Fade to Black – Die schönen Morde des Eric Binford (auch: Movie-Killer, Originaltitel: Fade to Black) ist ein US-amerikanischer Psychothriller und Horror-Groteske aus dem Jahr 1980 unter der Regie von Vernon Zimmermann, der auch das Drehbuch schrieb.
Handlung
Der schüchterne Eric Binford lebt bei seiner tyrannischen, im Rollstuhl sitzenden Ziehtante, die ihn sexuell missbraucht, und arbeitet in einem Distributionszentrum für Filme, wo er ebenfalls von seinem Chef tyrannisiert wird. Aufgrund seiner sozialen Probleme flüchtet er in seine Filmwelt. Eines Tages trifft er die schöne Marilyn O’Conner, die seiner Lieblingsschauspielerin Marilyn Monroe sehr ähnlich sieht. Als diese nicht zum vereinbarten Date erscheint, ist Eric gekränkt und verliert nach und nach den Bezug zur Realität.
Er verwandelt sich immer mehr vom schüchternen Mann zum Psychopathen, der nur bei seinen Filmen Trost für die Demütigungen findet, indem er Rache an jenen nimmt, die ihm Leben zur Hölle machen. Dabei stellt er stets Filmszenen nach.
Als seine Tante den Fernseher kaputt macht, stößt er sie im Rollstuhl von der Treppe, was einer Szene aus Der Todeskuß ähnelt. Seinen Chef erschreckt er in der Gestalt der Mumie zu Tode, da dieser bei seinem Anblick einen Herzinfarkt erleidet. Seinen bösartigen Arbeitskollegen Richie erschießt er als Cowboy Hopalong Cassidy verkleidet. Eine Frau, die ihn zuvor beleidigt hat, verfolgt er im Dracula-Kostüm und trinkt ihr Blut, nachdem sie stürzt. Die Taten erwecken das Interesse des Kriminalpsychologen Dr. Jerry Moriarty. Dessen Arbeit wird von seinem altmodischen Vorgesetzten behindert, der nichts von seinen Methoden hält und lieber selbst den Mörder fassen will.
Der Filmproduzenten Gary Bially gibt Eric’s Idee für einen neuen Film als seine eigene aus. Daraufhin erschießt Eric ihn verkleidet als Filmgangster aus Sprung in den Tod. Dadurch wird sein Gesicht öffentlich bekannt. Moriarty überrascht Eric, als dieser eine Filmszene aus Der Prinz und die Tänzerin nachstellt, um sich mit Marilyn zu versöhnen. Eric hat nun endgültig jeden Bezug zur Realität verloren hat und nicht einmal mehr weiß, wer Binford ist. Er flüchtet mit Marilyn auf das Dach des TCL Chinese Theatre. Die Polizei umstellt das Gebäude. Moriarty macht sich auf den Weg. Binford glaubt, es könne für ihn wie in seiner Filmwelt kein schlechtes Ende geben und sperrt Marilyn ins Treppenhaus. Kurz darauf wird er von Polizisten angeschossen und tödlich verwundet. Er schleppt sich zum Dachrand und zitiert mit letzter Kraft die Todesszene aus Sprung in den Tod, bevor er sich im Licht der Polizeischeinwerfer wie vor einem Publikum verbeugt und vom Dach stürzt.
Besetzung und Synchronisation Die Kino-Synchronisation wurde von der Interopa Film GmbH in Berlin durchgeführt. Später erfolgte eine zweite Synchronisation für die VHS-Veröffentlichung. Rolle Darsteller Kino-Synchro VHS-Synchro Eric Binford Dennis Christopher Santiago Ziesmer Michael Nowka Dr. Jerry Moriarty Tim Thomerson Ulrich Gressieker Officer Anne Oshenbull Gwynne Gilford Joseline Gassen Evelyn Maron Marty Berger Norman Burton Wolfgang Völz Friedrich W. Bauschulte Marilyn O’Connor Linda Kerridge Katja Nottke Anita Lochner Gary Bially Morgan Paull Frank Glaubrecht Knut Reschke Capt. M.L. Gallagher James Luisi Christian Rode Rolf Schult Stella Binford Eve Brent Tilly Lauenstein Bettina Schön Sam John Steadman Stacy Marcie Barkin Hansi Jochmann Marianne Lutz Richie Mickey Rourke Benjamin Völz Ulrich Gressieker Joey Peter Horton Thomas Petruo Stefan Krause Talkshow-Moderatorin Melinda O. Fee Tilly Lauenstein Evelyn Gressmann Veröffentlichungen Der Film kam im Oktober 1980 in die US-Kinos.
Fade to Black war damals kommerziell erfolglos. Später entwickelte er sich unter Horrorfans zum Kultfilm.Paul Counelis: 25 Underrated Horror Films (and The Exorcist), Lulu, 2011, S. 33
Auf VHS erschien er in Deutschland auch unter dem Titel Moviekiller. 2012 erschien er bei CMV Laservision auf Deutsch als DVD.Fade to Black, schnittberichte.com
Von Ron Renauld wurde ein englischsprachiges Buch zum Film mit dem Titel Fade to Black (ISBN 0-523-41409-9) geschrieben, das 1980 bei Pinnacle Books erschien.
Kritik
Der Filmdienst urteilt: „Teils Hommage auf Hollywood, teils Kritik am schädlichen Einfluß der Medien, doch zu uneinheitlich, um überzeugen zu können. Es bleiben ein virtuoses Spiel mit Zitaten und einige hübsche Ideen.“
Cinema bezeichnet den Film als originelle Hollywood-Hommage mit medienkritischen Zwischentönen und als originelle Verbeugung vor dem Horrorkino.
Nils Bothmann von Actionfreunde.de kommentiert: „... ein mit Liebe zum Detail gemachter Film, dessen erzählerische Schwächen durch die gelungene Umsetzung und den durchaus starken Hauptdarsteller aufgefangen werden. Nicht perfekt, aber in seiner Andersartigkeit sehenswert.“
Filmtipps.at bewertet den Film mit 6 von 10 Punkten und bescheinigt ihm Ironie und Tragik zugleich. Der B-Movie parodiere die damalige Slasher-Welle und huldige ihr zugleich. Der Killer, der üblicherweise auf der anderen Seite der Leinwand verortet sei, zwinge den Zuschauer, sich selbst zu reflektieren. Kleineren Schwächen wie etwa das Auftreten des Psychiaters Dr. Moriarty würden durch amüsante Reflexion über Schein und Wirklichkeit kompensiert.
Auszeichnungen Der Film wurde 1981 für sechs Saturn Awards nominiert, unter anderem als bester Horrorfilm, für die beste Regie (Vernon Zimmermann) und für den besten Hauptdarsteller (Dennis Christopher). Eve Brent wurde als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Siehe auch Film im Film
Weblinks
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1980 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Horrorfilm Kategorie:Thriller