Die Playoffs um den Stanley Cup des Jahres 2018 begannen am 11. April 2018 und endeten am 7. Juni 2018 mit dem 4:1-Sieg der Washington Capitals gegen die Vegas Golden Knights. Die Capitals gewannen damit ihren ersten Titel der Franchise-Geschichte in ihrem zweiten Endspiel nach 1998. Darüber hinaus hatten sie in Person von Alexander Owetschkin den mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichneten Most Valuable Player in ihren Reihen, der zudem die Torjägerliste dieser post-season anführte und zum ersten Russen wurde, der sein Team als Mannschaftskapitän zum Gewinn des Stanley Cups führt. An der Spitze der Scorerwertung platzierte sich unterdessen sein Teamkollege und Landsmann Jewgeni Kusnezow.

Den Vegas Golden Knights gelang es – in einer für sie ohnehin von zahlreichen Rekorden geprägten Spielzeit – in ihrer Debütsaison direkt ihr erstes Stanley-Cup-Finale zu erreichen. Zugleich wurden sie zum ersten Expansion-Team seit der großen Ligaerweiterung von 1967, das sich im ersten Jahr für die Playoffs qualifizierte.

Die Chicago Blackhawks verpassten erstmals seit 2008 die post-season, sodass nach neun Jahren die zweitlängste aktive Serie an aufeinander folgenden Playoff-Teilnahmen endete. Die Pittsburgh Penguins setzten die längste Serie dieser Art unterdessen mit ihrer zwölften Teilnahme fort. Darüber hinaus gingen in den Playoffs 2018 nur zehn Partien in die Overtime, so wenige wie zuletzt im Jahr 2000 (9).

Modus Nachdem sich aus jeder Division die drei punktbesten Teams sowie die zwei Wildcard-Teams der jeweiligen Conference qualifiziert haben, starten die im K.-o.-System ausgetragenen Playoffs. Die Divisionssieger treffen dabei in der ersten Runde auf die Wildcard-Teams der jeweiligen Conference, wobei der Divisionssieger mit den meisten Punkten auf das schlechtere der beiden Wildcard-Teams trifft. Die übrigen Paarungen des Conference-Viertelfinals werden divisionsintern unter den Zweit- und Drittplatzierten Teams ausgetragen.

Jede Conference spielt in der Folge im Conference-Viertelfinale, Conference-Halbfinale und im Conference-Finale ihren Sieger aus, der dann im Finale um den Stanley Cup antritt. Alle Serien jeder Runde werden im Best-of-Seven-Modus ausgespielt, das heißt, dass ein Team vier Siege zum Erreichen der nächsten Runde benötigt. Das höher gesetzte Team hat dabei in den ersten beiden Spiele Heimrecht, die nächsten beiden das gegnerische Team. Sollte bis dahin kein Sieger aus der Runde hervorgegangen sein, wechselt das Heimrecht von Spiel zu Spiel. So hat die höhergesetzte Mannschaft in den Spielen 1, 2, 5 und 7, also vier der maximal sieben Spiele, einen Heimvorteil. Der Sieger der Eastern Conference wird mit der Prince of Wales Trophy ausgezeichnet und der Sieger der Western Conference mit der Clarence S. Campbell Bowl.

Bei Spielen, die nach der regulären Spielzeit von 60 Minuten unentschieden bleiben, folgt die Overtime, die im Gegensatz zur regulären Saison mit fünf Feldspielern gespielt wird. Zudem endet sie durch das erste Tor (Sudden Death) und nicht, wie in der regulären Saison üblich, mit einem Shootout.

Qualifizierte Teams Eastern Conference Atlantic Division A1: A2: A3:

Metropolitan Division M1: M2: M3:

Wild Cards EWC1: EWC2: Western Conference Central Division C1: C2: C3:

Pacific Division P1: P2: P3:

Wild Cards WWC1: WWC2:

Playoff-Baum

Conference-Viertelfinale Eastern Conference (A1) Tampa Bay Lightning – (EWC2) New Jersey Devils Die Tampa Bay Lightning gewannen in der ersten Runde als bestes Team der Eastern Conference mit 4:1 gegen die New Jersey Devils. Nikita Kutscherow stellte dabei mit zehn Scorerpunkten (je fünf Tore und Assists) einen neuen Franchise-Rekord für eine Playoff-Serie der Lightning auf. Zudem überzeugte Torhüter Andrei Wassilewski mit einer Fangquote von 94,1 % und einem Gegentorschnitt von 2,01. Für die Devils, die sich erstmals seit ihrer Finalteilnahme im Jahre 2012 für die post-season qualifizierten, war es die erste Playoff-Niederlage gegen Tampa nach Siegen in den Jahren 2003 und 2007.

(A2) Boston Bruins – (A3) Toronto Maple Leafs Die einzigen beiden Vertreter der Original Six dieser Playoffs trafen bereits in der ersten Runde aufeinander, wobei sich die Boston Bruins mit 4:3 gegen die Toronto Maple Leafs durchsetzen. Für Boston war es vor allem die erste Angriffsreihe bestehend aus Brad Marchand, Patrice Bergeron und David Pastrňák, die mit 30 erzielten Scorerpunkten den Unterschied machte, während Pastrňák nach der ersten Runde gar die gesamte Liga in Punkten anführte (13; gemeinsam mit Sidney Crosby und Jake Guentzel). Im entscheidenden siebten Spiel führte Toronto drei Mal, sodass Parallelen zum letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams im Jahre 2013 gezogen wurden, als die Maple Leafs im siebten Spiel einen 4:1-Vorsprung im letzten Drittel noch aus der Hand gaben.

(M1) Washington Capitals – (EWC1) Columbus Blue Jackets Die Washington Capitals gewannen die erste Playoff-Runde, die wie bereits im Vorjahr zahlreiche enge, erst in der Overtime entschiedene Spiele sah, mit 4:2 gegen die Columbus Blue Jackets. John Carlson mit neun Punkten sowie Alexander Owetschkin, Jewgeni Kusnezow und Nicklas Bäckström mit je acht Punkten waren auf Seiten Washingtons maßgebend. Nachdem die Capitals in den ersten beiden Spielen auf Philipp Grubauer im Tor gesetzt hatten, griffen sie in der Folge aber wieder auf Stammtorwart Braden Holtby zurück. Für die Blue Jackets war es erst die vierte Playoff-Teilnahme der Franchise-Geschichte, wobei das Team weiterhin auf den ersten Sieg in einer Serie warten muss.

(M2) Pittsburgh Penguins – (M3) Philadelphia Flyers Die Pittsburgh Penguins setzten sich als amtierender Stanley-Cup-Sieger im „Battle of Pennsylvania“ der ersten Runde mit 4:2 gegen die Philadelphia Flyers durch. Kein Team erzielte in diesem Jahr in der ersten Runde mehr Tore als die Penguins (28), während deren Angreifer Sidney Crosby und Jake Guentzel mit je 13 Punkten auch die Scorerliste anführten (gemeinsam mit David Pastrňák, Boston). Zudem erzielte Guentzel im letzten Spiel der Serie vier Tore in Folge, was zuvor in der Playoff-Historie nur Newsy Lalonde (1919) und Tim Kerr (1985) gelungen war. Auf Seiten der Flyers kam nur Sean Couturier auf mehr als drei Scorerpunkte (9), der in Spiel vier ausfiel und die verbleibenden beiden Partien mit einem gerissenen Innenband bestritt. Ferner erreichte keiner der drei von Philadelphia eingesetzten Torhüter (Elliott, Neuvirth, Mrázek) eine Fangquote von über 86 %.

Western Conference (C1) Nashville Predators – (WWC2) Colorado Avalanche Den Nashville Predators, Sieger der Presidents’ Trophy als bestes Team der regulären Saison und Vorjahresfinalist, gelang in der ersten Runde ein 4:2-Sieg gegen die Colorado Avalanche. In der ersten Playoff-Serie zwischen den beiden Teams war es vor allem die dritte Angriffsreihe der Predators, die in Person von Nick Bonino, Colton Sissons und Austin Watson den Unterschied machte und zusammen auf 19 Scorerpunkte sowie eine Plus/Minus-Wertung von +18 kam. Colorado hingegen hatte in Torhüter Semjon Warlamow und Verteidiger Erik Johnson bedeutende Ausfälle zu verzeichnen, während ab Spiel vier auch der zweite Torwart Jonathan Bernier ausfiel und durch Andrew Hammond ersetzt wurde.

(C2) Winnipeg Jets – (C3) Minnesota Wild Die Winnipeg Jets setzten sich mit 4:1 gegen die Minnesota Wild durch und gewannen damit die erste Playoff-Serie ihrer Franchise-Geschichte, während die Stadt Winnipeg den ersten Sieg in einer Serie seit 1987 sah, zu diesem Zeitpunkt noch von den ursprünglichen Winnipeg Jets. Für die Jets verzeichneten Mark Scheifele und Dustin Byfuglien jeweils fünf Punkte, während Torhüter Connor Hellebuyck nach Mike Richter und Brent Johnson zum dritten US-Amerikaner der NHL-Historie wurde, der in den Playoffs aufeinander folgende Shutouts verzeichnete. Die Wild hingegen, die zum dritten Mal in Folge in der ersten Runde scheiterten, hatten in Ryan Suter und ab dem vierten Spiel auch in Zach Parise bedeutende verletzungsbedingte Ausfälle zu verzeichnen.

(P1) Vegas Golden Knights – (WWC1) Los Angeles Kings In der ersten Playoff-Serie ihrer Historie gelang den Vegas Golden Knights gegen die Los Angeles Kings ein Sweep. Beide Mannschaften spielten betont defensives Eishockey, so stellten sie mit insgesamt nur zehn erzielten Treffern einen NHL-Rekord für eine Best-of-Seven-Serie ein, der 2006 zwischen Minnesota und Anaheim aufgestellt wurde. Zugleich wurde das Aufeinandertreffen von den beiden Torhütern dominiert, so wies sowohl Marc-André Fleury für die Golden Knights (97,7 % Fangquote; 0,65 Gegentorschnitt, 2 Shutouts) als auch Jonathan Quick für die Kings (94,7 %; 1,55) herausragende Statistiken auf.

(P2) Anaheim Ducks – (P3) San Jose Sharks Auch die zweite Serie der Pacific Division endete in einem Sweep, so setzten sich die San Jose Sharks mit 4:0 gegen die Anaheim Ducks durch. Maßgebende Spieler für San Jose waren Joe Pavelski und Logan Couture mit jeweils fünf Scorerpunkten, Tomáš Hertl, Evander Kane und Marcus Sörensen mit jeweils drei Toren sowie Torhüter Martin Jones mit einer Fangquote von 97,0 % und nur vier Gegentreffern in vier Spielen. Für die beiden Teams aus Kalifornien war es erst das zweite Aufeinandertreffen in den Playoffs nach der ersten Runde im Jahre 2009, die Anaheim mit 4:2 für sich entschied. Zugleich gelang den Sharks der zweite Sweep der Franchise-Geschichte nach dem 4:0 gegen Vancouver im Jahre 2013. Außerdem markierte das 8:1 im dritten Spiel den höchsten Sieg für San Jose in den Stanley-Cup-Playoffs, gemeinsam mit dem 7:0 über Edmonton in der Vorsaison.

Conference-Halbfinale Eastern Conference (A1) Tampa Bay Lightning – (A2) Boston Bruins Bereits in der zweiten Runde standen sich mit den Tampa Bay Lightning und den Boston Bruins die beiden punktbesten Mannschaften der Eastern Conference gegenüber, wobei sich Tampa mit 4:1 durchsetzte. Für die Teams war es das zweite Aufeinandertreffen in den Playoffs nach 2011, als Boston im Conference-Finale mit 4:3 gewonnen hatte. Den Unterschied zugunsten der Lightning machte unter anderem deren Kadertiefe, so verzeichneten alle bis auf drei Feldspieler mindestens einen Scorerpunkt, während für die Bruins nur acht Spieler in der Scorerliste erschienen. Ein Hauptgrund dafür war Tampas Überlegenheit im 5-gegen-5, so gelangen Boston ab Spiel zwei nur noch Tore in Über- oder Unterzahl. Besondere Aufmerksamkeit wurde Brad Marchand von den Bruins zuteil, der Ryan Callahan in Spiel vier im Gesicht ableckte und daraufhin – nach vergleichbaren Vorfällen in der jüngeren Vergangenheit – explizit von der NHL aufgefordert wurde, dieses Verhalten zukünftig zu unterlassen.

(M1) Washington Capitals – (M2) Pittsburgh Penguins