Wainuia ist der Name einer Gattung räuberisch lebender Schnecken aus der Familie Rhytididae in der Unterordnung der Landlungenschnecken (Stylommatophora), deren vier Arten in Neuseeland auf beiden Hauptinseln verbreitet sind. Während sich ein Teil der Arten überwiegend von Regenwürmern ernährt, frisst Wainuia urnula in erster Linie sehr mobile landlebende Flohkrebse.

Merkmale Die Schnecken der Gattung Wainuia zeichnen sich durch sehr dünnes, gehämmertes, dunkles bis ganz schwarzes Gehäuse aus, dessen größter Teil vollständig aus Conchin besteht – also nur Periostracum ist – und bei dem nur die beiden obersten, kleinsten Windungen eine dünne Kalkschicht besitzen.Arthur William Baden Powell (1930): The Paryphantidae of New Zealand: their Hypothetical Ancestry, with descriptions of New Species and a New Genus. Records of the Auckland Institute and Museum 1 (1), S. 17–56, hier S. 51. Die Schalen erreichen bei erwachsenen Schnecken Durchmesser von 21 bis 38 mm.M. Efford, R. Howitt, D. Gleeson (2002): . Journal of the Royal Society of New Zealand 32 (3), S. 445–456.

Die Radula hat bei diesen Arten – ähnlich wie bei Rhytida – in jeder Zahnreihe nur wenige Zähne. Der äußerste randständige Lateralzahn ist nur halb so groß wie der nächste, welcher der größte ist, während die darauf folgenden zur Mitte hin kleiner werden. Anders als bei Rhytida sind sämtliche Radulazähne lang, schlank und von einander ähnlicher Gestalt.

Verbreitung und Vorkommen Die Arten von Wainuia finden sich sowohl auf der Nordinsel als auch auf der Südinsel Neuseelands auf Meereshöhen von mindestens 300 m. Das Vorkommen ein und derselben Art Wainuia urnula auf beiden Inseln spricht laut Arthur William Baden Powell sehr dafür, dass die beiden Hauptinseln erst vor recht kurzer Zeit voneinander getrennt wurden.

Die Schnecken leben in feuchten Mikrohabitaten unter loser, feuchter Laubstreu in Wäldern verschiedener Typen, unter rottenden Farnwedeln oder Grasbüscheln, in Felshalden wie auch in subalpinem Grasland (Tussock).Murray Efford: Distribution and status of native carnivorous land snails in the genera Wainuia and Rhytida. S. 28–31.

Lebenszyklus Wie andere Lungenschnecken sind auch die Wainuia-Schnecken Zwitter, die während der Paarung ihr Sperma austauschen. Bald darauf legen beide Partner in Laubstreu eher große, ovale Eier mit kalkiger Schale.A. C. O’Connor (1945): Notes on the Eggs of New Zealand Paryphantidae, With Description of a New Subgenus. Transactions of the Royal Society of New Zealand 5 (1945–1946), S. 54–57.

Ernährung Die Schnecken der Gattung Wainuia sind zwar alle reine Fleischfresser, unterscheiden sich aber in ihrem Beutespektrum. Während Wainuia edwardi und Wainuia clarki weit überwiegend Regenwürmer fressen, sind die bevorzugten Beutetiere von Wainuia urnula landlebende Flohkrebse (Amphipoda), die mithilfe der vorgestreckten Odontophore mit den Radulazähnen ergriffen, in den Mund der Schnecke befördert und dort zerkleinert werden. Alle Arten der Gattung nachtaktiv.Murray Efford: Journal of Molluscan Studies 66, S. 45–52. London 2000.

Arten Zur Gattung Wainuia gehören folgende Arten:Arthur William Baden Powell: New Zealand Mollusca, William Collins Publishers Ltd, Auckland 1979. ISBN 0-00-216906-1 Wainuia clarki (Powell, 1936), Nordinsel Wainuia edwardi (Suter, 1899), Südinsel Wainuia fallai (Powell, 1946), Südinsel Wainuia urnula (Pfeiffer, 1855), Nordinsel, Südinsel und /

Weblinks Murray Efford: Distribution and status of native carnivorous land snails in the genera Wainuia and Rhytida. (5. Kapitel, Anhang)

Einzelnachweise

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