Leonhardsmühle (fränkisch: LeonhardsmilE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 43. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „léonhardsmìl“.) ist ein Gemeindeteil der Kreisstadt Roth im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Leonhardsmühle liegt in der Gemarkung Eckersmühlen.

Geografie Die Einödmühle liegt an der Kleinen Roth, die unmittelbar östlich als rechter Zufluss in die Roth mündet. Im Norden grenzt das Waldgebiet „Leonhartsholz“ an, im Süden die „Höglach“. Die Staatsstraße 2220 führt nach Eckersmühlen (0,7 km nordwestlich) bzw. nach Hilpoltstein (3,5 km südöstlich).

Geschichte Aus einer auf ca. 1190 zu datierenden Lehenurkunde des Bamberger Domkapitels, die das Amt Roth beschreibt, geht hervor, dass auch dieser Ort im Gebiet dieses Amtes gelegen hat.F. Eigler: Schwabach, S. 151. Erst 1431 wurden die einzelnen Orte des ehemaligen Besitzes namentlich aufgelistet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort als „muel ze Weydech“ im Urbar für das burggräfliche Amt Roth, das ca. 1360 aufgestellt wurde. Im Urbar des nunmehr markgräflichen Amtes Roth, das 1434 aufgestellt wurde, wurde der Ort als „Weidesmuele“ aufgeführt, im 16-Punkte-Bericht von 1608 als „Weidenmuel“. In den Oberamtsbeschreibungen des Jahres 1732 von Johann Georg Vetter wurde sie erstmals als „Leonhards-Mühl“ bezeichnet.F. Eigler: Schwabach, S. 170.Nach W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, 271 f., soll die Mühle nach der von 1416 bis 1516 ansässigen Müllerfamilie Lutz „Lutzelmühle“ geheißen haben, wodurch – angeblich durch Verstümmelung des Namens – die heutige Form entstanden sei. Dem ursprünglichen Ortsnamen liegt der Flurname wīdech zugrunde (mhd. für Weidenplatz).E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 43.

Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Mühle zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte nach Kriegsende im Jahr 1649. In der Folgezeit gehörten zur Mühle 300 Tagewerk Waldbesitz (= „Leonhartsholz“).W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 272.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Leonhardsmühle zur Realgemeinde Eckersmühlen. Es gab ein Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Roth aus. Das Anwesen hatte das Kastenamt Roth als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Leonhardsmühle die Hausnummern 49 und 50 des Ortes Eckersmühlen.F. Eigler: Schwabach, S. 403.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Roth. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Leonhardsmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Eckersmühlen und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Eckersmühlen zugeordnet.F. Eigler: Schwabach, S. 470 f.

1908 diente die Mühle zur Stromerzeugung für die Gemeinde Eckersmühlen. 1923 musste die Stromlieferung wegen Überforderung an das Fränkische Überlandwerk abgegeben werden.

Am 1. Mai 1978 wurde Leonhardsmühle im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Roth eingegliedert.

Baudenkmal Haus Nr. 1: Mühle

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 18 16 12 16 11 9 16 13 12 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1961 als Wohngebäude. 2 1 1 2 2 1 2 Quelle

Religion Leonhardsmühle ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute in die Dreifaltigkeitskirche (Eckersmühlen) gepfarrt. Die Katholiken waren ursprünglich nach St. Johannes der Täufer (Hilpoltstein) gepfarrt, heute ist die Pfarrei Maria Aufnahme in den Himmel (Roth) zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Roth Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Roth Kategorie:Ersterwähnung 1360