La Bachellerie (, ) ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Bewohner werden Bacheliers und Bachelières genannt.

Geografie

La Bachellerie liegt etwa 35 Kilometer ostsüdöstlich von Périgueux, etwa 30 Kilometer westlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 29 Kilometer nordnordwestlich von Sarlat-la-Canéda in der Région naturelle des Périgord noir, Teil des gleichnamigen, touristisch benannten Landesteils. Die Gemeinde befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von den Flüsschen Cern, Taravellou, Nuelle und Pouchard sowie von verschiedenen kleineren Wasserläufen.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. La Bachellerie liegt in der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.

Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige, bewaldete Landschaft hauptsächlich südlich des Cern-Tals. Der topographisch höchste Punkt mit befindet sich südlich des Zentrums in der Nähe des Weilers Le Combalou. Der tiefste Punkt liegt mit im Nordosten beim Austritt des Cern aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum befindet sich auf etwa Meereshöhe.

Rund 49 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich genutzt, rund 46 % sind bewaldet, rund 3 % entfallen auf Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen, rund 3 % auf bebaute Gebiete.

La Bachellerie wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:

mini|Risikokarte des Quellungs-/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für La Bachellerie Naturrisiken Naturrisiken manifestieren sich in La Bachellerie als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang des Cern und des Taravellou Stürme, Gewitter, Schnee, große Fröste oder Hitze Dürren Waldbrände Bodensetzungen.

Bestimmte Teile des Territoriums der Gemeinde dürften durch das Risiko einer Überschwemmung durch Überlaufen von Fließgewässern, insbesondere des Cern, beeinflusst werden. Die Gemeinde wurde als Naturkatastrophenzustand für Schäden anerkannt, verursacht durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1983, 1999 und 2008. Ein Plan zur Prävention von Hochwasserrisiken (PPRI) wurde im Jahr 2020 für den Cern und seine Ufer genehmigt.

Die Gemeinde ist der Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Der übergroße Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte zur Vorbeugung von Waldbränden.

Wie die Risikokarte zeigt, ist La Bachellerie zu fast der Hälfte seines Gemeindegebietes mittel bis stark von der Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.

Etymologie und Geschichte Die Ursprünge Das Gebiet der Gemeinde war bereits in der Altsteinzeit und in der Jungsteinzeit besiedelt. Das Dorf entwickelte sich an der Kreuzung zweier Römerstraßen, eine verband Limoges mit Cahors, die andere wurde zur Route nationale 89 von Lyon nach Bordeaux. Der Fernweg aus Limoges überquerte den Cern über eine gepflasterte Furt an einem Ort namens Pater Noster.

Das Mittelalter Auf dem historischen Ursprung des Gemeindegebiets befindet sich die Gemeinde Le Cern (oder Cerno, Mais, Sern), die ihren Namen vom gleichnamigen Flüsschen hat. Der Name Le Cern hat wahrscheinlich seinen Ursprung in der präkeltischen Wurzel °ser- () und einem Suffix -onem. Um dem Historiker Bernard Fournioux zu folgen, würde die Schaffung der Gemeinde zwischen dem 5. und dem 7. Jahrhundert in die erste Periode der Evangelisierung des Gebiets rund um Montignac fallen, die von Kirchen gekennzeichnet sind, die unter dem Schutzpatron Saint-Pierre-ès-Liens () gegründet wurden. Ein erster Kultbau wäre daher in dieser ersten Evangelisierungsperiode in der Nähe des Cern gebaut worden, nicht weit von der Mühle Le Muguet entfernt – ein Schriftstück von 1746 gibt an, dass „die alte Kirche des Cerns im Tal des gegenwärtigen Dorfzentrums war, wo die Mauern der besagten Kirche teilweise weiterbestehen“ und das Kataster von 1825 erwähnt noch den Lieu-dit „L’église“ in der Nähe des Cern. Nichts scheint von diesem ursprünglichen Kirchengebäude geblieben zu sein, noch von denen, die in den folgenden Jahrhunderten folgten. keine archäologische Ausgrabung hat diese Datierung bisher bestätigt, deren Alter derzeit nur auf der Widmung der Kirche an den Erzmärtyrer beruht, genau wie bei den Kirchen von Montignac, Bars und Thonac. Nach zwei päpstlichen Bullen, der ersten von 1153, der zweiten von 1170, gehörte Saint-Pierre von Cern ("Sancti Petri de Corno") zur Abtei von Sarlat, bevor er zu den Mönchen der Abtei von Saint-Amand-de-Coly überging. Die Pfarrgemeinde gehörte zum Erzpriestertum von Saint-Méard (in der Nähe von Excideuil) und dem Bistum Périgueux. Die Kirche wurde 1382 als Ecclesia de Cerne, 1400 als "de Sern" erwähnt.

Die Gemeinde Cern war in der Folge Teil einer der vierzehn Gemeinden, die die Kastellanei von Montignac bildeten, und hatte einen eigenen Gerichtsort, den Weiler Le Pouget. Während des 13. Jahrhunderts teilte der Seigneur von Montignac sein Territorium in einzelne Lehen auf für Ritter seines Gefolges, um seine Kastellorganisation durch sichere Stützpunkte zu schützen. Das "Castrum Novum" (entspricht heute dem Weiler Le Chastel) und viele weitere befestigte Orte werden nach 1257 erwähnt, ein Beleg, dass das Gebiet in dieser Zeit bereits weitgehend mit einem bereits dichten Netzwerk besetzt war. Darüber hinaus zeigt die Aufzählung von Zehnten im Zusammenhang mit der Heiratsurkunde von Jeanne de Pons, Dame von Bergerac, mit Archambaud IV, Graf des Périgord und Kastellan von Montignac, am 26. November 1313, dass im Mittelalter bereits Weinbau in diesem Gebiet entwickelt wurde.

Die geografische Lage erklärt zum Teil die Zerstörung des Dorfes während des Hundertjährigen Kriegs. Nach der Zerstörung wurde das Dorf an anderer Stelle auf den Anhöhen neu errichtet und als La Bachalaria erwähnt (1466). Man nannte es in der Folge La Bachellerie du Cern oder noch 1791 Le Cern de la Bachellerie (auf der Carte de Cassini und 1801 in der Schreibweise La Bachelerie). Der Name ist abgeleitet von der Bezeichnung des Meierhofa eines bacheliers, d. h. eines jungen Adeligen. Aber im Alt-Okzitanischen bedeutete bacalar vorzugsweise „junger Mann“. La Bachellerie stand sehr vermutlich für den Personennamen Bachelier gefolgt von -ie, eine französische Form des okzitanischen -ia und bedeutete „alle Güter von Bachelier“.Tanet, Hordé, Seiten 38–39, 92

Die Neuzeit In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts verkauften und kauften die Könige von Navarra, der Graf von Périgord und die Seigneurs von Montignac, immer auf der Suche nach Liquidität, abwechselnd das Lehen und die Gerichtsbarkeit von Pouget zurück, zunächst von Gilles d’Aubusson, dem Seigneur von Villac, dann von Raymond Arnaud, dem Seigneur von La Faye und schließlich noch einmal von ihrem Kanzler und Generalschatzmeister Jean Du Bousquet. Zwischen 1506 und 1514 erwarb Jean Chapt, Seigneur von Rastignac, die Herrschaft über Le Pouget. Im Juli 1534 erwarb er schließlich alle Pachtzinsen, die Du Bousquets Erbe noch in La Bachellerie besaß. Von diesem Zeitpunkt an veränderte sich die Lage von La Bachellerie, einem einfachen Adelshaus und kleinen Lieu-dit in der Pfarrgemeinde Cern, unter der Führung dieses Herrn erheblich. Statt der schwer zugänglichen Verteidigungsanlagen von Le Chastel oder des Tour du Pouget oder gar seiner eigenen Herrschaftsdomäne Rastignac entschied sich Jean Chapt für La Bachellerie, das den Vorteil hatte, an der Kreuzung zweier wichtiger Fernstraßen zu liegen, nämlich von Toulouse nach Paris und von Bordeaux nach Lyon. Um die Kreuzung zweier Güterwege zu nutzen, erhielt dieser Seigneur, der bei Franz I. hohes Ansehen genossen haben muss, im Oktober 1538 vom König die Erlaubnis, am 22. Juli (dem Tag der heiligen Maria Magdalena) einen jährlichen Jahrmarkt und jeden Montag einen Wochenmarkt zu errichten. Dank dieser Genehmigung konnte Jean Chapt in der Nähe seines Adelssitzes in La Bachellerie eine Markthalle errichten und durch die Pacht- und Steuereinnahmen aus dem Handel, der während des neu geschaffenen Jahrmarkts und Marktes erzielt wurde, deutlich höhere Einnahmen erzielen. Von diesem Zeitpunkt an muss der Weiler La Bachellerie, der damit zum neuen Zentrum der Gemeinde Cern geworden war, um den Adelssitz und die Markthalle herum erheblich gewachsen sein.

Die bewaffneten Konflikte im Zusammenhang mit den Hugenottenkriegen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts dürften dieses Wachstum jedoch gebremst oder zumindest zur allmählichen Schließung des lokalen Marktes geführt haben. Doch sobald der Frieden wieder einkehrte, baute die Familie Chapt ihre Ländereien wieder auf und brachte sie wieder in einen geordneten Zustand. Sie war stets in der Gunst des Hofes und erreichte am 12. März 1617 von Ludwig XIII. in der Person von Jean IV. Chapt die Erhebung ihrer Ländereien in eine Markgrafschaft, ein Titel, der unter dem Namen Rastignac verliehen wurde. Dazu gehörten die Pfarrgemeinden Cern, Peyrignac und Saint-Rabier. Im Jahr 1638 erreichte Jean-François, der 1620 starb, vom König nicht nur die Wiedereinführung des Jahrmarkts und des Wochenmarkts, sondern auch die Schaffung dreier weiterer Jahrmärkte: am Martinstag, am Königstag und zur Fastenzeit.

Das 17. und 18. Jahrhundert waren für La Bachellerie eine Blütezeit. Sie wurde zur wahren Hauptstadt des Gebiets, insbesondere seit die überschwemmungsgefährdete Kirche von Cern zugunsten eines Neubaus in La Bachellerie aufgegeben wurde. Auch hier stand ein Chapt am Ursprung der Verlegung. Die neue Kirche wurde auf Initiative und dank der Finanzierung des Markgrafen François Chapt de Rastignac zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtet. Von diesem Moment an (vor 1709) trug die Pfarrgemeinde den Namen La Bachellerie. Darüber hinaus war es noch ein Chapt de Rastignac, der am Ursprung der Errichtung einer Schmiede „zum Eisenschlagen“ stand – diese wurde vor 1668 in der Nähe der Mühle von Le Pouget errichtet – und einer Presse für durchschnittlichen Wein in der Nähe der Markthalle des Dorfes La Bachellerie. Die Markthalle wurde 1716 wiederaufgebaut.