mini|hochkant|Thure Cederström, Abbildung aus einem historischen Lexikon Thure Nikolaus Freiherr von Cederström (* 25. Juni 1843 in Åryd, heute Gemeinde Växjö, Småland, Schweden; † 21. Mai 1924 in München) war ein schwedischer Genremaler der Düsseldorfer und Münchner Schule.

Leben Cederström, Spross des schwedischen Adelsgeschlechtes Cederström, war ein Sohn des schwedischen Kavallerie-Obersten Klas Anton Graf von Cederström (1795–1849) und dessen Ehefrau Katarina Fredrika Aschan (1805–1881). Sein Großvater war der schwedische Admiral und Minister Olof Rudolf Graf von Cederström (1764–1833), der im Amerikanisch-Tripolitanischen Krieg gefochten hatte. mini|Ein musikalisches Duo Am 4. Oktober 1858 trat Cederström als Kadett in die Militärakademie Karlberg ein. Von 1868 bis 1871 diente er als Offizier in der königlich-schwedischen Leibgarde zu Pferde. Die militärische Laufbahn unterbrach er 1868/1869, um in Paris Kunst zu studieren. Dort fand er in Hugo Salmson einen Lehrer. Zwischen 1872 und 1877 hielt sich Cederström in Weimar und in Düsseldorf auf, wo 1867/1868 sein Cousin Gustaf bei Ferdinand Fagerlin studiert hatte und wo er Privatschüler von Albert Baur dem Älteren war.Friedrich Schaarschmidt: Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunst, insbesondere im XIX. Jahrhundert. Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 1902, S. 321 (Digitalisat)Bettina Baumgärtel, Sabine Schroyen, Lydia Immerheiser, Sabine Teichgröb: Verzeichnis der ausländischen Künstler und Künstlerinnen. Nationalität, Ausbildung und Studium in Düsseldorf. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819–1918. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, Band 1, S. 428 Am 24. Februar 1877 heiratete er in Weimar Elise Semler (1850–1927). Seit 1877 lebte das Paar in München. Zu seinem engeren Freundeskreis zählte dort Eduard Grützner, ein Schüler von Carl Theodor von Piloty.

Ähnlich wie Grützner und wie der Norweger Vincent Stoltenberg Lerche, der zeitgleich in Düsseldorf studierte und arbeitete, verschrieb sich Cederström der Darstellung von Szenen aus dem Klosterleben, die er in detailrealistischer Feinmalerei und mit historistischem Sinn für Kostüme und Ausstattungen ausführte. 1879 erhielt er bei einer Londoner Ausstellung eine Bronzemedaille, die einzige Auszeichnung dieser Art, die ihm zukam. Ab 1883 wirkte Cederström als schwedischer bzw. schwedisch-norwegischer Kommissar auf internationalen Kunstausstellungen in München. Für den schwedischen Ethnografen Artur Hazelius trat er – ein Kenner und Sammler alter Kunst und Kunsthandwerks sowie Mitglied des Münchner Altertumsvereins – bei deutschen Kunst- und Antiquitätenhändlern als Käufer auf.Edward P. Alexander: Museum Masters. Their Museums and Their Influence. 1983, Altamira Press, Walnut Creek/Kalifornien 1995, ISBN 0-7619-9131-X, S. 255 (Google Books) mini|Villa Bavariaring 18 (2010) Cederström wurde engagiertes Mitglied der Münchner Künstlergenossenschaft, insbesondere in deren historischer Kommission, die er 1892 mit anderen ins Leben riefGustav Adolf Horst: Die historische Sammlung und das Archiv der Münchner Künstlergenossenschaft. In: Friedrich Pecht (Hrsg.): Die Kunst für Alle, 8. Jahrgang, Heft 3 vom 1. November 1892, S. 5 ff. (Digitalisat) und die bereits im Dezember 1892 eine Ausstellung ihrer rasch angewachsenen historischen Sammlung veranstaltete.Gustav Adolf Horst: Die historische Sammlung der Münchner Künstlergenossenschaft. In: Kunstchronik, 5. Jahrgang, Nr. 11 vom 4. Januar 1894, S. 170 f. (Digitalisat) 1906 kuratierte er als Vorsitzender der historischen Kommission der Künstlergenossenschaft die Künstlerhaus-Ausstellung Scherz und Ernst aus dem Münchner Künstlerleben.Die Kunst. F. Bruckmann, München 1906, Band 13, S. 569 (Google Books)

Um sich zur Ruhe zu setzen und in eine kleinere Wohnung zu ziehen, veräußerte Cederström im Jahr 1913 seine Villa mit Atelier am Bavariaring 18 in der Münchner Ludwigsvorstadt. Dieses Gebäude war 1887 bis 1889 von dem Architekten Emanuel von Seidl errichtet worden. Gleichzeitig löste er seine Kunst- und Antiquitätensammlung beim Auktionshaus Helbing auf.Hugo Helbing (Hrsg.): Sammlung von Frhr. Thure von Cederström. Auktion in München in der Galerie Helbing, 16. und 17. Dezember 1913. Vorwort von Georg Lill (Digitalisat)

Literatur Cederström, Thure, Freiherr von. In: Hermann Alexander Müller: Biographisches Künstler-Lexikon. Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig 1882, S. 99 (Digitalisat).

Thure Nicolaus Cederström. In: Svenskt biografiskt lexikon, Band 8 (1929), S. 185 (Digitalisat). Horst Ludwig: Münchner Maler im 19. Jahrhundert. F. Bruckmann, München 1981, ISBN 978-3-76541-801-3, Band 1, S. 173.

Weblinks

Gunnar Ekholm: Krusenbergskrucifixet, 1960

Einzelnachweise

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