mini|Rue Montpensier, rechts das Théâtre Palais Royal Das Théâtre du Palais-Royal ist ein privates Theater an der Rue de Montpensier im 1. Arrondissement von Paris. Das Haus besteht seit 1783 und wird seither unter wechselnden Namen und seit 1831, nach einer zwischenzeitlichen Schließung, unter diesem Namen ununterbrochen bespielt.

Die Ursprünge Das Théâtre du Palais-Royal hat seine Wurzeln im 17. Jahrhundert. Im Zuge der Errichtung des Palais Royal wurde 1637 von Jacques Lemercier auch dieser Saal erbaut.Henry Lyonnet: Les "Premières" de Molière, Librairie Delagrave, 1921, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 15. März 2018 1660 wurde der Saal zum öffentlichen Theater gemacht.L. Batisilier: Histoire de Paris et de ses monuments, par Dulaure, 1846, Paris, S. 485, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 15. März 2018 1671 wurde es das Stammhaus von Molières Truppe.La grande encyclopédie, Société anonyme de la grande encyclopédie, Paris, Band 25 S. 1087, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 13. März 2018 Allerdings musste er sich das Theater, täglich abwechselnd, mit einer italienischen Schauspielertruppe teilen.Louis Moland: Molière et la comédie italienne, Paris, librairie académique, S. 7, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 22. März 2018 Ab 1673 war der Saal des Theaters Spielstätte der Oper bis zu einem Brand 1765. 1881 brannte der Theatersaal im Palais erneut ab.Les comédiens hors la loi (2e édition), Calman Lévy, 1887, Paris, S. 241, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 13. März 2018

Das Theater bis heute Es war der Architekt des duc d’Orleáns, der auf die Idee kam, als Ersatz für das abgebrannte Theater am Ende der Galerie de Beaujolais ein neues Theater zu bauen. Dieses war 1783 fertiggestellt und eröffnete unter dem Namen Théâtre Beaujolais. Es wurden aber nur zweitrangige Darbietungen aufgeführt, wie beispielsweise Marionettentheater oder ein Kinderballett. Erst als 1790 das Haus in den Besitz von Marguerite Montansier wechselte und diese die Leitung übernahm, änderte sich langsam das Repertoire und es wurde ein Varietétheater daraus, das aber alle Genres bediente.Larive und Fleury: Dictionnaire français illustré des mots et des choses, 1899, Band 2, S. 644, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 29. März 2018 Das Theater trug dann auch den Namen der Besitzerin. 1807 musste auf kaiserliches Dekret das Personal zu einem Theater am Montmartre wechseln und das Theater fiel in seine Anfangszeit zurück, mit Marionettentheater und einer Hundeshow. 1814 wurde noch zusätzlich ein Caféhaus eingerichtet, das unter dem Namen café de la Paix für die Gesangsvorstellungen sehr bekannt wurde. Jedoch schon 1818 musste das Theater geschlossen werden und auch bis 1830 geschlossen bleiben.

1831 erteilte der Innenminister die Erlaubnis für einen neuerlichen Theaterbetrieb.M. J. Gaulle: Nouvelle histoire de Paris et de ses environs, 1839, Band 4, S. 634, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 16. März 2018 Der Saal musste dann wieder aufgebaut und restauriert werden, so dass 1831 das Theater wieder öffnen konnte. Dieses Mal unter dem jetzigen Namen Théâtre du Palais-Royal. Das Theater hatte nun nach der Renovierung und Erweiterung 930 Sitzplätze.Itinéraire général des omnibus de Paris : théâtres et monuments, 1863, S. 50, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 4. April 2018 Zur Eröffnung wurden zwei einaktige Vaudevilles gegeben. Eines davon, Le Frotteur, stammte von Paul Duport. Das Programm war oft das eines Varieté-Theaters oder auch der Opéra-comique.

Zum hundertjährigen Bestehen wurde 1884 in der Tageszeitung Le Temps ein großer Artikel veröffentlicht.Le Temps, Ausgabe vom 24. Oktober 1884, S. 3, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 16. März 2018 Ein Theaterführer vermerkte 1887 die komplette Elektrifizierung des Theaters.Almanach des théâtres , S. 13, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 5. April 2018

Zum Theater zählten Persönlichkeiten wie Jacques Féréol Mazas, erster Geiger und später musikalischer Direktor. Die Affäre Rue de Lourcine des Dichters Eugène Labiche wurde hier aufgeführt und auch ein Stück von Michel Delaporte. 1866 wurde Pariser Leben, eine der populärsten Operetten Jacques Offenbachs, uraufgeführt. Schauspielerinnen wie Virginie Déjazet und Marcelle Lender feierten hier Erfolge und auch Hyacinthe zählte zu den großen Charakterdarstellern.

Auch die Zeitenwende konnte dieses Theater überstehen und die Spielstätte besteht bis heute fort.

Literatur La grande encyclopédie : inventaire raisonné des sciences, des lettres et des arts, société anonyme de la grande encyclopédie, S. 827La grande encyclopédie : inventaire raisonné des sciences, des lettres et des arts, société anonyme de la grande encyclopédie, S. 827, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 14. März 2018 Pier Lacam und Antoine CHarabot: Le glacier classique et artistique en France et en Italie, 1893, S. 112Le glacier classique et artistique en France et en Italie, S. 112, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 28. März 2018 Eugène Hugot: Histoire littéraire, critique et anecdotique du théâtre du Palais Royale, 1784–1884Eugène Hugot: Histoire littéraire, critique et anecdotique du théâtre du Palais Royale, 1784–1884, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 6. April 2018

Weblinks

Homepage des Théâtre du Palais-Royal

Einzelnachweise

Kategorie:Theatername (Paris) Kategorie:Theatergebäude in Paris Kategorie:1. Arrondissement (Paris) Kategorie:Gegründet 1783