Oberrodach ist ein Gemeindeteil des Marktes Marktrodach im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.

Geographie Das Kirchdorf Oberrodach liegt im Tal der Rodach nordöstlich von Unterrodach und nördlich von Kleinvichtach, mit denen es eine geschlossene Siedlung bildet. Durch den Ort fließt der Rehenbach, der in Unterrodach links in die Rodach mündet. Die Bundesstraße 173 führt an Höfles vorbei nach Kronach (5 km südwestlich) bzw. an Zeyern vorbei nach Wallenfels (5,5 km nordöstlich). Die Bundesstraße 303 verläuft über Großvichtach nach Seibelsdorf (4 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verbindet mit Zeyern (1,5 km nordöstlich).

Geschichte Oberrodach wurde erstmals zu Beginn des 14. Jahrhunderts urkundlich erwähnt.

Der Ort bildete mit der Angermühle, Kreuzmühle und Oberrodacher Mühle eine Realgemeinde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es 35 Anwesen und 1 Gemeindehirtenhaus und -bräuhaus. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Kronach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das bambergische Vogteiamt Stadtsteinach inne. Grundherren waren das Kastenamt Kronach (5 Anwesen: 1 Söldengütlein, 2 halbe Söldengüter, 2 Tropfhäuser), das bambergische Amt Wartenfels (2 Gülthöfe), das Gotteshaus Kronach (1 Gülthof, 1 Söldengut), das Seniorat von Waldenfels (1 Söldengütlein, 15 Tropfhäuser), das Rittergut Nagel-Oberlangenstadt (1 Gülthof, 2 Gütlein, 2 Häuser, 1 Schneidmühle, 1 Mahl- und Schneidmühle), das Rittergut Forstlahm (1 Söldengut), das Rittergut Steinenhausen (1 Söldengut), das Seniorat von Redwitz (1 Schneidmühle).H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 496f. Hier werden unter Einberechnung der kirchlichen und kommunalen Gebäude 36 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.Nach E. F. von Guttenberg, H. H. Hofmann: Stadtsteinach, S. 84f. gab es in Oberrodach nur 31 Anwesen.

Oberrodach ging durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 in den Besitz des Kurfürstentums Bayern über. Mit dem Ersten Gemeindeedikt wurde Oberrodach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Zeyern zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt entstand 1818 die Ruralgemeinde Oberrodach, zu der Angermühle, Kreuzmühle und Oberrodacher Mühle gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach, 1919 in Finanzamt Kronach umbenannt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit gehörten einige Anwesen bis 1848 Patrimonialgerichten an, die aus den ehemaligen Rittergütern entstanden sind. Ab 1862 gehörte Oberrodach zum Bezirksamt Kronach, 1939 in Landkreis Kronach umbenannt. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach, 1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 595. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 2,248 km².

Am 1. Mai 1978 wurde Oberrodach im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die neu gebildete Gemeinde Marktrodach eingegliedert.

Baudenkmäler In der Bayerischen Denkmalliste sind fünf Baudenkmäler aufgeführt: Ehemaliges Schulhaus Gasthaus Drei PrivathäuserIn den 1960er Jahren gab es noch 13 Privathäuser, die als Kunstdenkmal ausgezeichnet waren. T. Breuer: Landkreis Kronach, S. 220f.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Oberrodach Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 325 406 387 382 347 378 396 414 423 390 371 386 375 375 378 404 416 356 544 552 554 695 693HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 59 74 83 74 70 82 126 Quelle Zahl der Haushaltungen mit der Zahl der Wohngebäude vertauscht.

Ort Oberrodach Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 295 371 360 403 361 378 531 685 687 741Häuser 40 72 70 67 80 124 198Quelle

Wappen Blasonierung: „Unter einem von Silber und Schwarz gevierten Schildhaupt gespalten von Gold und Blau; vorne ein linksgewendeter, mit einer silbernen Schräglinksleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe; hinten ein silbernes Einhorn.“

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Andreas in Seibelsdorf gepfarrt.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 496. Die katholische Minderheit ist nach St. Leonhard in Zeyern gepfarrt. Durch den Zuzug von Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs der Anteil der Katholiken, so dass 1967 der Bau einer katholischen Kirche als Filialkirche in Oberrodach beschlossen wurde. Die Grundsteinlegung fand 1969 statt, am 20. September 1970 wurde die Kirche Heilig Kreuz durch den Weihbischof in Bamberg Martin Wiesend geweiht.Geschichte von Heilig Kreuz Oberrodach auf der Website der Pfarrei Zeyern, abgerufen am 4. April 2018. Der Kampanile wurde 1971 errichtet. Das Gotteshaus entstand nach einem Entwurf des Kronacher Architekten Baptist Detsch.Robert Wachter: Kirchenbauten im Erzbistum Bamberg während der Amtszeit von Erzbischof Dr. Josef Schneider (1955–1976). Band 2. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2017, ISBN 978-3-7319-0084-9, S. 810.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Marktrodach) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung im 14. Jahrhundert Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)