mini|Albert Uderzo (2008) rahmenlos|klasse=skin-invert-image|Signatur

Albert Uderzo [] (* 25. April 1927 als Alberto Aleandro Uderzo in Fismes; † 24. März 2020 in Neuilly-sur-Seine) war ein französischer Zeichner. Er wurde als Illustrator und Mitautor der seit 1959 erscheinenden Comicreihe Asterix bekannt.

Leben Uderzo wuchs als Sohn italienischer Einwanderer, die 1934 die französische Staatsbürgerschaft erhielten, nahe Reims auf.Neues Asterix-Heft: Die Gallier erkunden Italien orf.at, 8. Oktober 2017, abgerufen am 8. Oktober 2017. – Zeichner Jean-Yves Ferri erwähnte in einem Interview, dass die Familie Uderzos aus Oderzo stammt. Er kam mit sechs Fingern an jeder Hand zur Welt, was operativ behoben wurde.Asterix-Zeichner Uderzo ist tot orf.at, 24. März 2020, abgerufen am 25. März 2020. Uderzo hatte zudem eine Rot-Grün-Sehschwäche, doch nach eigenem Bekunden kam er gut damit zurecht. Anfangs arbeitete er wegen dieser Einschränkung mit nummerierten Farbtuben.

Schon im Kindergartenalter zeigte er ein ausgeprägtes zeichnerisches Talent. Durch Anleitung beispielsweise von Edmond-François Calvo und inspiriert von den Figuren Walt Disneys eignete er sich teils autodidaktisch das Handwerkszeug eines Comiczeichners an. Im Alter von zehn Jahren begann er, Figuren mit großen Nasen zu skizzieren.Asterix-Zeichner Uderzo ist tot orf.at, 24. März 2020, abgerufen am 25. März 2020. 1941 fand er eine Anstellung als Zeichner bei einem Verlag in Paris.Interview mit Martin Scholz. In: Welt am Sonntag, 23. April 2017, S. 8. Wegen des Lebensmittelmangels in Paris während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg verbrachte er drei Jahre in der Bretagne, wo sein älterer Bruder Bruno als Fahrer und Mechaniker arbeitete. Nach Kriegsende kehrte er nach Paris zurück. Als Achtzehnjähriger trat er dort in ein Zeichentrickfilmstudio ein und arbeitete dort ein Jahr lang. Anschließend betätigte er sich als Comiczeichner einer Zeitschrift. Erste selbstständige Arbeiten veröffentlichte er zwischen 1948 und 1954 mit Jean-Michel Charlier, dem Texter des Comics Belloy, Ritter ohne Rüstung. Ebenfalls zusammen mit Charlier entstanden in den 1960er Jahren die ersten acht Geschichten von Mick Tanguy.

Im April 1950 veröffentlichte das französisch-belgische Comicmagazin Bravo Geschichten über Captain Marvel Jr., gezeichnet von Uderzo.Biografie von Albert Uderzo auf lambiek (englisch)Asterix Co-Creator Uderzo's Early Work To Be Collected, Including Captain Marvel, Before He Is Angoulême Guest Of Honour (englisch)Uderzo in Bravo (französisch) Die Rechte an den Geschichten liegen heute bei DC Comics.

1951 trafen sich Uderzo und René Goscinny, der ebenfalls Comics zeichnete, aber vor allem ein talentierter Autor war. Goscinny schrieb fortan Geschichten, die Uderzo illustrierte. Sie produzierten gemeinsam mehrere Reihen:

über den Freibeuter Pitt Pistol (ab 1952) über den jungen Reporter Luc Junior und seinen Hund (1954/57). Die Ähnlichkeit mit Tim und Struppi ist nicht zufällig, handelte es sich doch um eine Auftragsarbeit, die 1957 an Greg abgegeben wurde. Benjamin & Benjamine (1956–1959) über den Indianer Umpah-Pah (1958–1962 im Tintin-Magazin)

mini|Albert Uderzo (1973) mini|Uderzo in Paris, 2014

Ihr größter Erfolg wurde Asterix, von 1959 bis 1974 zunächst in der Zeitschrift Pilote erschienen, anschließend bis 1978 als Album bei Dargaud, danach im eigenen Verlag. Von 1966 bis 1979 wurde Uderzo zeichnerisch von seinem Bruder Marcel Uderzo unterstützt. In den 1980er Jahren veröffentlichte der Ehapa-Verlag die Collection Uderzo. Ziel dieser Edition war es, erstmals in deutscher Sprache Albert Uderzos gesamtes Jugendwerk herauszubringen. 1974 gründeten Goscinny und Uderzo das Zeichentrick-Filmstudio Idéfix in Paris und produzierten dort Asterix erobert Rom und den Lucky-Luke-Film Lucky Luke – Sein größter Trick. 1978 wurde das Studio wegen Auftragsmangels geschlossen.

Seit dem Tod Goscinnys im Jahr 1977 produzierte Uderzo weitere Asterix-Abenteuer allein. Im Oktober 1979 gründete er in Paris die Éditions Albert René, die von da an Asterix herausgaben. Goscinnys Witwe autorisierte Uderzo, die Serie allein fortzusetzen; die Familie Goscinny wurde mit 20 Prozent beteiligt.„Conflits d'interès dans une BD en or“, L’Express, 21. Dezember 1995, zuletzt abgerufen 3. Juni 2015. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit mit Dargaud sind inzwischen die Rechte aller früheren Hefte auf den Verlag Hachette Livre übergegangen, bei dem Asterix in Frankreich verlegt wird.

1980 erschien dort der erste nur von Uderzo erstellte Asterix-Band, Der große Graben. Trotz anhaltenden kommerziellen Erfolgs wurde die Qualität der neuen Alben im Vergleich zu den von Goscinny getexteten kritisiert. 2008 verkaufte Uderzo zusammen mit Goscinnys Tochter seine Anteile an den Éditions Albert René an Hachette. Damit zog er sich aus der unternehmerischen Verantwortung für die Vermarktung von Asterix weitgehend zurück und ermöglichte es seinem Nachfolger, dem Comiczeichner Didier Conrad, die folgenden Asterix-Bände zu bebildern. Nur Uderzos Tochter hält noch Anteile an der Edition.

1999 gewann er den Spezialpreis Prix du Millénaire beim Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême. Im Juni 2004 wurde Uderzo auf dem 11. Internationalen Comic-Salon Erlangen der Max-und-Moritz-Preis für sein Lebenswerk verliehen.

2012 wurde ein Wechsel der Autorenschaft von Asterix angekündigt, da Uderzo, an Arthrose erkrankt, nicht mehr viel zeichnen konnte.Asterix-Zeichner Uderzo ist tot orf.at, 24. März 2020, abgerufen am 25. März 2020. Im Januar 2015 zeichnete Uderzo im Alter von 87 Jahren eine Würdigung nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo und veröffentlichte eine Zeichnung von Asterix und Obelix, die sich zusammen mit Idefix verneigen, und von Asterix, der einer Person, offenbar einem Araber, einen Fausthieb versetzt. Uderzo kannte den bei dem Attentat getöteten Zeichner Cabu persönlich.

Uderzo war vom 5. September 1953 an mit Ada Milani verheiratet und hatte mit ihr eine Tochter. Er starb am 24. März 2020 im Alter von 92 Jahren an einem Herzinfarkt in Neuilly-sur-Seine bei Paris. Er war ein begeisterter Sammler von Ferrari-Sportwagen.Asterix-Erfinder und Ferrari-Sammler auf auto motor und sport

Postum Am 26. Mai 2020 wurden vom Auktionshaus Artcurial vier Zeichnungen für Asterix-und-Obelix-Bände von Uderzo für 390.000 Euro versteigert. Der Erlös kam einer Stiftung zugute, die Pariser Krankenhäuser und medizinisches Personal unterstützt. Uderzos Hinterbliebene wollten so die Arbeit des Krankenhauspersonals in der Covid-19-Krise würdigen.Zeichnungen von Asterix-Erfinder für 390.000 Euro versteigert orf.at, 27. Mai 2020, abgerufen am 27. Mai 2020.

Im September 2026 wurde das Original-Titelbild des Asterix-Comics „Asterix bei den Briten“ in Belgien für 1,2 Millionen Euro versteigert.Asterix-Titelbild erzielt Rekordsumme bei Auktion (14. September 2026)

Werke mini|hochkant|Albert Uderzo, 2005

1948–1958: Belloy 1952–1956: Pitt Pistol 1953–1954: Marco Polo 1954: Onkel Paul 1954–1955: Bill Blanchart 1954–1957: Luc Junior 1955: Les Grands noms de l’Histoire de France 1955–1956: Tom et Nelly 1956–1959: Benjamin & Benjamine 1958–1962: Umpah-Pah 1959–1966: Tanguy und Laverdure 1959–2009: Asterix

Auszeichnungen 1969 – Chevalier des Arts et des Lettres 1970 – Ordre national du Mérite 1983 – Prix du Génie für Der Sohn des Asterix 1984 – Goldene Leinwand für den Film Asterix erobert Rom 1989 – Ritter der Ehrenlegion Frankreichs 1997 – DIVA-Award 1999 – Spezialpreis Prix du Millénaire beim Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême 2004 – Max-und-Moritz-Preis 2007 – Orden vom Niederländischen Löwen 2013 – Offizier der Ehrenlegion Frankreichs 2017 – Benennung eines Asteroiden nach ihm: (300928) Uderzo

Ausstellungen (Auswahl) 2025: Uderzo. Von Asterix bis Zaubertrank: vom 6. Februar 2025 bis zum 15. Juni 2025 im Museum für Kommunikation Berlin 2021: Uderzo, comme une potion magique: vom 27. Mai 2021 bis zum 31. Oktober 2021 im Musée Maillol

Weblinks

Albert Uderzo im Deutschen Asterix Archiv – Biografie und seine wichtigsten Serien Uderzo über Kindheit, Farbenblindheit, politische Einstellung, Die Zeit, 6. April 2006 Im Gespräch: Albert Uderzo, Süddeutsche Zeitung, 19. Dezember 2008

Interview mit Albert Uderzo zum Kinostart von Asterix im Land der Götter, Die Zeit, 28. Februar 2015 M. Hüster: Die ultimative Autobiografie des Asterix-Zeichners Rezension des Buchs: Albert Uderzo erzählt sein Leben. comicradioshow.com, 25. Februar 2009

Einzelnachweise

Kategorie:Comic-Zeichner (Frankreich) Kategorie:Comic-Szenarist Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Offizier) Kategorie:Träger des Ordre des Arts et des Lettres (Ritter) Kategorie:Träger des französischen Nationalverdienstordens (Ausprägung unbekannt) Kategorie:Träger des Ordens vom Niederländischen Löwen (Ritter) Kategorie:Person als Namensgeber für einen Asteroiden Kategorie:Asterix Kategorie:Franzose Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1927 Kategorie:Gestorben 2020 Kategorie:Mann