mini|Flößermuseum in Unterrodach mini|Pfarrkirche St. Michael
Unterrodach ist ein Gemeindeteil und Sitz der Gemeindeverwaltung des Marktes Marktrodach im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.
Geographie Das Pfarrdorf Unterrodach liegt im Tal der Rodach. Die Losnitz mündet im Süden des Ortes in die Rodach. Unterrodach bildet mit Kleinvichtach, Kreuzmühle, Oberrodach und Oberrodacher Mühle eine geschlossene Siedlung.
Die Bundesstraße 173 führt an Höfles vorbei nach Kronach (5 km südwestlich) bzw. an Zeyern vorbei nach Wallenfels (5,5 km nordöstlich). Die Bundesstraße 303 verläuft über Großvichtach nach Seibelsdorf (4 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen verbinden mit Rennesberg (1,5 km nordwestlich) und Kreuzberg (1,9 km südwestlich).
Geschichte Unterrodach wurde erstmals um das Jahr 1275 als Rada erwähnt.
Unterrodach bildete mit der Ebersmühle, Hetzenmühle, Schrammesmühle, Vogtsmühle und Wichenmühle eine Realgemeinde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es 100 Anwesen und eine Kapelle. Das Hochgericht übte das Seniorat von Redwitz in begrenztem Umfang aus. Es hatte ggf. an das bambergische Centamt Kronach auszuliefern. Über die Anwesen östlich der Rodach wurde das Hochgericht vom bayreuthischen Vogteiamt Seibelsdorf beansprucht. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Seniorat von Redwitz inne. Grundherren waren das Seniorat von Redwitz (72 Anwesen: 27 Häuser, 30 halbe Häuser, 1 Wirtshaus, 11 Viertelhäuser, 3 Schneidmühlen), das Rittergut Küps-Theisenort (5 Anwesen: 2 halbe Gülthöfe, 1 Haus, 2 halbe Häuser), das Rittergut Schmölz-Theisenort (5 Anwesen: 2 halbe Gülthöfe, 1 Sölde, 2 Häuser), das Rittergut Nagel-Oberlangenstadt (1 Gut, 1 Mahl- und Schneidmühle), das Rittergut Unterlangenstadt-Burkersdorf (1 Haus), das Kastenamt Kronach (1 Sölde, 1 Schneidmühle), der Lehenhof Bamberg (7 Anwesen: 1 Ganzhof, 2 halbe Gütlein, 3 Söldengütlein, 1 Tropfhaus), die Verwaltung Wildenberg (2 Sölden), die Stadt Kronach (4 Häuser).H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 515f.
Unterrodach ging durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 in den Besitz des Kurfürstentums Bayern über. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Unterrodach gebildet, zu dem Ebersmühle, Hetzenmühle, Höfles, Ruppen, Schrammesmühle, Vogtsmühle und Wichenmühle gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt von 1818 entstand die Ruralgemeinde Unterrodach, zu der Ebersmühle, Hetzenmühle, Schrammesmühle, Vogtsmühle und Wichenmühle gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach, 1919 in Finanzamt Kronach umbenannt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit gehörten einige Anwesen bis 1838 Patrimonialgerichten an, die aus den ehemaligen Rittergütern entstanden sind. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Gemeindegebiet Heimtreiber gegründet. Ab 1862 gehörte Unterrodach zum Bezirksamt Kronach, 1939 in Landkreis Kronach umbenannt. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach, 1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt. Nach 1880 wurde Kreuzberg von Kronach nach Unterrodach umgemeindet.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 604f. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 5,480 km².
Ab 1900 war der Ort mit dem Haltepunkt Unterrodach an der Bahnstrecke Kronach–Nordhalben an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen, der Personenverkehr wurde 1976 eingestellt und die Strecke wurde 2005 abgebaut.
Am 1. Mai 1978 wurde Unterrodach im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die neu gebildete Gemeinde Marktrodach eingegliedert.
Baudenkmäler Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Michael Rathaus Flößermuseum Diverse Wohnhäuser Wappenstein
Einwohnerentwicklung Gemeinde Unterrodach Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 1124 1273 1257 1298 1267 1272 1234 1268 1207 1108 1099 1068 1079 1026 1025 1120 1100 1055 1425 1420 1414 1367 1463HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 169 181 168 186 195 213 276 Quelle
Ort Unterrodach Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 779 1194 1151 1049 943 1087 1391 1339 1435 1552Häuser 103 156 163 188 207 270 466Quelle
Wappen Blasonierung: „In Silber zwei schräg gekreuzte blaue Flößerhaken an aus dem unteren Schildrand wachsenden goldenen Stangen, überdeckt mit einem roten Wellenbalken.“
Religion Im Jahr 1505 wurde eine Kapelle in Unterrodach geweiht. Seit der Reformation ist der Ort evangelisch-lutherisch geprägt. Er war ursprünglich nach St. Andreas in Seibelsdorf gepfarrt. Die evangelische Pfarrei Unterrodach wurde am 31. März 1804 gegründet. Ein Jahr später begann der Bau der Michaelskirche, in der 1807 eine Orgel aufgestellt wurde.Unterrodach, Michaelskirche auf der Website des Ökumenischen Kirchenportals im Landkreis Kronach, abgerufen am 4. April 2018. Neben dem mehrheitlich evangelischen Unterrodach gehören die beiden überwiegend katholischen Orte Zeyern und Wallenfels der Kirchengemeinde an.Unterrodach auf der Website des Evang.-Luth. Dekanates Kronach-Ludwigsstadt, abgerufen am 4. April 2018.
Persönlichkeiten Christa Steiger (* 1951), Mitglied des bayerischen Landtags von 1992 bis 2013
Literatur
Max Dreefs: Kleine Gemeindechronik von Unterrodach. Marktrodach 1988.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Marktrodach) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1275 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)