Der stimmhafte velare Nasal, nach der in europäischen Sprachen üblichen Schreibung mit dem Digraph ng auch ng-Laut genannt, ist ein in verschiedenen Sprachen der Welt vorkommender Konsonant. Der Laut ist egressiv, stimmhaft, velar, nasal und ein Verschlusslaut. Sein IPA-Zeichen ist [ŋ]. Neben dem Digraph ng werden auch eigene Zeichen für den Laut verwendet, z. B. Ŋ (Saami und Afrika-Alphabet), Ň (Turkmenisch) und G (Fidschi).
Silbenauslaut
Lautliche und orthographische Realisierung des stimmhaften velaren Nasals am Silbenende in verschiedenen Sprachen:
Deutsch : Meist durch <ng>, vor /k/ und /g/ durch bloßes <n> gekennzeichnet. Beispiel: Ding [], Fink [], Singular [] Englisch : Gekennzeichnet durch <ng>, bzw. (vor /g/ und /k/) durch <n>. Beispiel: sing [], angle [], think [] Italienisch : Jedes <n>, dem ein oder ein folgt. Beispiele: vengo [], cinquanta [] Persisch : Jedes <n>, dem ein oder ein folgt. Beispiele: سنگر [], کنکور [] Spanisch : Jedes silbenauslautende <n>, dem ein velarer Konsonant folgt. Beispiel: lengua []
In der griechischen und lateinischen Grammatik heißt der Laut Agma.https://www.duden.de/rechtschreibung/Agma
Wortanfang In manchen Sprachen kann dieser Laut nicht am Wortanfang stehen; dies gilt für die meisten europäischen Sprachen (eine Ausnahme ist Irisch), aber auch beispielsweise für das Koreanische. (In der Koreanischen Schrift (Hangul) dient daher dasselbe Zeichen „“ zur Darstellung des [] im Auslaut und zugleich zur Darstellung eines Silbenbeginns ohne Konsonant, eben weil ein [] im Anlaut sowieso nicht gesprochen werden könnte.)
Zahlreiche andere Sprachen – vor allem in Afrika, Ost- und Südostasien – haben den Laut aber als eigenständiges Phonem auch am Wortanfang.Gregory D.S. Anderson: Feature/Chapter 9: The Velar Nasal The World Atlas of Language Structures Online. Beispiele:
Indonesisch: ngarai [] „Tal“ Vietnamesisch: người [] „Mensch“ Kantonesisch: 鴨 [] „Ente“ Birmanisch: ငါ [] „ich“ Khmer: ងាវ [] „Auster“ Thai: งู [] „Schlange“ Swahili: ng’ombe [] „Rind“, ngoma [] „Trommel“, nge [] „Skorpion“ (letzteres auf dem [] betont) Nganasanisch: ŋonənə „ich selbst“ Pitjantjatjara: ngunytju [] „Mutter“
Tagalog: hier erscheint ein „ng“ sogar als (orthographisch) eigenes Wort, dessen Funktion manchmal als „Genitivmarkierung“ beschrieben wird: Puti ang buhok ng matanda-ng babae. (= Wort für Wort: „Weiß (sind) die Haare der(=Gen.) alten Frau.“) Siehe unter Tagalog #ng-Phrase.
Fußnoten
Kategorie:Konsonant