Brückleinsmühle (fränkisch: BriglasmilE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 12. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „bríglɒsmìl“.) ist ein Gemeindeteil der Kreisstadt Roth im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Brückleinsmühle liegt in der Gemarkung Eckersmühlen.
Geografie Die Einödmühle liegt etwa 850 m südöstlich des Altortes von Eckersmühlen an einem Seitenarm der Roth. Über die Neue Siedlung ist sie inzwischen baulich mit dem Ort verbunden. Im Südwesten grenzt das Waldgebiet „Hirtenbrünnle“ an.
Geschichte Der Ort wurde 1504 als „Prucklaßmul“ erstmals urkundlich erwähnt.F. Eigler: Schwabach, S. 175. Benannt wurde die Mühle nach der in der Nähe befindlichen Brücke, über die ein Verkehrsweg von Roth nach Hilpoltstein führte.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 12. Die Mühle gehörte zur einen Hälfte dem Nürnberger Bürger Chunrad Halbwachs, zur anderen Hälfte dem Hochstift Eichstätt. 1465 verkaufte Halbwachs seine Hälfte an das Hochstift Eichstätt.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 272. In der Folgezeit hatte ein Müller dieses Lehen samt Gült und Vogtei käuflich erworben. Er stellte sich jedoch unter den Privatschutz des Kastners und Richters von Roth.F. Eigler: Schwabach, S. 185. Um 1700 ergaben sich wegen dieses Erbrechtskaufes Streitigkeiten zwischen Eichstätt und dem Oberamt Roth. Später berief sich der Müller Georg Fiegl auf die ihm zustehenden Gemeinde-, Hut- und Holzbezugsrechte zuungunsten für das dem Deutschen Orden unterstehende Eckersmühlen, zu dem Brückleinsmühlen gemeindlich gehörte. Dabei wurde er vom Oberamt Roth unterstützt. 1731 kam es sogar zu bewaffneten Auseinandersetzungen und daran anschließend zu einem über dreißig Jahre währenden Rechtsstreit.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 272 f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Brückleinsmühle zur Realgemeinde Eckersmühlen. Es gab ein Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Roth aus. Die Mahlmühle hatte das Kastenamt Roth als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Brückleinsmühle die Hausnummern 51 und 52 des Ortes Eckersmühlen.F. Eigler: Schwabach, S. 385.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Roth. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Brückleinsmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Eckersmühlen und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Eckersmühlen zugeordnet.F. Eigler: Schwabach, S. 470 f.
Die in den 1880er Jahren realisierte „Gredlbahn“ sollte ursprünglich über Brückleinsmühle verlaufen. 1886 wurde die Trasse nach Westen verschoben und führte westlich an der Lösmühle vorbei.
1885 wurde das Anwesen vom Werkmeister Karl Grimm und dem Spinnereibesitzer Johann Wolkersdorfer erworben. 1889 brannte die Mühle vollkommen ab. 1890 wurde sie unter Konrad Grimm wieder aufgebaut und 1893 um eine Dampfmaschine erweitert, weil die Wasserkraft für den Betrieb der Werkstatt allein nicht mehr ausreichte.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 273.
Am 1. Mai 1978 wurde Brückleinsmühle im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Roth eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 8 12 8 14 14 11 12 5 5 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1961 als Wohngebäude. 2 1 3 2 2 1 2 Quelle
Religion Brückleinsmühle ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute in die Dreifaltigkeitskirche (Eckersmühlen) gepfarrt. Die Katholiken waren ursprünglich nach St. Johannes der Täufer (Hilpoltstein) gepfarrt, heute ist die Pfarrei Maria Aufnahme in den Himmel (Roth) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Roth Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Roth Kategorie:Ersterwähnung 1504 Kategorie:Ort an der Roth (Rednitz)