Schwielochsee, , ist eine amtsangehörige Gemeinde im südöstlichen Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Sie wird vom Amt Lieberose/Oberspreewald mit Sitz in Straupitz (Spreewald) verwaltet.

Geografie mini|links|Kleiner Schwielochsee bei Goyatz Die Gemeinde Schwielochsee liegt am Südufer des Schwielochsees am westlichen Rand der Lieberoser Heide, rund 25 Kilometer nördlich von Cottbus. Sie grenzt im Norden an Tauche und die Stadt Friedland, im Osten an die Stadt Lieberose, im Süden an Drachhausen, im Südwesten an Byhleguhre-Byhlen und Spreewaldheide und im Westen an Märkische Heide.

Der Ortsteile Goyatz und Mochow gehören zum amtlichen Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden.

Gemeindegliederung Die Gemeinde gliedert sich in folgende Ortsteile, bewohnte Gemeindeteile und WohnplätzeGemeinde Schwielochsee. Serviceportal des Landes Brandenburg, abgerufen am 4. Dezember 2023. (sorbische Namen in Klammern): Goyatz (niedersorbisch Gójac) mit den Gemeindeteilen Guhlen (Gólin) und Siegadel (Sekadło) Jessern und den Wohnplätzen Hoffnungsbay und Neubrück Lamsfeld-Groß Liebitz mit den Gemeindeteilen Groß Liebitz, Klein Liebitz und Lamsfeld Mochow (Mochow) Ressen-Zaue mit den Gemeindeteilen Ressen und Zaue und dem Wohnplatz Neumühle Speichrow

Geschichte Die heutigen Ortsteile der Gemeinde Schwielochsee gehörten seit 1816 zum Kreis Lübben (Spreewald) in der Provinz Brandenburg. Bei der DDR-Kreisreform im Juli 1952 kamen alle Dörfer außer Speichrow zum Kreis Lübben im Bezirk Cottbus, Speichrow wurde dem Kreis Beeskow im Bezirk Frankfurt (Oder) zugeordnet. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald.

Die Gemeinde entstand im Zuge der kommunalen Neuordnung Brandenburgs am 26. Oktober 2003 aus dem Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Goyatz, Jessern, Lamsfeld-Groß Liebitz, Mochow, Ressen-Zaue und Speichrow.Sechstes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und Spree-Neiße vom 24. März 2003. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg. Teil I (Gesetze), Nr. 5/2003, Potsdam 2003, S. 94. Abgerufen am 4. Dezember 2023.

Die Ortsteile Goyatz und Mochow gehören nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Cottbus vom 20. Dezember 2023 zum amtlichen sorbischen Siedlungsgebiet.Klagen weiterer Gemeinden gegen die Zugehörigkeit von Gemeindeteilen zum angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden (überwiegend) erfolgreich. Verwaltungsgericht Cottbus, 23. Januar 2024, abgerufen am 12. Mai 2024.

Ortsteile Die Geschichte der Gemeinde Schwielochsee ist die Geschichte der heutigen Orts- und Gemeindeteile. Der Ortsteil Jessern wurde erstmals im Jahre 1470 urkundlich erwähnt. Der Ortsteil Goyatz wurde 1479 erstmals erwähnt. Er wurde 1937 in Schwieloch umbenannt und erhielt 1945 seinen alten Namen wieder. Die erste Nennung von Guhlen stammt aus dem Jahr 1517. Der Ortsteil Siegadel wurde 1440 erstmals urkundlich genannt; er hieß bis 1937 Syckadel.

Lamsfeld wurde 1449 erstmals erwähnt und war im ausgehenden Mittelalter und frühen Neuzeit der Sitz einer kleinen Adelsherrschaft bestehend aus vier bis fünf Dörfern. Groß Liebitz und Klein Liebitz wurden 1429 bzw. 1519 erstmals schriftlich erwähnt. Die Ersterwähnung von Mochow stammt von 1420. Ressen wurde im 16. Jahrhundert ursprünglich Brießk/Brisk/Brischk genannt. Im 18. Jahrhundert setzte sich die Schreibweise Ressen durch. Speichrow wurde 1406 erstmals genannt und gehörte zu den drei „Wasserdörfern“ Speichrow, Pieskow und Niewisch. Die Nennung eines Ortes namens Scowe (1350) und deren Zuordnung zu Zaue ist unsicher. Sicher ist dagegen die Nennung eines Ortes Czaw und deren Zuordnung zu Zaue von 1421.

Eingemeindungen Bereits vor der Bildung der Gemeinde Schwielochsee fanden eine ganze Reihe von Eingemeindungen und Zusammenschlüssen statt.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches BundesamtStBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1997

Ehemalige Gemeinden Datum / Anmerkung Goyatz (Gójac) 1. Januar 1974, Zusammenschluss mit Guhlen zu Goyatz-Guhlen<br/ > 1. Juni 1997, Zusammenschluss aus Goyatz-Guhlen und Siegadel<br/ >26. Oktober 2003, Eingemeindung nach Schwielochsee Goyatz-Guhlen 1. Juni 1997, Zusammenschluss mit Siegadel zu Goyatz Groß Liebitz 1. Januar 1974, Zusammenschluss mit Lamsfeld zu Lamsfeld-Groß Liebitz Guhlen 1. Januar 1974, Zusammenschluss mit Goyatz zu Goyatz-Guhlen Jessern 26. Oktober 2003 Klein Liebitz 1. Juli 1950, Eingemeindung nach Groß Liebitz Lamsfeld 1. Januar 1974, Zusammenschluss mit Groß Liebitz zu Lamsfeld-Groß Liebitz Lamsfeld-Groß Liebitz 26. Oktober 2003 Mochow (Mochow) 26. Oktober 2003 Ressen 15. Dezember 1966, Zusammenschluss mit Zaue zu Ressen-Zaue Ressen-Zaue 26. Oktober 2003 Siegadel 1. Juni 1997, Zusammenschluss mit Goyatz-Guhlen zu Goyatz Speichrow 26. Oktober 2003 Zaue 15. Dezember 1966, Zusammenschluss mit Ressen zu Ressen-Zaue

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 2003 1 699 2005 1 702 2010 1 613 2015 1 499 2020 1 501 Jahr Einwohner 2021 1 486 2022 1 516 2023 1 499 2024 1 48120251 462

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Schwielochsee besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde seit 2024 aus zwölf Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 74,1 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Freie Bürgerliste Schwielochsee 60,3 % 6 42,4 % 5 Goyatzer Sportverein 27,5 % 3 40,1 % 5 Einzelbewerberin Ilona Drews – – 8,0 % 1 Einzelbewerber Andreas Bulligk – – 5,9 % 1 Einzelbewerberin Sandra Gliese – – 3,5 % – Einzelbewerber Harry Jelowik 12,3 % 1 – – Insgesamt 100 % 10 100 % 12

Bürgermeister 2003–2008: Hellmut Trunschke (Einzelbewerber)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Potsdam 2004, S. 23. Abgerufen am 20. Juni 2024. 2008–2014: Wolfgang Gliese (CDU)Neuer Steuermann im Gemeindeboot. In: Märkische Oderzeitung, 15. Oktober 2008. seit 2014: Rainer Hilgenfeld (Einzelbewerber)Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014

Hilgenfeld wurde bei der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 83,6 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl 26. Mai 2019 Am 9. Juni 2024 wurde er wiederum ohne Gegenkandidat mit 79,4 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)

Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche Zaue In der Liste der Baudenkmale in Schwielochsee und in der Liste der Bodendenkmale in Schwielochsee stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Dorfkirche Mochow, neoromanische Saalkirche, die in den Jahren 1879 und 1880 errichtet wurde. Die Kirchenausstattung stammt aus der Bauzeit. Dorfkirche Zaue, spätromanische Feldsteinkirche mit einer umfassenden barocken Ausstattung, darunter ein Taufengel, den Tobias Mathias Beyermann im Jahr 1720 schuf. Ehemaliger Bahnhof der Spreewaldbahn in Goyatz aus dem Jahr 1898. Gedenkstein auf dem Friedhof an der Dorfstraße/Abzweigung am Bahnhof des Ortsteiles Goyatz für vier ermordete KZ-Häftlinge eines Todesmarsches, die im April 1945 von SS-Männern erschossen wurden.

Verkehr mini|Bahnhof Goyatz Der Ortsteil Goyatz und dessen Gemeindeteil Siegadel liegen an der Bundesstraße 320, die die Bundesstraße 87 und Lieberose miteinander verbindet. Die Landesstraßen 44, 441 und 442 beginnen bzw. enden im Gemeindegebiet.

Der Ortsteil Goyatz lag an der Spreewaldbahn. Die Bahnhöfe Siegadel und Goyatz wurden 1898 eröffnet, 1970 wurde der Personenverkehr eingestellt.

Persönlichkeiten Emil Oskar Schulz (1846–1927), Brauereigutsbesitzer, geboren in Speichrow Ewald Schulz (1850–1906), Architekt, geboren in Speichrow Georg Schulz (1882–1937), Ministerialrat, geboren in Speichrow Hellmut Trunschke (1928–2025), Fußballtrainer und ehemaliger Bürgermeister von Schwielochsee, lebte in Goyatz

Weblinks

Fremdenverkehrsverein Schwielochsee Die Gemeinde Schwielochsee auf der Website des Amtes Lieberose/Oberspreewald

Einzelnachweise Rudolf Lehmann: Historisches Ortslexikon der Niederlausitz. Band 1, Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde, Marburg 1979, ISBN 3-921254-96-5 Ortsnamen Niederlausitz; siehe auch: Deutsch-Niedersorbisches Wörterbuch, Stichwortsuche;siehe auch: ISBN 3-515-08664-1 Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow; Seiten 226 bis 228.

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