Sânpaul alte Schreibweise Sînpaul [] (, ) ist eine Gemeinde im Kreis Mureș in der Region Siebenbürgen in Rumänien.
Geographische Lage mini|links|Lage der Gemeinde Sânpaul im Kreis Mureș Die Gemeinde Sânpaul liegt im Norden des Kokeltals (Podișul Târnavelor) im südwestlichen Teil des Kreises Mureș. Am Oberlauf des Mureș (Mieresch), der Nationalstraße DN15 – hier Teil der Europastraße 60 – und der Bahnstrecke Alba Iulia–Târgu Mureș, befindet sich der Ort Sânpaul etwa auf halber Strecke zwischen den Kleinstädten Iernut (Radnuten) und Ungheni (Nyaradfluss) und 21 Kilometer südwestlich von der Kreishauptstadt Târgu Mureș (Neumarkt am Mieresch) entfernt.
Die vier eingemeindeten Dörfer befinden sich etwa zwei bis sechs Kilometer vom Gemeindezentrum entfernt.
Geschichte Der Ort Sânpaul wurde erstmals 1332 urkundlich erwähnt. 1610 erwarb die ungarische Adelsfamilie Haller den Ort und errichtete hier ein Landhaus. Auf dem Areal Sânpauls, von den Einheimischen genannt Fântâna Sărată, wurde außer archäologischen Gegenständen der Römer- bis in die Jungsteinzeit, eine Grabstätte aus Steinplatten aus der Bronzezeit gefunden.Repertoriul Arheologic al României – Sânpaul-1, abgerufen am 1. April 2018 (rumänisch).
Des Weiteren wurde am Hügel Dealul Pietros oder auch Dealul Stânii genannt, ein Hügelgrab der Bronzezeit zugeordnet. Auf eine Besiedlung des Ortes deuten weitere Siedlungsreste nördlich des Dorfes am Bach Homorodul Mare. Zahlreiche Funde der Römerzeit aus dem Gemeindezentrum wurden auf mehrere Städte Rumäniens und nach Budapest verteilt. Auf dem Gebiet von Sânpaul wurde Salz nicht nur in der Römerzeit, vermutlich schon seit der Prähistorie gefördert.Repertoriul Arheologic al României – Sânpaul-2, abgerufen am 1. April 2018 (rumänisch).
Auf dem Kapellenberg befindet sich eine Familiengruft der ungarischen Adelsfamilie Haller.
Im eingemeindeten Dorf Valea Izvoarelor (Bessen) wurden bei Teleacul Mic, archäologische Funde einer Siedlung, die in das 1. Jahrhundert v. Chr. und bei La Măzăriște in das 4. Jahrhundert deuten, gemacht.Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (PDF; 12,7 MB; rumänisch)
Im Königreich Ungarn gehörten die eingemeindeten Dörfer Sânmărghita (ungarisch Mezőszentmargita) und Dileu Nou (ungarisch Magyardellő) dem Stuhlbezirk Marosludas (Luduș) im Komitat Torda-Aranyos und restliche Orte dem Stuhlbezirk Radnót (Iernut) im Komitat Klein-Kokelburg an. Anschließend gehörten die Dörfer den historischen Kreisen Târnava-Mică, Mureș und Odorhei, und ab 1950 dem heutigen Kreis Mureș an.
Bevölkerung Die Bevölkerung der Gemeinde Sânpaul entwickelte sich wie folgt: Volkszählung Ethnie Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere 1850 2561 1275 1031 1 254 1941 3716 1647 1690 7 372 1977 4177 1806 1946 4 421 2002 4016 1415 1574 2 1025 2011 4233 1309 1466 - 1458 (Roma 1308) 2021 4320 1237 1408 - 2201 (Roma 1263) Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl und die der Roma 2011 registriert. Die höchste Einwohnerzahl der Magyaren (2044) wurde 1966, die der Rumänen 1977 und die der Rumäniendeutschen (17) 1900 ermittelt.Varga E. Árpád: Volkszählungen 1850–2002 in Siebenbürgen bei kia.hu, letzte Aktualisierung 2. November 2008 (PDF; 1,1 MB; ungarisch).
Sehenswürdigkeiten Im Gemeindezentrum die römisch-katholische Kirche, im 14. Jahrhundert errichtet und im 18. umgebaut, die Ruine des Herrenhauses Haller samt Anwesen, im 17. Jahrhundert errichtet, und der Getreidespeicher im 18. Jahrhundert errichtet, stehen unter Denkmalschutz. Des Weiteren wird eine Römerstraße dem 2. oder 3. Jahrhundert zugeordnet. Im eingemeindeten Dorf Chirileu (Laußen) die Büste von Vasile Moldovan, stehen unter Denkmalschutz und eine Römerstraße wird hier vermerkt.Repertoriul Arheologic al României – Chirileu, abgerufen am 1. April 2018 (rumänisch). Im eingemeindeten Dorf Dileu Nou die reformierte Kirche, 1908 errichtet.Angaben zur reformierten Kirche in Dileu Nou bei biserici.org, abgerufen am 25. März 2018 (rumänisch) Im eingemeindeten Dorf Sânmărghita die Holzkirche Sfinții Arhangheli, im 18. Jahrhundert errichtet, steht unter Denkmalschutz.
Persönlichkeit
Vasile Moldovan (1824–1895), war ein Präfekt in den Legionen der Revolution von 1848 in Siebenbürgen.
Städtepartnerschaften Die Gemeinde Sânpaul pflegt laut einem strategischen Entwicklungsplan Sânpauls von 2014 bis 2020 Partnerschaft mit: Tápiószőlős im Kreis Cegléd in Ungarn
Weblinks
Sânpaul bei ghidulprimariilor.ro
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1332