Felsőrajk ist eine ungarische Gemeinde im Kreis Nagykanizsa im Komitat Zala.
Geografische Lage Felsőrajk liegt 25 Kilometer nördlich des Komitatssitzes Nagykanizsa und 5 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Pacsa, in einem ehemaligen Sumpfgebiet, das durch den Bau des Prinzipal-Kanals (Hauptkanal) urbar gemacht wurde. Nachbargemeinden sind Dióskál, Alsórajk, Pötréte und Zalaszentmihály.
Geschichte Felsőrajk und seine Umgebung waren schon vor der ungarischen Eroberung während der Awarenzeit bewohnt. Bei Ausgrabungen wurde ein awarischer Friedhof entdeckt.
Erstmals wurde der Name 1019 in einer Urkunde der Abtei Zalavár in der Form Rayke erwähnt. Die Bezeichnung geht auf das ungarisch/slawische Rejk zurück, vermutlich der Name des Grundherren in der Zeit des 12. bis zum 19. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert wurde hier eine Burg namens Várhely errichtet, deren Ruinen noch zu sehen sind.
Im Jahr 1913 gab es in der damaligen Kleingemeinde 154 Häuser und 1187 Einwohner auf einer Fläche von 3533 Katastraljochen. Sie gehörte zu dieser Zeit zum Bezirk Pacsa im Komitat Zala.
Latènezeitliches Grab
Im Jahre 1958 wurde bei Grabungsarbeiten für einen Keller das Grab einer Frau aus der Frühlatène (LTA I, ca. 450–380 v. Chr.) zerstört. Bei einer Notgrabung konnten ein Torques (Halsreifen), zwei Bronzearmreife, ein Bronzefußreif, drei bronzene Fibeln und eine Tonschale geborgen werden. Auch in der näheren Umgebung wurden Grabreste mit Artefakten aufgefunden. Diese Funde sind die südlichsten Frühlatènegräber in Ungarn. Sie sind heute in der Schausammlung des Ungarischen Nationalmuseums (Magyar Nemzeti Múzeum) ausgestellt.László Horváth: The surroundings of Keszthely. In: Corpus of Celtic finds in Hungary 1, Transdanubia 1 Budapest 1987, S. 63 ff.; In: Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 540.
mini|hochkant|Römisch-katholische Kirche Szent Anna Umgebung Auf dem Öreghegy, einem Hügel im Osten, wird Wein angebaut. Die Umgebung bietet Gelegenheit zum Wandern. Fischen und der Tierbeobachtung (Luchse). In der Nachgemeinde Pötrétė, 3 Kilometer westlich von Felsőrajk, wird Torf abgebaut.
Sehenswürdigkeiten 1848/49er-Denkmal (1848-49-es szabadságharcosok emlékműve) Römisch-katholische Kirche Szent Anna, ursprünglich im 16. Jahrhundert erbaut, während der Türkenherrschaft zerstört, im 18. Jahrhundert im barocken Stil restauriert, 1878–1880 teilweise umgebaut Weltkriegsdenkmal (I. világháborús emlékmű), erschaffen von Károly Cser
Verkehr In Felsőrajk treffen die Landstraßen Nr. 7527 und Nr. 7532 aufeinander. Der am südwestlichen Rand der Gemeinde gelegene Bahnhof ist angebunden an die Eisenbahnstrecke von Szombathely nach Nagykanizsa. Weiterhin bestehen Busverbindungen nach Pacsa und Nagykanizsa.
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Ort im Komitat Zala Kategorie:Gräberfeld (Kelten) Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Ungarn Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Prinzipal-Kanal