Francis Roux (* 8. Juni 1930 in Mouliherne, Département Maine-et-Loire; † 22. Juni 2014 ebenda) war ein französischer Ornithologe und Naturschützer. Er wurde am 26. Juni in Mouliherne begraben.

Leben und Wirken Roux galt unter Fachkollegen als leidenschaftlicher Ornithologe, der als Experte sowohl taxonomische Fragen als auch Studien zum Vogelzug, der Bestandsentwicklung der Populationen von Gänsevögeln, insbesondere der Gänse, Schwäne und Entenvögel, erforschte. Schon früh in seiner Karriere hat er sich auf Vogelstudien spezialisiert, die das Ziel hatten, Populationen zu erhalten und ihre Brut-, Anpassungs-, Migrations- und Überwinterungsgebiete zu schützen. Zu seinen Naturschutzaktivitäten gehörten insbesondere Feuchtgebiete, die sich an den Küsten und im Inneren des Festlands befinden. Um diese Ziele zu erreichen, sammelte er solide wissenschaftliche Argumente, um eine Schonzeit für die Tiere zu etablieren.Christian Erard, S. 22.

Er begann seine Zeit am Muséum national d’histoire naturelle unter der Leitung von Robert-Daniel Etchécopar (1905–1990) am Forschungsinstitut für Säugetier- und Vogelmigration (Centre de recherche sur la migration des mammifères et oiseaux = CRMMO). Hier beschäftigte er sich zunächst mit der Bewertung und Wiederaufzucht von Vögeln und Säugetieren (Hasen und vor allem Fledertieren) und der jährlichen Redaktion des Bulletin du centre de recherches sur les migrations des mammiferes et des oiseaux. Roux war eines der Gründungsmitglieder der European Union for Bird Ringing.

Gemeinsam mit François Spitz vom Institut national de la recherche agronomique und Alain Tamisier vom Centre national de la recherche scientifique, Roger Mahéo (1922–2012) von der Universität Rennes I und Michael Brosselin (1936–1980) vom Bureaux MAR organisierte er die Zählung der französischen Wasservögel. Im Jahr 1964 wechselte er ins ornithologische Labor zu Jean Dorst (1924–2001). Forschungsreisen führten ihn mehrmals in den Senegal, wo Gérard Joseph Germain Morel (1925–2011) vom Office de recherche scientifique d’outre-mer arbeitete. Mit ihm publizierte er in La Terre et la vie eine bedeutende Studie, die unter dem Namen Les migrateurs paléarctiques au Sénégal erschien.Christian Erard, S. 23.

Im ornithologischen Labor ordnete der die Vogelsammlung und korrigierte viele taxonomische Fehler, indem er schwierige Vogelbälge analysierte. Mit Hilfe von Techniken aus der Luftfahrt zeichnete er diese aus den Überresten der Vogelbälge, um diese anschließend zu identifizieren. Bei der Identifizierung der Vögel holte er sich den Rat von Franzosen, die südlich der Sahara lebten (z. B. Senegal, Mali, Elfenbeinküste, Kamerun, Gabun, Tschad und Zentralafrikanische Republik). So knüpfte er ein sehr gutes Informationsnetz, das ihm half, seine faunistischen Arbeiten über die westafrikanische Avifauna zu publizieren.

In Freilandstudien galt er mit seinen Aktionen oft als Pionier. So führte er mit Christian Jouanin (1925–2014) und Jean-Louis Mougin (geb. 1939) Studien über die Röhrennasen von Madeira und den Ilhas Selvagens durch. Mit Guy Jarry von der CRMMO organisierte er die Überwachung der Populationen paläarktischer Entenvögel in Westafrika. Mit Hilfe von Luftüberwachung und Vogelberingung in den feuchten Zonen, gelang es ihnen nachzuweisen, dass diese in Metapopulationen vernetzt sind.Christian Erard, S. 24.

1976 wurde er Nachfolger von Etchécopar als Direktor des Centre de Recherches sur la Biologie des Populations d’Oiseaux (CRBPO). Mit dem Bioinformatiker Georges Hémery und anderen Mitarbeitern schuf er eine Datenbank, die einerseits die Beringung von Vögeln unter französischer Aufsicht, andererseits die Zählung und Umweltbedingung von Gänsevögeln erfasste. Mit Jouanin, Mougin, Paul Alexander Zino (1916–2004) und Manuel Biscoito studierte er die Meeresvögel, mit Guy Jarry den Vogelzug der paläarktischen Gänsevögel Westafrikas, indem er auch in Frankreich Studien zu diesen Vogelpopulationen entwickelte. Aus persönlichen Gründen verließ er Paris und übergab 1989 die Leitung der CRBPO an Georges Hémery. Er zog sich in den Ruhestand zurück und zog auf den Familienbesitz im Département Maine-et-Loire. Trotz seiner Bescheidenheit und behutsamen Art in seinen Publikationen boten diese jede Menge Stoff für Diskussionen. So lieferte er viele wichtige Beiträge in Revue d’Ecologie. Entweder alleine oder mit Jean Dorst erschienen einige allgemeine Publikationen (z. B. ein Nachruf auf Etchécopar). Neben der Wissenschaft galt Roux als begnadeter Aquarellkünstler und Fotograf.

Roux übernahm den Vorsitz in zahlreichen Verwaltungsräten. Hervorzuheben sind hier insbesondere die Sociéte ornithologique de France, die Société Nationale de Protection de la Nature (SNPN) und internationale Organisationen, wie der Internationale Rat für Vogelschutz sowie das International Waterfowl & Wetlands Research Bureau. Hier arbeitete er eng mit seinem Freund Christian Jouanin zusammen. Mit seinen fundierten Kenntnissen über Wasser- und Sumpfvögel engagierte er sich für Jagdschonzeiten für die Vögel und informierte auf diesem Gebiet aktiv mit seinen Publikationen und Bildern. Seine Verbundenheit mit dem SNPN zeigte sich darin, dass er der Gesellschaft Teile seines Vermögens vermachte.Christian Erard, S. 25.

Erstbeschreibungen von Francis Roux Roux hat einige Arten und Unterarten, die neu für die Wissenschaft waren, beschrieben. Bei den Publikationen arbeitete er mit Jouanin, Christian Érard und René Paulin Jacobé de Naurois zusammen. Zu den Arten und Unterarten gehören chronologisch u. a.: Mauretanischer Graureiher (Ardea monicae & , 1963) Kastanienkauz (Glaucidium castaneum etchecopari & , 1983) Löffler (Platalea leucorodia balsaci & , 1974)

Nicht Roux zuzuschreiben ist der Amsterdam-Albatros (Diomedea amsterdamensis , , , & , 1983).

Publikationen (Auswahl)

Literatur

Weblinks Anzeige seines Todes S. 4 bei mouliherne.com Kurzporträt mit Bild bei babelio.com Disparition de Francis Roux bei crbpoinfo.blogspot.de

Einzelnachweise

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