordnung über europäische politische Parteien und europäische politische Stiftungen sammelt die Partei auch private Mittel, um ihre Aktivitäten mitzufinanzieren. Ab 2025 müssen europäische Parteien mindestens 10 % ihrer erstattungsfähigen Ausgaben aus privaten Quellen aufbringen, während der Rest aus europäischen öffentlichen Mitteln gedeckt werden kann.Für die Zwecke der europäischen Parteienfinanzierung beziehen sich „Beiträge“ auf finanzielle oder Sachleistungen von Parteimitgliedern, während „Spenden“ dasselbe bezeichnen, jedoch von Nichtmitgliedern geleistet werden.
Nachstehend ist die Entwicklung der von der Partei erhaltenen Beiträge und Spenden dargestellt.
Mitgliedsparteien Die EFA hat (Stand 15. Februar 2024) 40 Mitgliedsparteien:Mitgliedsparteien der Europäischen Freien Allianz Land Partei Region bzw. Minderheit MdEP Nationale AbgeordneteAleanca Maqedonase për Integrimin EuropianMazedonierNicht in der EU– Demokratische Partei Arzachs Nicht in der EU Nieuw-Vlaamse Alliantie OMO Ilinden PIRIN Slawische Mazedonier – – Schleswigsche Partei Deutsche in Nordschleswig – – Bayernpartei – – Südschleswigscher Wählerverband Dänen und Nordfriesen in Südschleswig – Ålands Framtid – – Unvaniezh Demokratel Breizh Bretonen in der – Unitat Catalana – Nordkatalonien (Languedoc-Roussillon) – – Partit Occitan – – Femu a Corsica – Partitu di a Nazione Corsa – Mouvement Région Savoie – – Unser Land – – Komma Isotitas, Irinis ke Filiasnationalia.info Westthrakientürken – - Alliance Valdôtaine – – Union Valdôtaine – Comitato Libertà Toscana – – Patto per l’Autonomia 20px|class=noviewer Friaul – – Siciliani Liberi – – Fryske Nasjonale Partij – – Enotna Lista Kärntner Slowenen – – Erdélyi Magyar Szövetség Ungarn in Rumänien – Liga socijaldemokrata Vojvodine Nicht in der EU Oljka – stranka slovenske Istre 20px|class=noviewer Istrien – – Andalucía por Sí – –Estau Aragonés – –Eusko Alkartasuna – Französisches Baskenland und – – Bloque Nacionalista Galego Esquerra Republicana de Catalunya – Nordkatalonien (Languedoc-Roussillon) PSM-Entesa Nacionalista 20px|class=noviewer Mallorca – – Més per Menorca 20px|class=noviewer Menorca – – Nueva Canarias – – Més-Compromís Moravské zemské hnutí20px|class=noviewer Mähren – – Scottish National Party Nicht in der EU Plaid Cymru Mebyon Kernow – The Party for CornwallMebyon Kernow – The Party for Cornwall – Yorkshire Party 20px|class=noviewer Yorkshire – Individuelle Mitglieder (Mitglieder des Europaparlaments) Land MdEP-Name Partei Manuela Ripa Ökologisch-Demokratische Partei Pernando Barrena EH Bildu
Ehemalige Mitglieder Land Partei Region bzw. Minderheit Bemerkung Die Friesen Friesen in 22x22px|class=noviewer Ost-Friesland im Jahr 2019 nicht mehr Mitglied, 2023 aufgelöst Lausitzer Allianz 20px|class=noviewer Lausitz und Sorben in Sachsen und Brandenburg – Partei der deutschsprachigen Belgier 2009 aufgelöst, die meisten Mitglieder sind in die ProDG eingetreten, welche de facto die Nachfolge-Organisation ist ProDG – Volksunie 2001 Aktivitäten eingestellt Sociaal-liberale Partij 2009 Aktivitäten eingestellt Ligue Savoisienne – Lega Nord Padanien 1994 suspendiert, 1996 ausgetreten Alleanza Libera Emiliana – Libertà Emiliana Partito Sardo d’Azione 2018 suspendiert,«Con la Lega Psd’Az snaturato». In: La Nuova Sardegna, 28. April 2018. 2020 ausgeschlossen Union für Südtirol 2008 ausgeschlossen (aufgrund ihrer Opposition zur Bilbao-Deklaration von 2007)Süd-Tiroler Freiheit 2024 ausgetreten Movimento per l’Indipendenza della Sicilia – Lista per Fiume – Lista za Rijeku 20px|class=noviewer Fiume/Rijeka – Latvijas Krievu savienība Russen Am 8. April 2022 suspendiert (aufgrund der Weigerung, Russland für den Überfall auf die Ukraine ab 24. Februar 2022 zu verurteilen), 2024 ausgeschlossen Polska Partita Ludowa Polnische Minderheit in Litauen – Kaszëbskô Jednota 20px|class=noviewer Kaschuben – Ruch Autonomii Śląska 20px|class=noviewer Schlesien – Erdély-Bánság Liga Siebenbürgen und Banat – Magyar Föderalista Párt Ungarn in der Slowakei Aktivitäten eingestellt Strana zivnostnikov Slovenska SzS Prešov und Košice Eusko Alderdi Jeltzalea-Partido Nacionalista Vasco 2004 ausgetreten, nun Mitglied der EDP Chunta Aragonesista im Jahr 2018 nicht mehr Mitglied Partido Andalucista 2015 aufgelöst Aralar und 2017 aufgelöst Megújult Magyarországi Roma Összefogás Párt Roma
Ehemalige Individuelle Mitglieder Land MdEP-Name Partei Fraktion Bemerkung Klaus Buchner Ökologisch-Demokratische Partei G/EFA Im September 2019 beigetreten, übergab sein Mandat am 15. Juli 2020 an Manuela RipaFrançois AlfonsiFemu a CorsicaG/EFAIm Parteien-Bündnis Régions et peuples solidairesPiernicola PediciniparteilosG/EFA
EFA-Mitglieder in europäischen Institutionen
Organisation Institution Sitze Europäisches Parlament Europäische Kommission Europäischer Rat(Staats- und Regierungschefs)
Ziele Am 9. November 2000 veröffentlichte die EFA eine programmatische Brüsseler Deklaration, in der die „staatenlosen Nationen“ Europas die Prinzipien ihres Regionalismus darlegen. Demnach ist die EFA Verfechterin einer Europäischen Union freier und untereinander solidarischer Völker, begründet auf dem Subsidiaritätsprinzip. Sie handelt im Sinne:
der Verteidigung der Menschen- und Völkerrechte, des Umweltschutzes und der nachhaltigen Entwicklung, eines Aufbaus einer gerechten Gesellschaft mit einer politischen Solidarität, die Fortschritt, sozialen Zusammenhalt und Chancengleichheit fördert, einer Neuorientierung der Europäischen Union, die zu sehr von ihren wirtschaftlichen Konzepten beeinflusst ist und die zu sehr zu einer Politik der Liberalisierung, des Wettbewerbs und des Zentralismus tendiert, der Gewaltlosigkeit beim Verfolgen politischer Ziele, der Abschaffung der Kernenergie und der Entwicklung alternativer Energien,