Der C4ü Bay 23 war ein Drehgestell-Durchgangswagen mit Seitengang, der mit der Blatt-Nr. 6038II für die Gruppenverwaltung Bayern der DRG für den Inlands-Schnellzugverkehr gebaut wurde.

Beschaffung Als Ersatz für die Verluste durch Reparationslieferungen beschaffte die Gruppenverwaltung Bayern der DRG 1923 insgesamt 15 Wagen der Gattung C4ü. Diese entsprachen den 1911 beschafften Wagen nach Blatt-Nr. 179. Die Lieferung erfolgte durch die Firma MAN in Nürnberg.

Verbleib Ein Fahrzeug wurde bereits 1940 ausgemustert, ein anderes 1930 zum C4ü Bay 23/30 umgebaut. Von insgesamt sechs Wagen ist der Verbleib 1945 nicht geklärt. Die übrigen Wagen wurden bis 1957 ausgemustert.

Konstruktive Merkmale Untergestell Der Grundrahmen des mit dem Wagenkasten verbundenen Untergestells wurde komplett aus Holz aufgebaut, welches teilweise – z. B. für die äußeren Längsträger – mit aufgeschraubten Winkeleisen verstärkt wurde. Für die Querträger wurden ebenfalls hölzerne Profile verwendet. Man versprach sich durch diese Bauweise für hochwertige Wagen einen ruhigeren LaufLutz Übel, 150 Jahre Schienenfahrzeuge aus Nürnberg, Lieferbedingnisse für vierachsige Personenwagen. Die hölzernen Querträger zur Aufnahme der Drehschemelpfannen wurden ebenfalls mit Winkeleisen armiert. Zur Unterstützung der äußeren Längsträger wurde wegen des großen Radstandes auf beiden Seiten ein Sprengwerk mit nachstellbaren Zugstangen angebaut. Die Pufferbohlen waren komplett aus Walzprofilen aufgebaut. Als Zugeinrichtung hatten die Wagen Schraubenkupplungen mit Sicherheitshaken nach VDEV, die Zugstange war durchgehend und mittig gefedert. Als Stoßeinrichtung besaßen die Wagen Hülsenpuffer mit einer Einbaulänge von 650 Millimetern, die Pufferteller hatten einen Durchmesser von 400 Millimetern.

Laufwerk Zur Verbesserung der Laufkultur hatten die Wagen die langen Drehgestelle bayerischer Bauart mit einem Radstand von 3.500 Millimetern. Die Rahmen der Drehgestelle waren aus Blechen und Winkeln zusammengenietet. Gelagert waren die Achsen in Gleitachslagern. Die Räder hatten Speichenradkörper der bayerischen Bauart 39. Die auf neun Blättern bestehenden Längsfedern hatten eine Länge von 1.250 Millimetern bei einem Querschnitt von 90 mm × 13 mm. Wegen des großen Drehgestellabstands wurde das Untergestell durch ein räumliches Sprengwerk in der Ebene der äußeren Längsträger unterstützt. Dieses konnte nachgestellt werden. Alle Wagen hatten eine Handbremse im geschlossenen Übergang an einem Wagenende und Druckluftbremsen des Typs Westinghouse, des Systems HARDY bzw. mit solchen des Systems HENRY ausgestattet.

Wagenkasten Das Wagenkastengerippe bestand aus einem hölzernen Ständerwerk. Es war außen mit Blech und innen mit Holz verkleidet. Die Seitenwände waren glatt und bis zur Oberkante der äußeren Längsträger heruntergezogen. Die Wagen besaßen ein Tonnendach süddeutscher Bauart. Die Dachabschlüsse über den eingezogenen Einstiegen waren gerundet.

Ausstattung Der Innenraum hatte insgesamt acht Abteile der dritten Klasse. Nur die beiden an den Wagenenden liegenden Abteile waren mit Schiebetüren zum Seitengang hin abgeschlossen, die restlichen offen. Klassentypisch waren die Abteile mit Holzlatten-Bänken ausgestattet. An beiden Wagenenden befanden sich Toiletten, an einem Wagenende zusätzlich noch ein Waschraum. Die Beheizung der Wagen erfolgte über eine Dampfheizung. Die Belüftung erfolgte über Dachlüfter bzw. über die versenkbaren Fenster. Die Beleuchtung erfolgte durch Gaslampen. Ein großer Vorratsbehälter hing in Wagenlängsrichtung am Rahmen. Ab den 1930er Jahren erfolgte eine Umrüstung auf elektrische Beleuchtung.

Bemerkung Beim Umbau des Wagens 1930 erfolgten Änderungen im WC-Bereich und die Wagen erhielten einen Schaltschrank für die Elektrik.

Skizzen, Zeichnungen, Fotos

Wagennummern Die Daten sind dem Wagenpark-Verzeichnis der Kgl.Bayer.Staatseisenbahnen, aufgestellt nach dem Stande vom 31. März 1913, sowie den Büchern von Emil Konrad (Reisezugwagen der deutschen Länderbahnen, Band II) und Alto Wagner (Bayerische Reisezugwagen) entnommen. Blatt-Nr.Herstelld. Gattungszeichen je EpocheWagennummern je Epoche (mit Direktionsangaben) Fahrwerk / Ausstattung (siehe jeweilige Legende) Zusatzinfos Bau-jahr Her- steller Anz. ab1907 Rep.(1919) DR(ab 1923) DRG(ab 1930) DRGn. Umbau Ausge-mustert letzt.Heimat-Bf. Anz.Ach-sen Brem-sen Bl. Hz. Art u.Anz. Abteile (Sitze je Klasse) Mil. Sig-nal-hlt. BemerkungBlatt-Nr.aus WV vonGattung6038II1913BCLC4ü Bay 23C4ü Bay 23C4ü Bay 23/30(siehejeweiligeLegende) A 1. 2. 3. 4. O M1923MAN1513 106 Mü26 071 Mü18 984 Mü02/1950München4Pl; Wsbr; HnrGgD28(64)48Altschadwagen13 107 Mü26 072 Mü18 985 Müxx/1945?München13 108 Mü26 073 Mü18 986 Mü12/1955Passau1955 -> 19 794 Reg13 109 Mü26 074 Mü18 987 Müxx/1945?München13 110 Mü26 075 Mü18 988 Müxx/1945?München13 111 Mü26 076 Mü18 989 Mü02/1957München1955 -> 19 795 Au13 112 Mü26 077 Mü18 990 Müxx/1945?München13 113 Mü26 078 Mü18 991 Mü12/1951MünchenAltschadwagen13 114 Mü26 006 Nür18 992 Nürxx/1945?Nürnberg13 115 Mü26 007 Nür18 993 Nürxx/1945?Nürnberg13 116 Mü26 008 Nür18 994 Nür01/1951Nürnberg13 117 Mü26 003 Reg18 995 Mü10/1948MünchenAltschadwagen13 118 Mü26 004 Reg18 996 Mü18 996 Mü06/1951MünchenAltschadwagen13 119 Mü26 005 Wür18 997 Nürxx/1939Würzburg13 120 Mü26 006 Wür18 998 Nür01/1951WürzburgAltschadwagen

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Reisezugwagen (Bayerische Staatseisenbahnen) Kategorie:Schienenfahrzeug (MAN)