mini|Bronzener Schildbuckel eines Reiters der Ala ()

Die Ala Moesica [felix] [torquata] [pia fidelis] () war eine römische Auxiliareinheit. Sie ist durch Militärdiplome, Inschriften und Ziegelstempel belegt.

Namensbestandteile Ala: Die Ala war eine Reitereinheit der Auxiliartruppen in der römischen Armee.

Moesica: aus Moesia bzw. die Moesische. Die Einheit stammte entweder aus dem Raum der unteren Donau oder war vermutlich zu einem frühen Zeitpunkt in der Provinz Moesia stationiert, woraus sich ihr Name ableitete.Laut Michael Alexander Speidel stammte die Einheit aus dem Donauraum. Laut Antonella De Carlo (S. 235 Anm. 18) nahmen Martin Hartmann und M. A. Speidel an, dass die Ala aus der thrakischen Bevölkerung Moesiens rekrutiert wurde. Laut John E. H. Spaul gingen Konrad Kraft und Géza Alföldy davon aus, dass die Einheit in Moesia stationiert war.

felix: die Glückliche bzw. die Gesegnete. Der Zusatz kommt in zwei Inschriften sowie in einem Ziegelstempel vor.

torquata: mit Torques ausgezeichnet. Der Zusatz kommt in zwei Inschriften vor.

pia fidelis: loyal und treu. Domitian (81–96) verlieh den ihm treu gebliebenen römischen Streitkräften in Germania inferior nach der Niederschlagung des Aufstands von Lucius Antonius Saturninus die Ehrenbezeichnung pia fidelis Domitiana. Der Zusatz kommt in einem Ziegelstempel vor.

Da es keine Hinweise auf den Namenszusatz milliaria (1000 Mann) gibt, war die Einheit eine Ala quingenaria. Die Sollstärke der Ala lag bei 480 Mann, bestehend aus 16 Turmae mit jeweils 30 Reitern.

Geschichte Die Ala war in den Provinzen Germania superior und Germania inferior stationiert. Sie ist auf Militärdiplomen für die Jahre 78 bis 101 n. Chr. aufgeführt.

Die Einheit wurde wahrscheinlich bereits vor der Regierungszeit von Tiberius (14–37) aufgestellt. Der erste Nachweis der Einheit in Germania superior beruht auf einer Inschrift, die ins 1. Jhd. n. Chr. datiert wird.Laut Michael Alexander Speidel (S. 171 Anm. 31) starb der Unbekannte während der Regierungszeit des Tiberius, vermutlich zwischen 16/17 und etwa 30. Bei der EDCS wird die Inschrift dagegen auf 31/69 datiert. Vermutlich seit 70 war sie im niedergermanischen Heeresbezirk stationiert. Durch ein Militärdiplom ist die Ala erstmals für das Jahr 78 in Germania nachgewiesen. In dem Diplom wird die Einheit als Teil der Truppen (siehe Römische Streitkräfte in Germania) aufgeführt, die zum niedergermanischen Heeresbezirk gehörten. Ein weiteres Diplom, das auf 101 datiert ist, belegt die Einheit in Germania inferior. Vermutlich in den letzten Jahren der Regierungszeit von Trajan (98–117) wurde sie wieder nach Germania superior verlegt.

Der letzte Nachweis der Ala beruht auf einem Schildbuckel, dessen eingeritzte Inschrift auf 180/192 datiert ist.

Standorte Standorte der Ala in Germania waren möglicherweise:

Asciburgium:Laut Antonella De Carlo und John E. H. Spaul war die Einheit wahrscheinlich in Asciburgium stationiert. eine Inschrift wurde hier gefunden. Augusta Raurica:Laut Michael Alexander Speidel war die Einheit (oder ein Teil von Ihr) möglicherweise in Augusta Raurica stationiert. eine Inschrift wurde hier gefunden. Kastell Butzbach: ein bronzener Schildbuckel mit einer Inschrift wurde hier gefunden. Kastell Echzell: ein Ziegel mit dem Stempel der Einheit wurde hier gefunden.

Angehörige der Ala Folgende Angehörige der Ala sind bekannt:

Kommandeure [], ein Präfekt () L(ucius) Valerius [], ein Präfekt (); er war auch Präfekt der Cohors I Tyriorum. Marcus Aemilius Bassus, ein Präfekt Titus Staberius Secundus, ein Präfekt. Er wird auf dem Diplom von 78 als Kommandeur genannt. Titus Visulanius Crescens, ein Präfekt

Sonstige []Die Inschrift ist nur unvollständig erhalten. Laut Michael Alexander Speidel handelt es sich bei der Inschrift um einen Grabstein für einen Angehörigen der Ala Moesica, der von seinem Erben, einem Vexillarius der Ala I Hispanorum errichtet wurde. () [], ein Reiter () []us Rufinus,Laut John E. H. Spaul (Anm. 5) handelt es sich bei dem Decurio Rufinus und dem Veteranen vermutlich um dieselbe Person. ein Veteran und ehemaliger Decurio () Ru[fi]nus, ein Decurio () Tertius, ein Soldat: das Diplom von 78 wurde für ihn ausgestellt.

Siehe auch Liste der römischen Auxiliareinheiten Römische Streitkräfte in Germania

Weblinks

Literatur Hans-Günther Simon und Dietwulf Baatz: Spuren der Ala Moesica Felix Torquata aus Obergermanien. In: Saalburg-Jahrbuch. Band 25 (1968), S. 193–201. Barbara Oldenstein-Pferdehirt: Die römischen Hilfstruppen nördliche des Mains. In: Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz. Band 30 (1983), S. 303–348 (Digitalisat), hier: 321f., 323–326, 333, 337. John E. H. Spaul: Ala². The Auxiliary Cavalry Units of the Pre-Diocletianic Imperial Roman Army. Nectoreca Press, Andover 1994, ISBN 0-9525062-0-3.

Anmerkungen

Einzelnachweise Antonella De Carlo: Un anonimo praefectus equitum alae Moesicae da Abellinum. In: ZPE, Band 149 (2004), S. 233–239, hier S. 234–238 (Online). Inschriften mit felix (, ). Inschriften mit torquata (, ). Inschrift aus Asciburgium (). Inschrift aus Augusta Raurica (). Inschrift aus Butzbach (). Jan Kees Haalebos: Traian und die Hilfstruppen am Niederrhein Ein Militärdiplom des Jahres 98 n. Chr. aus Elst in der Over-Betuwe (Niederlande). In: Saalburg-Jahrbuch. Band. 50 (2000), S. 31–72, hier S. 40 (). Jörg Scheuerbrandt: Exercitus. Aufgaben, Organisation und Befehlsstruktur römischer Armeen während der Kaiserzeit. Dissertation, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau 2003/2004, S. 158 Tabelle 2 (PDF). John E. H. Spaul: Ala², S. 163–164. Michael Alexander Speidel: Römische Reitertruppen in Augst. Ein Beitrag zur Frühgeschichte des Windischer Heeresverbandes. In: ZPE, Band 91 (1992), S. 165–175, hier S. 168–171, 174 (Online). Militärdiplome der Jahre 78 () und 101 (). Paul A. Holder: Exercitus Pius Fidelis: The Army of Germania Inferior in AD 89. In: Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik (ZPE), Band 128 (1999), S. 237–250, hier S. 237, 243 (PDF). Ziegel aus Echzell: Stempel AL MOE FEL P F ().

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