mini|Scott Holmquist auf einer Podiumsdiskussion der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin, 2018 Scott Holmquist (geboren in Minneapolis) ist ein amerikanisch-französischer Konzeptkünstler. Seine Arbeiten umfassen die Produktion von Kunstbüchern, Installationen und den Aufbau von Spezialarchiven. Er arbeitet zu nonkonformen Bewegungen in Schweden, Kalifornien und Deutschland. Bekannt wurde er insbesondere durch seine Arbeiten zu Drogenverkäufern in Berliner Parks und Marihuana-Bauern in Nordkalifornien.
Leben Holmquist wuchs in Minnesota auf, wo er erst als Betonarbeiter gearbeitet hat.Lothar Müller: Die dritte Mauer – Süddeutsche Zeitung In: scottholmquist.com, abgerufen am 11. April 2018.
Studium Holmquist studierte Sozialökonomie an der Universität Göteborg, in dessen Rahmen er sich mit den Löntagarfonderna (Mitarbeiterfonds) beschäftigte und Sozialtheorie an der University of California, Berkeley. Zudem arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institute for Policy Studies in Washington, D.C.
Werk Holmquists künstlerische Arbeit erlangte mediale und institutionelle Aufmerksamkeit. Nach seinen Forschungen zur schwedischen Subkultur Raggare folgten Einladungen zu Vorträgen des Nordiska Museet in Stockholm. Die Washington Post hat in Peace.Love.Insurgency In: furthermorellc.com. seine Arbeit so beschrieben: „politisch und dennoch phantasievoll“.Marc Jenkins: Peace. Love. Insurgency. In: The Washington Post, 8. November 2013.
Über Holmquists Einzelausstellung „Die dritte Mauer und der letzte Held“ im Friedrichshain-Kreuzberg Museum In: fhxb-museum.de, abgerufen am 11. April 2018. schrieb Lothar Müller 2014 in der Süddeutschen Zeitung: „[…Holmquist hat] den Aufstand der Marihuanabauern in Nord Kalifornien gegen die US-Regierung in Form von Kunstbüchern monumentalisiert, überquerte dann den Atlantik, um in den revolutionären Geist von Kreuzberg einzutauchen.“Lothar Müller: Die dritte Mauer – Süddeutsche Zeitung In: scottholmquist.com, abgerufen am 11. April 2018.
Artnet berichtete 2016, dass Holmquists Petition „…[ein] Denkmal für afrikanische Drogenverkäufer in einem Berliner Park im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zu errichten […] politische Unterstützung von der Piratenpartei Deutschland erhielt.“Denkmal für den Afrikanischen Park-Drogendealer In: openantrag.de, Juli 2016. Medien verschiedener Länder berichteten über diese künstlerische Intervention. 2017 und 2018 sorgte Holmquists Ausstellung „Andere Heimaten – Herkunft und Migrationsrouten von Drogenverkäufen in Berliner Parks“, unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, deutschlandweit für Empörung, erhielt aber auch Unterstützung.Thomas Schmoll: Umstrittenes Kunstprojekt: „Dealer-Ausstellung wichtig und mutig“ In: n-tv.de, 2. Dezember 2017, abgerufen am 11. April 2018.Raphael Piotrowski: Ausstellung zu Dealern in Berlin: Drogenhändler im Museum In: taz.de, 21. November 2017, abgerufen am 11. April 2018.
Der Versuch der CDU Berlin im Oktober 2017, die Ausstellung durch ein initiiertes Verfahren in der Bezirksversammlung für das Kreuzberg Museum zu verbieten, wurde durch Abgeordnete der Grünen und der Linken verhindert.
Am 27. Oktober 2020 wurde im Görlitzer Park, Berlin, in einer 24-Stunden-Kunstaktion eine Statue von Scott Holmquist, „LAST HERO“ (Letzter Held), aufgestellt.Trebing, Saskia: Interview mit Künstler Scott Holmquist (Entretien avec l’artiste Scott Holmquist), Monopol Magazin, 31. Oktober 2019. Die Kunstaktion war ein „sit-in“ solidarisch mit den Dealer. „Es geht darum, wie die Reaktionen auf Park-Drogendealer Ängste, Versuchungen und Wünsche kristallisieren und gleichzeitig die Grenzen von Kontrolle und Solidarität verschieben“ sagt der Künstler.Dealer-Denkmal an Berlins Drogen-Hotspot errichtet, Bild, 29. Oktober 2019.
In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 16. Juli 2020, hat der Kulturkritiker Andreas Kilb Holmquists Arbeit „LAST HERO“ mit Burhan Qurbanis Filmadaption von Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz verglichen.Über den Rand der deutschen Wirklichkeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Juli 2020.
Künstlerbücher und Publikationen (Auswahl) Low Tide – object index draft 2 (2014) BGzSReb und BuUmZoG Jahre 2090 (Bundesgesetzes zum Schutz und zur Förderung der Tradition und Kultur der Rebellion (BGzSReb) und dem Bundesumzonungsgesetz (BuUmZoG)) (2013) Hippies & Weed Portable Insurgent, “chronic freedom series,” book – sound-images broadsheet (2013) chronic freedom, “chronic freedom series” (2010) Hot Cars and Cool Media: The Swedish Raggare Subculture, In: The Global Village: Dead or Alive? ed. Ray Brown and Marshall Fishwick (1999, Bowling Green State University Popular Press) Pope in transit; dictator “in transition”. These Times, (29. April 1987) Vital Resources: An Annotated Bibliography in Community Economic Development, Community Information Exchange, National Urban Coalition and Institute for Policy Studies (1987)
Weblinks Scott Holmquists Website (englisch) Thomas Frey: Denkmal für Dealer? Konzeptkünstler bringt über die Piraten Vorschlag in die BVV ein – Berliner Woche, 18. Juli 2016 Vorreyer, Thomas: Diese Künstler widmen Berliner Dealern eine ganze Ausstellung – VICE, 18. November 2017 Vitzthum, Virginia: Better loving through imagery – salon, 12. Mai 2000
Einzelnachweise
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