mini|Firmenzeichen der Glockengießerei J. J. Radler & Söhne um 1890 Die Radlersche Glockengießerei in HildesheimRadlersche Glockengießerei G.m.b.H. Hildesheim. Ehrhardt, Springe 1934 (). war ein im 19. Jahrhundert gegründetes Unternehmen, das bis 1936 mehr als 4.500 Glocken produzierte.o.V.: Radlerstraße, Unterseite des Stadtarchivs Hildesheim zur Erläuterung der Straßennamen auf der Seite hildesheim.de [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 13. April 2018
Geschichte Namensgeber des Unternehmens war der aus Nürnberg gebürtige Johann Jakob Radler (* 1827; † im 19. oder 20. Jahrhundert), der im Alter von 26 Jahren nach Hildesheim ging, wo er um 1853 anfangs in der Gelbgießerei Lange am Ostertor arbeitete. Nachdem dieser Betrieb jedoch kurz darauf einem Feuer zum Opfer gefallen und zudem der Besitzer gestorben war, gründete Radler eine eigene Gießerei, anfangs kurzfristig an der Moltkestraße, schon nach kurzer Zeit ab 1853 jedoch an der Windmühlenstraße.
Radlers Gießerei spezialisierte sich insbesondere auf den Guss von Kirchenglocken: Spätestens ab 1883 unter dem Firmennamen J. J. Radler & Söhne lieferte sie beispielsweise Glocken an die Christuskirche in Hannover.Jens Hage: Die Glocken der Christuskirche. In: Stefanie Sonnenburg, Felicitas Kröger, Wolfgang Pietsch, Claudia Probst, Peter Troche, Rolf Wießell: 1859–2009. 150 Jahre Gemeindegründung Christuskirche Hannover. Akzent-Druck, Hannover 2009, , S. 177–180.
Ab 1924 firmierte die Gießerei unter dem Namen Gebr. Radler.
Spätestens ab 1931 firmierte die Radlersche Glockengießerei als GmbH.Radlersche Glockengießerei G.m.b.H. Hildesheim. Ehrhardt, Springe 1931, /GVK 47283357X. In ihrer Firmengeschichte bis 1936 produzierte das Unternehmen mehr als 4500 Glocken.
Ihren letzten Auftrag erhielt die Radlersche Gießerei zur Zeit des Nationalsozialismus: Der Guss von vier Glocken für die Kirche in Wildemann konnte nicht mehr ausgeführt werden, weil das Material kurz vor dem Guss im Jahr 1936 zugunsten der Rüstungsproduktion beschlagnahmt wurde.
1937 erwarb der Autohändler Dost das Betriebsgelände an der Windmühlenstraße, bevor der Autohandel in das Gewerbegebiet Bavenstedt verlegt wurde. Die Gebäude an der Windmühlenstraße wurden in der Folge abgerissen.
Radlerstraße Die Benennung der Radlerstraße im Hildesheimer Stadtteil Bavenstedt am 11. Juni 1990 erinnert mit ihrer Namensgebung an Johann Jakob Radler und die Radlersche Glockengießerei.
Bekannte Werke (Auswahl) 1883, Hannover, 2 Glocken für die Christuskirche: Große Glocke mit Ton b im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen; kleine Glocke mit Ton d im Juni 1921 für 15.000 Mark an die Kirchengemeinde in Ebersgrün im Vogtland in Sachsen verkauft 1899, Hildesheim: Große Glocke der Andreaskirche 1903, Philippi (Kapstadt), Glocken der Evangelisch-Lutherischen KircheCape Flats, Philippi, Evangelical Lutheran Church. Bilddokumentation in den digitalen Sammlungen der Universität Stellenbosch, auf www.digital.lib.sun.ac.za (englisch). 1923 und 1926, Leveste: Zweite und dritte Glocke in St. AgathaGottfried Pieper: Die Glocken und Orgeln des Kirchenkreises Ronnenberg, Burgwedel o. J., 1982, S. 54
Literatur Radlersche Glockengießerei G.m.b.H. Hildesheim. Ehrhardt, Springe 1934, .
Siehe auch Liste von Glockengießereien
Weblinks
Einzelnachweise
Radler Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Hildesheim) Kategorie:Unternehmensgründung 1853 Kategorie:Aufgelöst 1936 Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Landkreis Hildesheim) Kategorie:Musik (Hildesheim)