Die Faistenau ist eine Gemeinde im Bezirk Salzburg-Umgebung im Salzburger Land in Österreich mit Einwohnern (Stand ). Wahrzeichen ist die Dorflinde in Faistenau. mini|Faistenau
Geografie Die Gemeinde liegt im Salzburger Land, 14 Kilometer östlich der Stadt Salzburg. Sie ist die höchstgelegene Gemeinde () des Flachgaues und gehört zum Gerichtsbezirk Seekirchen am Wallersee. An der Westgrenze befindet sich beim Strubklamm-Kraftwerk (680 m) der tiefste Punkt der Gemeinde. An drei Seiten ist die Faistenau von Salzkammergut-Bergen umgeben, lediglich nach Westen herrscht freie Sicht, wobei der Gaisberg in der Ferne ins Auge fällt. Die größten Berge sind das Eibleck (), der Filbling (), Gartenberg (), Faistenauer Schafberg () und das Schmiedhorn (), welches die höchste Erhebung der Inn/Traun–Wasserscheide ist.
Entwässert wird das Gemeindegebiet der Faistenau nach Passau (Brunnbach/Weißbach – Hintersee – Alm – Salzach – Inn – Donau), und zu einem sehr geringen Teil nach Linz (Baderbach – Fuschler Ache – Mondsee – Seeache – Attersee – Ager – Traun – Donau)
Faistenau hat eine Fläche von Quadratkilometer. Davon sind 21 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 68 Prozent Wald- und 3 Prozent Almgebiet.
Gemeindegliederung Die politische Gemeinde wird aus den Katastralgemeinden Anger, Faistenau, Lidaun, Tiefbrunnau und Vordersee gebildet und gliedert sich in acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl, Stand ): Alm () samt Krin, Plaik und Strübl Anger () samt Bramsau, Grünau, Höfern, Lohmühle, Todtbauer, Wittau, Wörlehen und Wurmwinkel Faistenau () Lidaun () samt Ebnerwirt, Eckschlag, Grabenhäuser, Lettengraben und Pointing Ramsau () samt Ausweg, Botenwirt, Brandstatt, Fischlehen und Schmiedbauer Tiefbrunnau () samt Aschau, Döller, Gimplbauer, Hatz, Keflau, Kühleiten, Kurzmühle, Mitterholz, Schreier und Steg Vordersee () samt Brunnwald, Hamoosau, Hirschpoint, Raffl, Rosenlehen, Steg und Wassermoos Wald () samt Kesselmann und Klaushof
Nachbargemeinden
Geschichte 1182 Ein Gemeindegebiet der Faistenau ist im Jahre 1182 erwähnt, nämlich die Tiefbrunnau: als Konrad III. dieses Gebiet der Pfarre Thalgau überließ.
1324 die Geswant in der Vaistenow Der Ausdruck die Faistenau (), und Gschwandt für das Dorf, fallen nachweislich das erste Mal 1324: Am 1. Mai 1324 wies Vicedom Heinrich von Lampoding († 1347) in einer Urkunde einen Bauplatz für eine Kirche auf dem Gebiet des heutigen Dorfes aus, das Rodungsgebiet gewesen war und nennt den Ort darin in der Geswant.Bis Ende des 20sten Jahrhunderts konnte man noch den Ausdruck „Gschwandtler/in“ hören, mit dem ein Dörfler oder eine Dörflerin gemeint war, also eine Person, die direkt im Dorf Faistenau wohnt.In einer weiteren Urkunde, die Erzbischof Friedrich III. am 11. November 1324 unterzeichnete, wird die Gegend innerhalb des waldes erwähnt: Vaistenow, Tevffenprunneow und Chueleuten, also die jetzigen Ortschaften Wald, Faistenau und Tiefbrunnau, zudem das Gebiet der Kühleiten in der Tiefbrunnau.
1832 Benedikt Pillwein veröffentlichte 1843, mit dem Wissensstand von 1832 bzw. basiert derselbe auf Angaben des Faistenauer Vikars (1826–1832) Simon Bauernfeind, Folgendes über das Vikariat Faistenau, geographisch mit der heutigen Gemeinde Faistenau ident: S. 390f.Im Vikariate Faistenau (fett, windig) befinden sich außer dem gleichnamigen Dorfe noch die Ortschaften Alm, Anger, Lidaun, Ramsau, Tiefbrunnau, Vordersee und Wald mit 167 Häusern, 193 Wohnparteyen und 1090 Einwohnern.Feistenau, ein Dorf mit 9 Häusern, 10 Wohnparteyen, 66 Bewohnern.Die hiesige Kirche mit 4 Altären, verschiedenen Gemählden und Schnitzwerken wurde zu Ehren des h. Jakob des Größeren (mit der Rosenkranzbruderschaft) um 1390 durch 2 Brüder von Thurn erbaut, 1625 die Kirche und der Thurm vergrößert, 1703 die Emporkirche errichtet, 1825 die Orgel von Karl Mauracher aus Fügen in Tyrol aufgestellt, 1829 ein neuer Chor aufgeführt. Viele alte Grabsteine sind bereits abgetreten; sieben andere von weißem und rotem Marmor dem Andenken hier verstorbener Vikare und einigen Privaten gewidmet, und von den Jahren 1604, 1705, 1708, 1759, 1789, 1801 und 1809.Die vier Glocken enthalten die Jahreszahlen von 1400, 1580, 1731 und 1774.Der Gottesacker entstand 1605.Im Jahre 1622 trat Johann Christoph Stenglmayr als Vikar auf. Früher versahen das Vikariat Priester aus Thalgau.Ein ordentlicher Schulmann kam erst 1822 hierher; früher versah ein Meßner seine Dienste. 1803 wurde das gegenwärtige Schul- und Meßnerhaus aufgeführt. Die Schule zählt 112 Werktags-, 73 Wiederholungsschüler. (Vikar Siegmund BauernfeindSimon Bauernfeind war 1826–1832 Vikar in der Faistenau gewesen. Siehe: Liste der Vikare von Faistenau. In: Regesta Ecclesiastica Salisburgensia (RES), abgerufen am 27. Juni 2016. mit neuen Daten).
Religion Faistenau gehörte zur Urpfarrei Thalgau, 1324 wurde eine Filialkirche gestiftet, die noch erhaltene Kirche in der Faistenau. 1622 erhob man die Faistenau zum Vikariat, 1873 zur selbständigen röm. kath. Pfarre.
Bevölkerungsentwicklung
Politik
Gemeinderat
Die Gemeindevertretung hat insgesamt 19 Mitglieder. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2004 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 10 ÖVP, 5 FPÖ, und 4 SPÖ. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2009 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 11 ÖVP, 5 FPÖ, und 3 SPÖ. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2014 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 10 ÖVP, 6 FPÖ, und 3 SPÖ. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2019 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 12 ÖVP, 4 FPÖ, und 3 SPÖ. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2024 hat die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 10 ÖVP, 6 FPÖ und 3 SPÖ.
Bürgermeister mini|hochkant|Bürgermeister Gerald Klaushofer
1994–2013 Hubert Ebner (ÖVP) 2013–2024 Josef Wörndl (ÖVP) seit 2024 Gerald Klaushofer (ÖVP)
Wappen Das Wappen der Gemeinde ist: „In rotem Schild ein silberner Sparren, jeder Schenkel mit einer schwarzen Schrägstückung; unter dem Sparren auf silbernem Boden ein natürlicher silberner Lindenbaum“.
Die Sparren stammen aus dem Wappen der Herren von Thurn, auf die die Gründung der Kirche 1324 zurückgeht. Die Linde ist das Wahrzeichen von Faistenau.
Verkehr
Öffentlicher Verkehr Seit dem Fahrplanwechsel vom 10. Dezember 2021 ist Faistenau über den sogenannten „Wolfgangseekorridor“ (Salzburg Hauptbahnhof–Bahnhof Bad Ischl) in einem Taktfahrplan öffentlich halbstündlich bzw. sonn- und feiertags stündlich erreichbar. Mit der Linie 155 Salzburg–Hof–Faistenau werden 4 Stationen (von insgesamt 19) umsteigefrei ab der Stadt Salzburg bedient, mit der Regionalbus-Linie 157 Hintersee–Faistenau–Tiefbrunnau können 18 Haltestellen in Faistenau erreicht werden.Nur ein Teil der Haltestellen ist mit Wartehäuschen oder Unterständen ausgestattet.
Straßen Die Hauptroute in die Gemeinde verläuft über die L 202 Hinterseer Straße, die in Baderluck von der Wolfgangsee Straße B 158 (Salzburg–Bad Ischl) abzweigt und bis zur Ortschaft Wald im Faistenauer Graben, parallel zum Baderbach, verläuft. Nebenrouten nach Faistenau sind einspurige Gemeindestraßen: die Strubklamm-Straße (Ebenau–Faistenau/Alm) entlang der Alm, die von der Wiestal Landesstraße L 107 abzweigt, und die Perfalleck-Straße (Fuschl–Faistenau/Tiefbrunnau), von der Wolfgangsee Straße B 158 abgehend.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Dorfplatz mit „1000-jähriger“ Linde mini|hochkant|Die Lärchenhütte in Faistenau mini|hochkant|Das Felsenbad am Almbach
Tausendjährige Linde Pfarrkirche zum hl. Jakobus d. Ä. In Faistenau findet alle drei Jahre die Aufführung vom Faistenauer Jedermann – Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes nach Hugo von Hofmannsthal in Dialektbearbeitung – statt. Seit 1963 wird das Spiel direkt unter der 1000-jährigen Linde aufgeführt, die nächste Spielsaison ist im Juli und August 2028, jeweils Freitag und Samstag. .Heimatverein „Zur Alten Linde“: Jedermann
Ein lohnendes Ausflugsziel sind die benachbarten Almhütten auf der Sausteigalm und die Lärchenhütte an der Nordseite des Zwölferhorns. Man hat dort einen einmaligen Ausblick auf St. Gilgen und die drei Seen: Wolfgangsee, Krotensee und Mondsee (Dreiseenblick). Zu erreichen sind die Almen von Faistenau über die Tiefbrunnau, das letzte Stück über eine Mautstraße bis fast zu den Hütten.
Das Felsenbad ist eines von drei Flussbädern in Österreich, und befindet sich zwischen dem Ort Alm und dem See Hintersee. mini|Vier Frauen und ein Todesfall
Filme Der Heimatfilm Die Sennerin von St. Kathrein (1955) wurden vorwiegend in Faistenau gedreht. Die Gemeinde Faistenau hat sich in den letzten Jahren als beliebter Drehort für Film- und Fernsehproduktionen etabliert. Bekannt wurde der Ort vor allem durch die ORF-Krimiserie Vier Frauen und ein Todesfall, in der Faistenau als fiktives Dorf „Ilm“ zu sehen ist. Auch die erfolgreiche Sky-Krimiserie Der Pass nutzte die beeindruckende Landschaft rund um die Strubklamm und weitere Schauplätze in Faistenau als Kulisse. Zuletzt wurden hier Szenen für die ORF/ZDF-Krimireihe Der Geier mit Philipp Hochmair gedreht. Mit seiner idyllischen Ortskulisse und der markanten Natur bietet Faistenau ideale Voraussetzungen für Film- und Fernsehproduktionen.
Sport und Freizeit Faistenau ist eine der Gemeinden des Flachgaus mit touristischem Schwerpunkt. Neben Sportmöglichkeiten wie Mountainbiking, Wandern, Schwimmen, Langlauf, Canyoning und Rodeln gibt es das Skigebiet Gaißau-Hintersee mit mehreren Liften bis auf eine Höhe von (Wieserhörndl). Am Hintersee hat der Verein „Beach Volley Faistenau“ einen Beachvolleyballplatz errichtet.
Wirtschaft und Infrastruktur Der Ort Faistenau bietet Winter- und Sommertourismus an. Die Anzahl der jährlichen Übernachtungen lag 2024/25 bei über 43.000 Nächtigungen.
Bildung In der Gemeinde Faistenau befinden sich zwei Kindergärten sowie eine Volks- und Mittelschule.
Vereine In Faistenau existieren 46 Vereine (Stand 2025).Vereine in der Faistenau
Beispiele: Kameradschaftsbund FaistenauAn Kaiser Franz Josefs I. 58. Geburtstag (18. August 1888) wurde der »Veteranenverein« gegründet. Er trägt nun die Bezeichnung Kameradschaftsbund Faistenau. Heimatverein „Zur alten Linde“ FaistenauDas Theaterspielen war durch den Zweiten Weltkrieg in der Faistenau unterbrochen worden. Im Herbst 1945 lebte die Tradition mit der Aufführung der Volkskomödie „Die drei Eisbären“ wieder auf. Im Frühjahr 1947 schlossen sich die Laienspielgruppe und die Volkstanz-Plattergruppe zusammen und gründeten den Heimatverein „Zur alten Linde“ Faistenau. Freiwillige FeuerwehrNachdem in Faistenau immer wieder das Fehlen von Löschgeräten moniert worden war, gründeten engagierte Faistenauer im Jahr 1900 eine Freiwillige Feuerwehr. Der erste Feuerwehrhauptmann hieß Johann Steinbichler. Für das Jahr 2025 sind 108 Mitglieder angeführt, wobei 79 aktiv und 18 nichtaktiv sind, weitere 11 zählen als Nachwuchs zur Jugend.
Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde Georg Bernard 1968–1994 Pfarrer von Faistenau (1989) Mark W. Clark, General (1946) Harry J. Collins, Major General (1946) Andreas Gstrein, Sprengelarzt (1950) Edgar E. Hume, General (1946) Daniel Etter (* 1876; † 1955), Landesrat und Domdechant Walther Koller (* 1. Juli 1920 in Ottnang am Hausruck; † 2. März 2014 in Faistenau), praktischer Arzt, Träger des Ehrenrings der Gemeinde Faistenau (1990) Anneliese Koller Franz Laimböck, 1940–1964 Pfarrer von Faistenau (1960) Andrä Radauer, Riegerbauer, 1909–1912 Bürgermeister der Gemeinde Faistenau (1935) Rupert Radauer, Mahdl, 1945–1969 Bürgermeister der Gemeinde Faistenau (1959) Franz Rehrl, Landeshauptmann (1946) Johann Schmeißner, Gemeindesekretär (1950) Josef Stern, Unternehmer (Stern & Hafferl, 3. November 1912)
Söhne und Töchter der Gemeinde