Der Stampede Pass (1.119 m hoch) ist ein Gebirgspass im Pazifischen Nordwesten der Vereinigten Staaten über die Kaskadenkette im Bundesstaat Washington. Südöstlich von Seattle und östlich von Tacoma gelegen, liegt seine Bedeutung für den Verkehr hauptsächlich bei der Eisenbahn, da ihn keine befestigte Straße quert. Er liegt etwa 20 km südsüdöstlich des Snoqualmie Pass, dem Übergang der Interstate 90 über die Kaskadenkette, und 3,2 km südlich des Keechelus Lake.
Der Pass und der etwas südlich von ihm in knapp 870 m Höhe gelegene 3 km lange Stampede Tunnel spielten eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Northern Pacific Railway. Der Tunnel wurde als Verkehrsweg im Mai 1888 eröffnet und wird aktuell vom Nachfolger der NP, der BNSF Railway, betrieben.
Nach über einem Jahrzehnt der Ruhe im späten 20. Jahrhundert wurden die Stampede-Pass-Linie und der Tunnel 1997 von der BNSF wiedereröffnet, welche die Route als eine von zwei direkten Northern-Transcon-Hauptlinien über die Kaskaden zwischen Spokane und der Metropolregion Seattle nutzt.
Entdeckung des Passes Der Pass wurde von Virgil Bogue entdeckt, einem Bauingenieur der Northern Pacific. (Bogue verließ die NP später, um Chef-Ingenieur der Union Pacific Railroad und später der Western Pacific Railroad zu werden.)
Es folgt Bogues Bericht vom Januar 1881, der aus der Sammlung von Robert A. Robey stammt, dem Hauptverantwortlichen der Verbindung über den Stampede Pass in den 1960er Jahren bei der Northern Pacific in Auburn.
„Etwa am 1. Januar 1881 bekam ich die Anweisung von Colonel Isaac W. Smith [einem Vermesser und Bauingenieur], den Tacoma Pass zu erkunden, der von J. T. Sheets im vorangegangenen Herbst entdeckt wurde; außerdem sollten die Kaskaden nach Norden bis zu einem bestimmten Punkt einbezogen werden, der alle möglichen Pässe abdeckte, die hinunter zum Green River in dieser Richtung führen. Im vorigen Herbst wurden vier Hütten von einer Kolonne unter Colonel Smiths Leitung in brauchbare Unterkünfte verwandelt; die Hütten befinden sich zwischen Thorpe’s Prairie, nachträglich als Supply Camp bekannt geworden, und einem Punkt vier oder fünf Meilen [6,4 … 8 km] westlich vom Tacoma Pass. Eine Abteilung von drei oder vier Männern, gut mit Vorräten ausgestattet, brach während des Winters von Thorpe’s Prairie auf und wurde angewiesen, für jegliche Aufträge, die sie erreichen würde, bereit zu sein. Als wir Tacoma verließen, um die Erkundung zu starten, wurden Anweisungen an diese Männer geschickt, die Bergkette zu überqueren und eine fünfte Hütte so weit wie möglich in Richtung Green River gelegen zu bauen. Sie sollten unsere Gruppe zu treffen zu versuchen, indem sie von Westen aus in unsere Richtung gingen.
Wir verließen Tacoma ohne Verspätung und gingen zu McClintock’s, an der Wasserscheide zwischen White River und Green River (nahe Enumclaw) gelegen. Von McClintock’s ab waren wir gezwungen, einen Weg durch das Gebüsch und umgestürzte Bäume zu bahnen. Unser erstes Lager schlugen wir bei McClintock’s am 17. Januar 1881 auf. Wir arbeiteten permanent an dem Pfad, verließen gelegentlich das Lager und lagerten am 26. Januar 1881 am Green River an einem Punkt, 500 … 1000 Fuß [150 … 300 m] östlich von der jetzigen zweiten Querung des Flusses.
Unser Lager am Green River war das Camp No. 5.
Wir setzten unsere Arbeit an dem Weg fort und erreichten unser Camp No. 7 am 8. Februar 1881 am Green River an der Mündung eines Flusses, den wir später Canoe Creek nannten, weil wir dort versuchten, ein Kanu zu bauen und scheiterten. Bei unserer Ankunft lag der Schnee etwa zwei Fuß [über einen halben Meter] hoch und war überfroren. Die Packtiere konnten unserer Ansicht nach nicht weitergehen und es war schlicht nicht praktikabel, den Weg zu verlassen. Wir beschlossen daher, auf die Schlitten, mit denen wir ausgestattet waren, zurückzugreifen und sie an den tiefen Stellen auf den Rücken zu nehmen, an denen sie nicht zu gebrauchen waren. Der Trupp war auch mit Schneeschuhen ausgestattet, aber es war nicht immer praktikabel, sie zu benutzen.
Mit Packtieren und Schlitten, die Ausrüstungen zur Hütte am Canoe Creek brachten, konnte der Trupp weitermachen und erreichte Camp No. 10 am 19. Februar. An diesem Ort waren wir gezwungen, vier Tage zu rasten, was wir einem heftigen Regen verdankten, der alle Kanäle im Fluss derart ansteigen ließ, dass er praktisch unpassierbar wurde. Am Morgen des 24. Februar brachen wir wieder auf und sahen kurz nach Verlassen des Lagers einen großen Adler über unseren Köpfen kreisen; das Lager, das wir eben verlassen hatten, nannten wir deshalb Eagle Gorge.
Am 2. März erreichten wir Camp No. 13 am Green River, nicht weit von der Mündung, die später die des Smay Creek (nahe Maywood) genannt wurde. [Smay Creek bildet die Westgrenze des 1911 von Elmer G. Morgan gegründeten Nagrom.] Die Arbeit und die Beanspruchungen des Trupps hatten seit Verlassen des Canoe Creek wie auch schon vorher einige der Männer entmutigt und ich beschloss, mit einem kleinen Trupp von drei oder vier ohne Ausrüstung und nur mit Proviant für ein paar Tage versehen die Hütte zu suchen, die der oben beschriebene andere Trupp bei Thorpe’s Prairie bauen sollte.
Ich gab den Zurückbleibenden Anweisung, ihre Zeit damit zu verbringen, aus dem Lager am Canoe Creek Vorräte zu ihrem Lager heraufzubringen, bis sie wieder von mir hören würden. Am Morgen des 3. März brach ich mit meinen Begleitern Joe Wilson, dem Indianer Peter und dem Indianer Charley auf.
Das erste Lager, von mir Camp No. 14 genannt, wobei ich die Lager-Nummern von unten einfach fortsetzte, war nicht weit von Green River Hot Springs auf einem Hügel. Unser nächstes Lager, Camp No. 15, befand sich auf einer Kiesbank in dem später von uns so genannten Sunday Creek, weil wir nahe Lester an diesem Bach am Sabbath großartige Arbeit leisteten. In der Nacht vom 5. zum 6. Februar errichteten wir Camp No. 16 am Fuß der Bergkette im von Camp Creek und Sunday Creek geformten Winkel (nahe Borup). Wir hatten demzufolge die Hütte bereits passiert, welche wir später etwa eine Meile [1,6 km] oberhalb der Mündung des Sunday Creek in den Green River fanden. Unsere Erkundung führte am Nordufer des Green River entlang; wir waren natürlich dem Sunday Creek gefolgt und hatten aufgrund des starken Baumwuches keine anderen größeren Zuflüsse gesehen.
Am Tag unserer Ankunft am Camp No. 16 erkannten wir, dass unsere indianischen Begleiter nicht besonders zu gebrauchen waren und nur unsere Vorräte aufzehrten. Wir sandten sie deshalb mit Anweisungen zum Haupttrupp zurück, mehr Proviant herbeizuschaffen und unseren Spuren zu folgen. Wir blieben bis zum Morgen des 9. Februar in Camp No. 16, erkundeten die Flüsse und Bergketten an diesem Ort und hofften, ein paar Spuren der Hütte der Männer zu finden, die uns treffen sollten. Während wir dort rasteten brach Joe Wilson zum Rückweg auf und traf die Indianer, die uns mehr Proviant besorgen sollten.
Er schickte die Indianer zurück und brachte allen Proviant mit, so dass wir Camp No. 16 am Morgen des 9. Februar verließen. Wir fühlten uns prächtig. Wir schlussfolgerten, dass die Hütte, die wir suchten, an einem anderen Zweig des Green River liegen musste und setzten unsere Suche am Sunday Creek fort, dabei so gut wir konnten nach anderen größeren Flüssen Ausschau haltend. Diese fanden wir ohne Schwierigkeiten und kurz darauf stießen wir auf Zeichen und Feuer hinter den Bäumen, die die Anwesenheit von Weißen anzeigten. Als wir schließlich die Hütte fanden, waren die Männer nicht anwesend, hatten sie aber offensichtlich mehrere Tage vorher verlassen. Wir fanden in Kürze den von ihnen beschrittenen Weg und folgten ihm über die Berge. Als wir am Tacoma Pass in einem Schneesturm am 9. März um 5 Uhr 45 nachmittags ankamen, zeigte das Aneroid-Barometer eine Höhe von 3.760 Fuß [1.146 m]. Wir setzen unseren Weg über den Pass fort und erreichten Cabin No. 3 am Cabin Creek nahe der Mündung des Coal Creek nach Einbruch der Dunkelheit. An den folgenden Tagen gingen wir nach Thorpe’s Prairie, wo wir unsere Freunde fanden. Von diesem Punkt sandte ich einen Boten über die Berge, der Tacoma über unseren Pfad in vier Tagen erreichte.
Um gut ausgeruht zu sein, blieben wir vom 10. bis zum Morgen des 14. März in Thorpe’s Prairie. Dann brachen wir zum Tacoma Pass auf. Während des 14., 15. und 16. erkundeten wir den Cabin Creek, den Tacoma Pass und den unmittelbar nördlich gelegenen Sheet’s Pass genannten Pass.
Am Morgen des 16. März verließen wir Cabin No. 3, wo wir für unsere Erkundung in der Nähe des Tacoma Pass gelagert hatten, um entlang der Bergkette nach Norden zu gehen. Wir benutzten Schneeschuhe und trugen den Proviant, den wir hatten. Der Schnee lag zwischen sieben und 30 Fuß [ca. 2 … 9 m] hoch. Wir folgten dem Hauptstrom des Cabin Creek und kletterten am Abend des 16. auf einen Punkt, 600 Fuß [183 m] östlich der Kette, wo wir bis zum Morgen lagerten. Am Morgen kletterten wir auf den Gipfel und folgten der Kette zu einer hohen Spitze südlich davon. Von dort aus überblickten wir die Quellen des Camp Creek und des Sunday Creek. Hier stolperte einer der Männer und fiel einen steilen Abhang hinunter, bis er im Schnee stecken blieb.
Weil sein Schneeschuh Ursache des Sturzes war, nannten wir den Berg Snow Shoe Butte [engl. butte=Spitze]. In dieser Nacht lagerten wir unterhalb des Grats zwischen der Spitze und dem Stampede Pass.
Am nächsten Tag versuchten wir den Pass zu finden, den wir deutlich von der Spitze aus sehen konnten. Der Verlauf der Bergkette war über eine große Strecke südöstlich, offensichtlich in Richtung des Yakima River. Dies täuschte uns in Bezug auf die von uns eingeschlagene Richtung und wir gingen mehrmals über die Kette zurück in der Hoffnung, eine nach Norden führende zu finden, welche wir in der Hauptwasserscheide vermuteten. Diese Suche war schließlich erfolglos und wir lagerten in der Nacht des 18. März nahezu an derselben Stelle, an der wir auch schon am 17. gelagert hatten. Die Witterung am 18. war kalt und die Bergspitzen waren von einem kalten Nebel umgeben, der sich manchmal als Schneesturm entpuppte.
Am Morgen des 19. brachen wir morgens um 8 Uhr 30 vom Lager auf. Das Wetter war schön, nicht eine Wolke war am Himmel zu sehen. Wir hatten schließlich beschlossen, auf der Bergkette, auf der wir uns befanden, zu bleiben. Wir drängten vorwärts und hatten ein solches Glück, dass wir um 10 Uhr 10 am Pass ankamen; das Aneroid Barometer zeigte eine Höhe von 3.495 Fuß [1.065 m] an. Andy Drury, einer der Männer, bemerkte, als wir hinunterschauten und die Hänge von Sunday Creek und Green River erblickten, dass es der schönste Pass in diesem Gebirge sei. Wir verweilten nur ein paar Augenblicke und setzten dann unseren Weg nach Norden fort und erkundeten auf unserem Weg an diesem erfolgreichen Tag drei weitere Pässe. Vom nördlichsten Pass aus, den wir als letzten betrachten, der nach Norden zu irgendeinem Zufluss des Green River führte, erkundeten wir einen Strom, der in den Lake Kitchelos (heute Kechelus) floss. Wir kamen am Lake Kitchelos um 5 Uhr 15 nachmittags am 21. März an und am nächsten Tag bei Cabin No. 1, welche immer noch an der Mündung des Cabin Creek steht. Am folgenden Tag kamen wir nach Thorpe’s Prairie.
Bis zu dieser Zeit begannen mehr Vorräte aus Ellensburg einzutreffen, mit denen wir unsere Entdeckungen fortsetzen konnten. Da wir schon mit dem Land vertraut waren, sandten wir die Vorräte so schnell wie sie eintrafen auf Schlitten und auf den Rücken der Männer zum Tacoma Pass. Wir sammelten dort genug Vorräte, um die Erkundungen am 1. April zu starten. Die Männer, die ich am Green River nahe dem Smay Creek verlassen hatte, waren wieder zu uns gestoßen und wurden während der Saison von einer großen Kraft verfolgt, mehrere Strecken vom Tacoma Pass und vom Stampede Pass abzulaufen.