mini|hochkant|Das neue Schloss in Blankensee. Blankensee ist ein Gemeindeteil von Mittenwalde im Landkreis Uckermark (Brandenburg). Das im Hochmittelalter angelegte Dorf fiel spätestens im 15. Jahrhundert wüst. Die heutige Siedlung wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts etwas weiter nördlich neu angelegt. Die ursprüngliche Dorfstelle ist durch eine mittelalterliche Kirchenruine markiert. Blankensee war im 19. Jahrhundert im Besitz von Achim von Arnim und seines Sohnes Friedmund. Auch Achims Frau Bettina von Arnim wohnte bei Besuchen im alten Herrenhaus in Blankensee, das allerdings 1979 abgerissen wurde. Das neue Herrenhaus (Schloss) dagegen ist erhalten geblieben.

Lage Blankensee liegt knapp drei Kilometer nordöstlich vom Ortskern von Mittenwalde und ist über eine Verbindungsstraße direkt von Mittenwalde aus zu erreichen, oder über einen Abzweig der östlich vorbei führenden L 24. Der Ort liegt auf .

Geschichte Blankensee wurde im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 erstmals urkundlich genannt. Der Ort wurde nach dem heute verlandeten Blankensee südöstlich des Ortes benannt. Der Name ist abgeleitet von mnd. blank = glänzend, hell, weiß, blank.Sophie Wauer: Brandenburgisches Namenbuch. Teil 9. Die Ortsnamen der Uckermark. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1996, ISBN 3-7400-1000-2, S. 96. Nach der Dorfstruktur handelt es sich um eine Gutssiedlung.

Das Landbuch Kaiser Karls IV. beschreibt Blankensee wie folgt:

Nach diesen Abgaben hatte Blankensee 60 Hufen, davon vier Pfarrhufen. Henryg Sueryng hatte sechs (freie?) Hufen zu seinem Hof in Bebauung und ihm gehörte der See (Blankensee). Im See durfte er vier Garnzüge fischen. Rudghert de Rode hatte fünf freie Hufen unter dem Pflug. Wedego de Bentz hatte sieben freie Hufen, Henning Kratz drei freie Hufen, und ein Jurgen Cule hatte vier freie Hufen. Also insgesamt 25 freie Hufen. Die Pacht von acht (Bauern-)Hufen ging an Henning de Stegelitz, Rudghart de Rode hatte die Pacht von zwei Hufen, Wedegho de Bentz hatte die Pacht von vier Hufen, Claus Luschow mit seinen Onkeln hatte die Pacht von 10 Hufen und Musheym hatte (die Pacht?) von zwei Hufen (oder doch freie zwei Hufen?), also insgesamt 26 Pachthufen (?). Von den Pachthufen waren allerdings nur sechs bebaut, die anderen lagen wüst. Addiert man freie Hufen, Pfarrhufen und Pachthufen zusammen ergeben sich – im Widerspruch zur Angabe im Landbuch – allerdings nur 55 Hufen. Der Krug gab ein Talent an Ebyl Swanenbeke. Von den 30 Kossätenwörden waren 25 besetzt, die anderen fünf waren wüst. Jede der (bebauten) Kossätenwörden gab ein Schilling und ein Rauchhuhn. Beim Dorf lag an zwei Orten Acker, genannt Campe, von dem 41 Hühner gegeben werden musste. Außerdem waren 4½ Kossätenländer in Bebauung, von denen 54 Hühner und 7½ Schillinge gegeben werden musste. Vor zwei Jahren waren zwei Hufen wüst gemacht worden. Bald darauf muss das ganze Dorf ganz wüst gefallen sein. Das Schossregister von 1450 erwähnt das Dorf nicht mehr.

1461 erwarben die von Arnim eine Hälfte von Blankensee von Lippolt und Achim von Holzendorff. Vermutlich besaßen sie schon eine Hälfte. 1472 erhielten Henning, Achim, Claus, Hans und Berndt von Arnim einen Gesamtlehenbrief vom markbrandenburgischen Kurfürsten Albrecht Achilles über diverse Güter in der Uckermark, u. a. auch mit Blankensehe, ein wuste dorff mit allem rechte, weide und holczung. Nach dem Wechsel in manu dominante, also dem Regierungsantritt des markbrandenburgischen Kurfürsten Johann Cicero erhielten Henning von Arnim (der Alte) auf Gerswalde, Claus und Hans von Arnim auf Zichow und Biesenthal sowie Berndt, Lippolt und Heinrich von Arnim Brüder und Vettern in Zehdenick erneut einen Gesamtlehenbrief und die Bestätigung ihrer Lehen. Darin wird auch Blannckensehe, eine wuste dorpstede, mit allem rechte, nichts uthgenomenn genannt. Da Blankensee damals noch zu Gerswalde gehörte dürfte Henning von Arnim der Besitzer von Blankensee bzw. der wüsten Feldmark gewesen sein. Auch der Gesamtlehenbrief von 1602 führt noch die wuste dorfstette zue Blankensehe auf." Der besagte Gesamtlehenbrief von den markbrandenburgischen Kurfürsten war über diverse Güter in der Uckermark ausgestellt, nicht nur mit Blankensehe, ein wuste dorff mit allem rechte, weide und holczung. 1507 verkaufte ein Stephan Klinkebyl die (damals) wüste Dorfstätte Buchholz. In diesem Zusammenhang wird auch die angrenzende Feldmark Blankensee erwähnt. Über ein Dorf wird nichts berichtet.

1536, 1571 und 1602 wird Blankensee erneut als wüste Dorfstätte erwähnt. 1626 wurde das Lehngut Gerswalde verpfändet. Ausgenommen von der Verpfändung war die Holzung Uhlenhorst. 1675 gehörte die Holzung Uhlenhorst zum Lehengut Suckow der von Arnim. 1689 erfolgte eine Grenzvisitation der Prenzlauer Heide, bei der auch Gerswalde und Blankensee genannt wird. Vermutlich existierte in Blankensee zu dieser Zeit bereits ein Vorwerk. 1712 fand erneut eine Grenzvisitation zwischen Kuhz, Mittenwalde, Uhlenhorst und der Prenzlauer Heide statt. 1714 gehörte das Vorwerk Blankensee, oder auch der Uhlenhorst genannt, zum von Arnim’schen Lehngut Gerswalde. 1734 wohnten im Vorwerk Uhlenhorst vier Häuslinge, zwei Schäfer, elf Knechte und eine Magd. 1745 gehörten zum Gut Blankensee zwei Meiereien oder Kuhpächtereien, eine ist sicher Kienwerder. Mit der anderen ist entweder das Vorwerk Blankensee selber gemeint oder evtl. auch Herrenstein, die im Schmettauschen Kartenwerk als Pachterey bezeichnet wird.

Otto XII von Arnim (1682–1748) auf Gerswalde erhielt 1717 noch einen Gesamtlehenbrief.Christian Wilhelm Grundmann: Versuch einer Ucker-Märckischen Adels-Historie, aus Lehn-Briefen und andern glaubwürdigen Uhrkunden zusammen getragen. Christian Ragoczy, Prenzlau 1744, S. 216. Er war zweimal verheiratet; in erster Ehe mit Sophie von Eickstedt, in zweiter Ehe 1727 mit Anne Louise von Arnim aus dem Hause Fredenwalde. Aus den zwei Ehen hatte er sieben Söhne, die jeweils Teile des riesigen Besitzes per Los erhielten. Lediglich der älteste Sohn erhielt das Hauptgut Gerswalde ohne Losentscheid. Christof Otto, Gerswalde Ludolf Valentin von Arnim (1707–1758), der zweite Sohn Ottos, der es in der preußischen Armee bis zum Major brachte, erhielt Blankensee, Gruse und Werder. Bogislav Berndt (1712–1783) erhielt die Vorwerke Petznick, Dolgen und das Dorf Jakobshagen Valentin Dietlof (1716–1802) erhielt die Vorwerke Fergitz und Zollchow, und eine Hälfte vom Dorf Zollchow Otto (1729–1783) das Gut Lemmersdorf und die Prenzlauer Mühlenpächte Magnus Wilhelm (1733–1810) erhielt die Vorwerke Böckenberg und Berkenlatten der jüngste Sohn Joachim Erdmann (1741–1804) erhielt die Vorwerke Neudorf, Kölpin und das Dorf Kaakstedt.

Ludolf Valentin von Arnim (1707–1758) konnte 1756 das Vorwerk Kreuzkrug vom Kaufmann Matthias Mohr hinzu erwerben. Unter seiner Ägide wurde auch das Vorwerk Wolfinsprung (bei Kreuzkrug) aufgebaut. Er war mit Dorothea Sophia von Arnim verheiratet. Aus der Ehe gingen ein Sohn hervor, der aber als Kleinkind starb und die Tochter Ottilie Henriette Sophie. Am 4. April 1758 starb er in Liegnitz. Die Lehngüter fielen an seine Brüder. Sein Allodialgut ging an seine Frau und seine Tochter. Durch den Erbrezess vom 23. April 1759 erhielt Valentin Dietloff von Arnim (1716–1802) das Rittergut Blankensee.

1752 gab es ein Hoflager bei Groß Blankensee und Klein Blankensee (= Kienwerder). Blankensee wird dabei als Vorwerk mit einer Ziegelei bezeichnet. 1756/57 hatte das Rittervorwerk eine jährlich Aussaat von 6 1/6 Wispel 1. und 2. Klasse bzw. 10 19/24 Wispel reduziert auf die 1. Klasse. 1761 war das Vorwerk durch Räumung weiterer Flächen auf 21 Wispel Aussaat vergrößert worden. 1775 ist Blankensee Rittersitz, Vorwerk und Schäferei mit 17 Büdnern und Einliegern und 14 Feuerstellen, davon acht in Familienhäusern. Blankensee hatte damals 94 Einwohner. 1790 lebten in Blankensee der Gutsbesitzer und seine Familie, ein Verwalter und sechs Einlieger. Insgesamt gab es neun Feuerstellen. 1795 war die Ziegelei eingestellt worden. 1801 hatte das Gut acht Feuerstellen und 11 Einlieger. Zum Gut gehörten 400 Morgen Holzung, für die ein Förster zuständig war.

1761 gehörten zum Rittergut Blankensee, das Vorwerk Kienwerder und die kleinen Rittervorwerke Gruse, Kreuzkrug, Werder und Wolfinsprung. Valentin Dietloff von Arnim war Kammergerichtsrat und Dekan des Domkapitels in Brandenburg an der Havel, und außerdem Vorsitzender der Verordneten der Kurmärkischen Landschaft. Von 1766 bis 1776 hatte er Grenzstreitigkeiten mit den Bauern von Klosterwalde, deren Feldmark an das Vorwerk Gruse grenzte. 1772 prozessierte er mit seinem Pächter Henckel auf Blankensee. 1774 war er in einen Prozess mit dem folgenden Pächter Hoer auf Blankensee verwickelt; Hoer wurde als Querulant abgewiesen. Dessen Witwe führte den Prozess aber bis 1801 weiter. Valentin Dietloff hatte am 13. März 1749 Beate Lucretia von Lüskow geheiratet, die Tochter des Balthasar Erdmann von Lüskow und der Juliane Hedwig von Zastrow. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor, vier Söhne und vier Töchter. Die vier Töchter Beate Juliane Luise, Amalie Dorothea, Henriette Sophie und Eleonore Lucretia blieben unverheiratet. Ein Sohn starb als Kleinkind, ein zweiter Sohn Bogislav Bernd Valentin als Fähnrich in der preußischen Armee mit 17 Jahren. Der älteste Sohn Otto Dietlof Albrecht wird in der älteren Literatur als blödsinnig beschrieben; er blieb unverheiratet und starb 1806 in Blankensee. Kammergerichtsrat Valentin Dettloff/Dietloff von Arnim war schon 1802 auf Blankensee gestorben. mini|hochkant|Blankensee, Kienwerder und Krullenhaus (abgeg.), Gemeindeteile von Mittenwalde, Lkr. Uckermark, Brandenburg, Ausschnitt aus dem Urmesstischblatt 2848 Gerswalde von 1826. Das Gut Blankensee erbte der jüngere Sohn des Valentin Dietloff, Carl Christof Joachim (1764–1821). Er war Rittmeister im Kürassier-Regiment Nr. 2 von Schleinitz und nahm 1804 seinen Abschied als Major. Er war zweimal verheiratet, in erster Ehe mit Albertine von Corwin-Wiersbitzki, und in zweiter Ehe mit deren Schwester Wilhelmine, Töchter des Generalmajors Georg Ludwig von Corwin-Wiersbitzly und der Julia Sophie von Grävenitz adH Schilde. Aus beiden Ehen gingen keine Kinder hervor. Er starb am 20. März 1821 ohne Leibeserben und seine Güter fielen an seine Vettern. Aus dem Nachlass von Obristen Curt Heinrich Gottlieb von Arnim in Sternhagen († 1800) hatte die Gerswalder Linie derer von Arnim halb Zollchow und Krullenhaus geerbt. Diese Güter blieben zunächst in gemeinsamen Besitz.

19. und 20. Jahrhundert 1821 war auch Erdmann Christof Albrecht von Arnim, Besitzer des Gutes Petznick gestorben, auch er ohne Leibeserben. Am 1. Oktober 1821 wurde die Teilung des Lehnsnachlasses des Majors Carl Christoph Joachim von Arnim (1764–1821) auf Blankensee eingeleitet. Diese Erbschaft wurde zusammen mit dem Gut Blankensee und dem Sternhagener Nachlass verteilt. Insgesamt waren noch sechs Erbberechtigte am Leben, Carl Ludolf Bernhard von Arnim auf Gerswalde, Sohn des Christof Otto, der Gerswalde erhalten hatte. Er erbte Kienwerder, das er gegen Zollchow vertauschte. Carl Heinrich Joachim (1763–1827), Friedrich Wilhelm Erdmann (1766–1852) und Ferdinand August Valentin (1768–1847), die Söhne des Magnus Wilhelm (1733–1810) auf Böckenberg. Carl Heinrich Joachim erbte Zollchow, und vertauschte es gegen Kienwerder,Werner Konstantin von Arnswaldt, Ernst Devrient: Das Geschlecht von Arnim. Teil 2: Geschichte der Familie, 2. Band: der Hauptstamm Gerswalde. Hrsg. Arnim’scher Familienvorstand, Dietlof Graf Arnim-Boitzenburg, Druck A. Wieck Verlagshandlung Prenzlau, Selbstverlag der Familie, Prenzlau 1922, S. 379. Friedrich Wilhelm Erdmann (1766–1852) erbte Kreuzkrug und Ferdinand August Valentin erbte Petznick. Carl Otto Ludwig (Pitt) und Carl Joachim Friedrich Ludwig (Achim), die Söhne des Joachim Erdmann (1741–1804), erhielten aus der Erbmasse Blankensee und Krullenhaus.