Tüschnitz ist ein Gemeindeteil des Marktes Küps im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.

Geographie Das Dorf Tüschnitz bildet mit Küps im Südosten eine geschlossene Siedlung. Im Ort steht eine Eiche, die als Naturdenkmal geschützt ist. Durch den Ort fließt der Tüschnitzer Graben, ein rechter Zufluss der Rodach. Die Kreisstraße KC 13 führt nach Schmölz (1,6 km nördlich) bzw. nach Küps zur Bundesstraße 173 (1,3 km südöstlich). Ein Anliegerweg verbindet mit Hall (0,9 km westlich). Zu dieser führt die Ortsstraße Kreuzgrabenweg des im Süden gelegenen Gemeindeteils Oberlangenstadt.

Geschichte Tüschnitz wurde erstmals 1288 urkundlich erwähnt. Das Wasserschloss Tüschnitz bestand spätestens ab dem 14. Jahrhundert, es wurde 1632 im Dreißigjährigen Krieg zerstört.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Tüschnitz aus 17 Anwesen (6 Halbhöfe, 4 Fronsölden, 2 Tropfhäuser, 5 Häuser) und 1 ehemaliges Schloss mit Ökonomiegut und Bräuhaus. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Burgkunstadt-Marktgraitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Tüschnitz inne, das zugleich Grundherr sämtlicher Anwesen war.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 514.

Mit dem Gemeindeedikt wurde Tüschnitz dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Schmölz zugewiesen. Infolge des Zweiten Gemeindeedikts entstand 1818 die Ruralgemeinde Tüschnitz, zu der Hall gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach (1919 in Finanzamt Kronach umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden die Anwesen dem Patrimonialgericht Oberlangenstadt (bis 1837). Ab 1862 gehörte Tüschnitz zum Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach (1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt).H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 604. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 5,099 km².

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Tüschnitz am 1. April 1971 nach Küps eingegliedert.

Baudenkmäler In der Bayerischen Denkmalliste sind 2 Baudenkmäler aufgeführt: Gemeindehaus Drei Grenzsteine

Einwohnerentwicklung Gemeinde Tüschnitz Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 127 145 139 138 136 147 170 175 181 202 196 179 181 199 201 219 241 224 344 360 369 393 555HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 23 28 28 42 32 44 64 Quelle

Ort Tüschnitz Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007Einwohner 107 130 147 181 172 213 355 390 552 601 812Häuser 20 23 28 27 31 43 63 163 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Jakob in Küps gepfarrt.

Persönlichkeiten Weigand von Redwitz (* 1476 in Tüschnitz; † 20. Mai 1556 in Kronach), Fürstbischof des Hochstiftes Bamberg

Literatur Roland Graf: Tüschnitz ein historischer Rückblick. Selbstverlag Rudolf Pfadenhauer, Küps 1998.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Geographie (Küps) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1288 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971